Trotz Minus optimistisch: Ford verbreitet Aufbruchstimmung in Europa

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Trotz Minus optimistisch: Ford verbreitet Aufbruchstimmung in Europa

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Ford macht rechnet "nur noch" mit 1, 8 Milliarden Dollar Verlust in Europa. Bisher gingen die Amerikaner von einem Minus von 2 Milliarden aus.

Autos verkaufen macht in Europa immer noch keinen Spaß. Doch langsam gibt es erste Zeichen, dass sich die Lage bessert. Ford sieht Licht am Ende des Tunnels. Experten sind noch skeptisch.

Nach einer langen Durststrecke scheint Ford im Europageschäft die Wende geschafft zu haben. Im zweiten Quartal stiegen die Verkäufe wieder und die Verluste sanken. Es gebe Hinweise darauf, dass sich die Wirtschaft im Allgemeinen und die Autobranche im Speziellen stabilisierten, teilte der US-Konzern mit.
Es sind mit die ersten Anzeichen, dass sich die Lage in der von der Absatzkrise in Westeuropa gebeutelten Autoindustrie langsam bessert. Ford rechnet nun statt mit einem Jahresverlust von 2,0 Milliarden Dollar in Europa noch mit einem Minus vor Steuern von 1,8 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro). Das wäre etwa so viel wie im vergangenen Jahr. Bis zur Mitte des Jahrzehnts will Ford wieder Geld in Europa verdienen, wie Finanzchef Bob Shanks bekräftigte.

Ford verlor im zweiten Quartal vor Steuern in Europa noch 348 Millionen Dollar nach 404 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der verkauften Autos stieg von 359.000 auf 391.000 Stück. Allein im Juni legte Ford bei den Neuzulassungen in Europa um 6,4 Prozent zu, während andere Hersteller verloren. Neue Modelle und die stärkere Konzentration auf Endkunden statt etwa Mietwagenfirmen machten sich bezahlt, erklärte Shanks. „Europa macht gute Fortschritte bei der Umsetzung unseres Umbauplans.“

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Die Wende geht aber mit harten Einschnitten einher: Ford schließt drei Werke in Großbritannien und Belgien, was 6200 Jobs kostet. Ende dieser Woche sollen die Lichter in Southampton und Dagenham ausgehen, Ende 2014 dann auch in Genk. Das soll Überkapazitäten abbauen und die Kosten in der Produktion senken. Ford besitzt hierzulande große Werke in Köln und Saarlouis. Alle Volumenhersteller in Europa kämpfen mit Überkapazitäten. Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management CAM in Bergisch Gladbach: „Die Produktionskapazitäten in Westeuropa müssen um mindestens 1,5 Millionen reduziert werden.“ Mindestens fünf Werke seien langfristig überflüssig. Schon zwischen 2007 und 2012 schrumpfte die Zahl der Neuzulassungen europaweit um 20 Prozent. Das entspricht einem Minus von drei Millionen Autos.

Für 2013 rechnet das CAR Center Automotive Research unter Leitung von Ferdinand Dudenhöffer in Europa mit einem Absatz von 11,87 Millionen Autos. Das sind mehr als fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Erst 2014 soll der Absatz wieder auf über 12 Millionen Autos steigen und erst 2020 soll mit mehr als 14 Millionen Stück wieder das Niveau von 2009 erreicht werden. Für die auf Europa fokussierten Hersteller wie Peugeot-Citroen oder Renault ein Desaster.

Amerika - Dorado für Autobauer

Ford verdient derzeit genauso wie der Opel-Mutterkonzern General Motors sein Geld vor allem auf dem Heimatmarkt Nordamerika. Der Markt entwickelt sich blendend. Viele Amerikaner haben den Kauf eines Autos über Jahre aufgeschoben. Im Schnitt hat ein amerikanischer Wagen elf Jahre auf dem Buckel. Die USA - ein Dorado für die Autobauer. So haben alle großen amerikanischen Hersteller die Krisenjahre 2009/2010, in denen sie nur dank staatlicher Hilfspakete überlebten weit hinter sich gelassen. Bei Ford stieg der Umsatz im zweiten Quartal konzernweit um 14 Prozent auf 38,1 Milliarden Dollar und der Gewinn verbesserte sich um 19 Prozent auf unterm Strich 1,2 Milliarden Dollar. Damit übertraf Ford die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg vorbörslich um 3 Prozent.

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„Wir rechnen damit, dass 2013 ein starkes Jahr für Ford wird“, erklärte Konzernchef Alan Mulally. Die Ergebnisse in allen Regionen hätten sich verbessert. Zu den wichtigen Märkten für den Konzern zählen neben Nordamerika und Europa auch Russland, China und Südamerika. In der Heimat stellt Ford Tausende neue Mitarbeiter ein, vor allem für die Produktion der gefragten Pick-up-Trucks.
Erzrivale General Motors gibt seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal an diesem Donnerstag bekannt. Auch GM hatte viel Geld bei seinen Europatöchtern Opel und Vauxhall verloren und steuert mit Einschnitten wie der Schließung des Werkes Bochum gegen. GM hatte bereits im ersten Quartal die Verluste in Europa reduzieren können, musste allerdings weiterhin einen Verkaufsrückgang hinnehmen.

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