Verkehr: Rainer Bomba: Der Elektroauto-Einflüsterer

Verkehr: Rainer Bomba: Der Elektroauto-Einflüsterer

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Rainer Bomba ist das wichtige Scharnier zwischen Politik und Unternehmen, um Deutschland auf Elektrokurs zu bringen.

Wenn Rainer Bomba aus dem Fenster schaut, hat er freie Sicht auf die Zukunft. Gleich gegenüber dem Berliner Verkehrsministerium hat der Essener Energiekonzern RWE eine Stromzapfsäule für Elektroautos aufgestellt. Es ist ein Ausblick nach dem Geschmack des Staatssekretärs – ein Blick ganz weit nach vorn.

Am 3. Mai, wenn die Bundesregierung die deutsche Industrie zum Elektro-Gipfel in die Hauptstadt lädt, schlägt Bombas große Stunde. Dann muss er zum ersten Mal zeigen, was die von ihm und einem Kollegen im Wirtschaftsministerium eingerichtete sechsköpfige Geschäftsstelle Elektromobilität geleistet hat.

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Bomba sieht glücklich aus, fast euphorisch, wenn er von seiner neuen Aufgabe erzählt. Seit November ist er beamteter Staatssekretär unter Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) – und damit zuständig für Elektromobilität. Er ist der Mann, der in Deutschland das entscheidende Scharnier zwischen der Politik und den Unternehmen bildet, die sich der neuen Technik verschrieben haben. Und wie die Autobauer beginnen, sich vom weit über 100 Jahren alten Verbrennungsmotor zu lösen, so steht auch der oberste E-Politmanager selbst für die Zeitenwende.

Denn eigentlich ist der 46-jährige Hesse ein Vertreter der klassischen PS-Branche. Anfang der Achtzigerjahre arbeitet Bomba als Entwicklungsingenieur beim Bad Sodener Autozulieferer Woco. Seine Welt damals besteht aus Elektromotoren für Fensterheber und effizienten Produktionsprozessen. Hier entwickelt er ein Patent für einen neuen Fensterheber. Seine Erfindung nennt er noch heute unschlagbar. So unschlagbar, dass seine Idee in Millionen Autos zum Einsatz kommt. Noch immer steckt in so manchem Auto ein bisschen Bomba.

Leuchtturmprojekt der Regierung

So einer soll nun helfen, die deutsche Autoindustrie in die neue Epoche zu führen. Im Herbst legte die neue Regierung ihren „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ vor. Deutschland, hieß es dort, solle zum internationalen „Leitmarkt“ werden. Es war ein politischer Alarmruf. Die deutsche Industrie hatte sich in dem behaglichen Gefühl eingerichtet, die besten Autos der Welt zu bauen. Dabei drohte sie, die neue E-Welt zu verschlafen.

Bomba hat nun einen der reizvollsten Politjobs, die derzeit in Berlin zu haben sind. Die E-Mobilität ist eines der Leuchtturmprojekte der Regierung. Aber es ist deswegen auch eines der risikoreichsten. Vor allem für einen, der von sich selbst sagt: „Ich habe meine Ziele bislang immer erreicht.“

Anders als früher braucht Bomba diesmal mehr als nur die ersten Gänge zum Anfahren. Bislang hielt es ihn nie länger als zwei Jahre auf einer Position, nicht als Ingenieur und nicht in der Privatwirtschaft. Auch in der Arbeitsverwaltung, in die er 1998 wechselt, ist sein Aufstieg schnell: erst Referent, dann Referatsleiter, am Ende Geschäftsführer der Regionaldirektion Bayern der Arbeitsagentur. Noch kurz bevor er 2009 ins Ministerium geht, kümmert sich Bomba um die Insolvenz des Handelsriesen Quelle.

Die Auto-Vergangenheit könnte Bomba helfen, von den Winterkorns, Zetsches und Reithofers dieses Landes ernst genommen zu werden. Seine Begeisterung für Elektroautos jedenfalls sei authentisch, erzählen Ministeriumsmitarbeiter. Fehlt nur noch ein Bekenntnis der deutschen Autobauer, der Konkurrenz die Stirn bieten zu wollen. „Das schaffen die“, sagt Bomba. „Sonst würde ich auf ein totes Pferd setzen. Und das tue ich nie.“

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