Toyota: Der japanische Piëch bläst zum Angriff

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Toyota: Der japanische Piëch bläst zum Angriff

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Akio Toyoda, Urenkel des Firmengründers Sakichi Toyoda, führte den japanischen Autoriesen aus der Krise und fährt in der Freizeit Autorennen.

von Martin Fritz und Martin Seiwert

Nach vier Krisenjahren kommt Toyota mit Vollgas aus den Boxen. Das ist vor allem die Leistung von Gründerurenkel Akio Toyoda, der sich als ähnlich visionär, detailbesessen und tatkräftig erweist wie Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch. Vereitelt der Japaner seinem Wolfsburger Widersacher den Aufstieg zur Nummer eins?

Nur wenige Manager würden für den Arbeitgeber ihr Leben riskieren. Akio Toyoda ist einer davon. Ende Mai setzte sich der Präsident des japanischen Autokonzerns Toyota ans Steuer eines Lexus LFA Supercar und raste mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde durch die engen Schleifen des Nürburgrings.

Es war Toyodas dritte Teilnahme am 24-Stunden-Rennen in der Eifel. Dabei ist der Urenkel des Firmengründers Sakichi Toyoda schon 57 Jahre alt und hat das Rennhandwerk erst mit Mitte 40 gelernt. Für den Sprössling der größten Autodynastie Nippons ist die Teilnahme an dem PS-Zirkus aber kein exklusives Hobby. Für ihn steht der praktische Nutzen im Vordergrund. "Dieses Rennen hat mein Gefühl dafür geschärft, dass wir immer bessere Autos bauen müssen", schrieb Toyoda später in seinem Blog im Internet, den er unter dem Pseudonym der grünen, pelzigen Comic-Gestalt "Morizo" pflegt.

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Ferdinand Piëch, aufgepasst! "Morizo" ist kein verspieltes Söhnchen reicher Eltern. Seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren entpuppt sich Toyoda als ein Manager, der dem VW-Patron ähnlicher ist, als diesem recht sein kann. Akio Toyoda steht dem Visionär Piëch ("Ich denke gern voraus"), der seine Strategien bei Audi und Volkswagen auf Jahrzehnte angelegt hat, in nichts nach. Der Hobbyrennfahrer unterzieht den größten Autohersteller der Welt einer Neuausrichtung, die der Konzern noch nicht erlebt hat. Selbst durch schlimmste Katastrophen wie den Tsunami von 2011 lässt sich Toyoda nicht beirren. Piëch, der VW und Porsche nah an der Pleite erlebte und den VW-Skandal um gekaufte Betriebsräte überstehen musste, wird das mit Respekt beobachten.

Immer nur lächeln

Wie Piëch entstammt auch Toyoda der Gründerfamilie. Er predigt, ebenfalls ganz Piëch, die "Liebe zum Detail" und teilt sich mit dem mächtigen Alten aus Salzburg die Begeisterung für schnelle, emotionale Autos sowie für den Rennsport. Und genau wie der VW-Aufsichtsratschef ist der umtriebige Toyota-Chef keine charismatische Verkäufernatur. Oft wirkt er hölzern bei seinen öffentlichen Auftritten.

Nur in einem kleinen, für VW aber umso wichtigeren Punkt unterscheidet sich der japanische Piëch von seinem Wolfsburger Pendant: Dieser ist 76 Jahre alt und hat bereits seine Nachfolge geregelt. Die Ära Akio Toyoda dagegen hat erst begonnen.

Absatz- und Umsatzflaute Japaner laufen deutschen Autobauern den Rang ab

Die Deutschen haben im Mai zehn Prozent weniger neue Autos gekauft als vor einem Jahr. Doch damit nicht genug: den deutschen Hersteller bläst der Wind weltweit ins Gesicht. Die Japaner dagegen holen auf.

Während BMW, Daimler und Volkswagen im ersten Quartal 2013 allesamt geringere Umsätze generierten als im Vorjahresquartal, konnten die japanischen Hersteller Zuwächse einfahren. Mazda erwirtschaftete mit 14 Prozent das höchste Umsatzplus. Quelle: REUTERS

Die Marschrichtung, die Toyoda dem Unternehmen verordnet, lässt sich auf einen Satz verdichten: Toyota soll nicht mehr allein mit den bekannten, rationalen Eigenschaften Verlässlichkeit und Sparsamkeit punkten, sondern mit besserem Design und Handling die Kunden auch emotional ansprechen. "Wir wollen unsere Kunden zum Lächeln bringen", sagt Toyoda. Damit meint er das Lächeln, das er auf den Lippen trägt, wenn er neue Modelle bei Testfahrten auf Schotter- und Schneepisten wieder und wieder um die eigene Achse wirbelt - das Lächeln des echten Autobegeisterten, des Car Guys, als der er sich gerne ausgibt.

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