Trump und die US-Konzerne: Was die Ford-Entscheidung für die US-Autobranche bedeutet

Trump und die US-Konzerne: Was die Ford-Entscheidung für die US-Autobranche bedeutet

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Der CEO von Ford Mark Fields.

von Sebastian Schaal

Ford knickt vor Donald Trump ein und baut kein neues Werk in Mexiko. Für den designierten US-Präsidenten ist das ein Scheinsieg – aber ein wichtiger. So wichtig, dass er auch die deutschen Autobauer beeinflussen könnte.

Flat Rock im US-Bundesstaat Michigan dürfte bislang nur Auto-Fans bekannt sein. Hier wird der Ford Mustang gebaut, wohl das ikonischste aller US-Musclecars. Die Schlagzeilen der letzten Tage drehen sich aber weniger um den Mustang. Sie haben eine politische Bedeutung.

Als Ford-Chef Mark Fields am Dienstag vor seine Angestellten in der 10.000-Einwohner-Stadt trat, konnte er sich feiern lassen. 700 Millionen Euro will Ford in das Werk investieren. Neben dem erwähnten Musclecar sollen zukunftsträchtige Roboterautos und Elektroantriebe dort gebaut werden. 700 neue Arbeitsplätze werden entstehen.

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Für Fields war es dennoch ein unangenehmer Termin. Die ganze Weltwirtschaft schaute auf ihn, als er verkündet, dass Ford im Gegenzug auf ein neues Werk in Mexiko verzichtet. Die Pläne für eine 1,6 Milliarden Dollar teure Fabrik in San Luis Potosí sind gestoppt, hieß es schlicht.

Die Entscheidung für Flat Rock und gegen San Luis Potosí dürfte etwas Nachhilfe bekommen haben – von niemand geringerem als dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump.

Protektionismus statt marktliberaler Logik

Die Vereinigten Staaten von Amerika, das war einmal das Land, in dem Kapitalismus und freie Marktwirtschaft über alles gingen. Das Land, in dem das Fließband erfunden wurde. Das Land, in dem einige Trader Börsenspekulationen bis zur Perfektion getrieben haben.

Nach dieser marktliberalen Logik wäre es also kein Problem gewesen, wenn Fields seinen ursprünglichen Plan durchgezogen hätte: Das Werk südlich der US-Grenze bauen, wo die Produktionskosten niedriger sind.

So hätte es wohl auch der alte Henry Ford gemacht, der bereits Anfang des 20. Jahrhunderts mit „Fordlandia“ eine eigene Fertigung im Urwald aufbauen wollte. Was damals noch an Unkenntnis von Land und Leuten sowie der Technologie scheiterte, wäre in Zeiten von globalen Freihandelsabkommen und billigem Transport kein allzu großes Problem mehr.

Doch Fields‘ Problem sitzt nicht im Urwald oder in Mexiko, sondern bezieht bald ein großes weißes Gebäude in Washington. Bereits im Wahlkampf hatte Donald Trump gegen die Pläne diverser US-Konzerne gewettert, Arbeitsplätze nach Mexiko zu verlagern. Er drohte mit Einfuhrzöllen von 35 Prozent, die jeden Import unwirtschaftlich gemacht hätten. Als President-elect ist die Bedrohung für die Konzerne ernster denn je.

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