US-Automarkt: Aus der Pleite in den Auto-Olymp

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US-Automarkt: Aus der Pleite in den Auto-Olymp

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So sieht es aus, das beliebteste Auto der Amerikaner. Ein Ford F 150. Im Land der Pick-Ups zählt aber nicht nur amerikanische Wertarbeit.

von Rebecca Eisert

Die Detroit 3 – GM, Ford und Chrysler – strahlen wieder. Doch die alten Stars am US-Automarkt müssen sich anschnallen. Toyota und Honda preschen im Turbogang vor, und im Premiumsegment machen die Deutschen das Rennen.

Die USA sind derzeit das gelobte Land der Autokonzerne. 15 Millionen Neuwagenkäufe erwarten Experten für das laufende Jahr - und damit erstmals wieder annähernd so viel wie vor der großen Krise. Viele Amerikaner haben den Kauf eines Autos über Jahre aufgeschoben, von den 245 Millionen Autos auf den US-Straßen sind mehr als ein Fünftel über 16 Jahre alt, im Schnitt hat ein Auto elf Jahre auf dem Buckel. Die USA - ein Dorado für die Autobauer. Für die japanischen und die deutschen Autobauer ist der Markt sogar noch heißer als für die Amerikaner selbst. Nach einer Studie der Beratergesellschaft Ernst & Young setzten VW, BMW und Daimler im vergangenen Jahr 24 Prozent mehr Autos in den USA ab, die japanische Konkurrenz wie etwa Toyota, Honda oder Mazda verkaufte zusammen 19 Prozent mehr, GM, Ford und Chrysler dagegen "nur" zehn Prozent.

Für 2013 sagen das deutsche Center of Automotive Research und das Center of Automotive Management für den amerikanischen Markt ein Wachstum von drei bis vier Prozent voraus. Damit sind die USA hinter China der zweitwichtigste Markt weltweit. Selbst wenn der Markt nicht mehr so stark wächst wie in den Vorjahren, wovon die Institute ausgehen, bleibt für die Hersteller noch ein guter Gewinn übrig. Denn der durchschnittliche Kaufpreis ist seit 2007 um knapp zehn Prozent auf 30.550 US-Dollar gestiegen und die Rabatte sind um sechs Prozent gefallen, wie die Agentur MID zu Beginn des Jahres meldete.

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Die Hersteller versüßen den Kaufwilligen das Zugreifen mit attraktiven Krediten und Null-Prozent-Finanzierungen. General Motors geht davon aus mit rund sieben Prozent stärker als der Markt wachsen zu können, Ford will sogar acht Prozent zulegen. Wer hätte gedacht, dass die alte Garde der amerikanischen Autoindustrie noch einmal so strahlen würde?

Rückblick: Im Sommer 2009 melden Chrysler und General Motors Insolvenz an. Ford kann sich gerade noch selbst über Wasser halten. Die Lage ist dramatisch. Innerhalb von zwanzig Monaten sind mehr als 40 Prozent der Jobs in der Automobilbranche Sparprogrammen zum Opfer gefallen. Statt über einer Million Beschäftigten finden in den Autofabriken nur noch gut 600.000 Menschen Arbeit. Sechs Werke werden geschlossen.

Schließlich steigt Fiat bei Chrysler ein und die Obama-Regierung schnürt ein milliardenschweres Rettungspaket - allein General Motors bekommt 50 Milliarden US-Dollar - die USA erhalten dafür 61 Prozent der Aktien. Die Maßnahmen greifen. Schon 2010 kehrt GM an die Börse zurück, der Staat reduziert seinen Einlagen auf 30 Prozent. Im Dezember 2012 teilt der damalige Finanzminister Timothy Geithner mit, die komplette noch verbliebene Beteiligung von 500 Millionen Aktien innerhalb der nächsten 15 Monaten verkaufen zu wollen. GM selbst will 200 Millionen Papiere für 5,5 Milliarden Dollar erstehen.

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