Verlustreiches Europa-Geschäft: Ford schockt Anleger mit Gewinnwarnung

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Verlustreiches Europa-Geschäft: Ford schockt Anleger mit Gewinnwarnung

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Ford bremst Autoaktien aus

Erst drei Monate lenkt Mark Fields den US-Autobauer Ford und schon muss er seinen Aktionären eine schlechte Botschaft überbringen. Der Konzern wird seine Ziele für 2014 und 2015 in Europa nicht halten können.

Der US-Autobauer Ford hat Aktionäre mit einem deutlich gesenkten Geschäftsausblick schockiert. Nur drei Monate nachdem er das Steuer übernahm, erklärte der neue Chef Mark Fields beim Investorentag am Montag, dass sein Unternehmen dieses Jahr viel weniger als bisher erwartet verdienen dürfte.

Auch 2015 wird nicht wie erwartet laufen: Wegen der Krise um Russland und die Ukraine verfehlt Ford die angepeilten schwarzen Zahlen im Europa-Geschäft. Die Aktie stürzte regelrecht ab.

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Vor Steuern peilt Ford laut seiner gekappten Prognose dieses Jahr sechs Milliarden Dollar Gewinn vor Steuern an. Das sind etwa 1,5 Milliarden weniger als das Unternehmen zuletzt vorhergesagt hatte und 2,5 Milliarden weniger als 2013. Zwar soll der Wert nächstes Jahr auf 8,5 bis 9,5 Milliarden steigen - Europa wird aber mit minus 250 Millionen Dollar weiterhin Verluste einfahren. Dabei sollte das Geschäft hierzulande 2015 auf jeden Fall zurück in die Gewinnzone fahren.

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Das Schaubild zeigt, dass Ford 2013 in Europa pro verkauftem Neuwagen einen Verlust von 891 Euro „einstecken“ musste. Gegenüber 2012 ist das zwar 76 Euro weniger Verlust, aber das Ford-Gesamtergebnis wird durch Europa belastet. Ford of Europe schneidet mit dem höchsten Verlust pro verkauftem Neuwagen von allen untersuchten Autobauern ab. Wesentlich schneller als Ford konnten die übrigen Wettbewerber – also GME, sprich Opel und Vauxhall -,Peugeot-Citroen und Seat ihre Verluste einschränken. Gewinn pro Fahrzeug vor Zinsen und Steuern (ohne Sondereffekte)


Vor allem der Markteinbruch in Russland, das wegen des Ukraine-Konflikts vom Westen sanktioniert wird, macht Ford dabei einen dicken Strich durch die Rechnung. Dort brachen die Verkaufszahlen des US-Herstellers in den ersten acht Monaten um sage und schreibe 43 Prozent ein - keinen anderen der großen Autobauer traf es so hart. Für das Werk in Köln beantragte Ford bereits Kurzarbeit für 4000 Menschen.

Ford steht vor vielen Baustellen

Zudem bereitet Südamerika der Firma Probleme. Und auch hohe Kosten für Garantien und Rückrufe dürften die Geschäftszahlen weit stärker belasten als bislang angenommen.

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Die Gewinne von Ford (-19%) und General Motors (-55%) brechen nicht zuletzt wegen dem Rückruf-Debakel massiv ein. Stark rückläufiges EBIT zeigt auch Chrysler (-39%). Konzern-Margen (EBIT, in Euro) der globalen Automobilhersteller im ersten Kalenderhalbjahr 2014 (inklusive Sondereffekte).

Erst am Freitag hatte Ford 850.000 Wagen wegen Kurzschlussgefahr zurückgerufen. Die Kosten dürften bei etwa 500 Millionen Dollar liegen, sagte die Konzernführung zu Wochenbeginn. Bereits Ende Mai hatte das Unternehmen über eine Million Autos wegen möglicher Probleme mit der Lenkung in die Werkstätten beordert.

Nicht nur wegen der Rückrufe läuft es auch im Heimatmarkt Nordamerika weniger rund als gedacht. Die Profitmargen dürften in diesem Jahr mit acht bis neun Prozent am unteren Ende der bisherigen Vorhersagen liegen. Zumindest beim Absatz hat sich Ford große Ziele gesteckt: Bis 2020 sollen die Autoverkäufe in Nordamerika von 2,9 Millionen im letzten Jahr auf 3,5 Millionen gesteigert werden.

Die Investoren reagierten sehr empfindlich: Die Ford-Aktie ging mit einem Minus von 7,47 Prozent aus dem New Yorker Handel und fiel nachbörslich weiter. Das Handelsvolumen war etwa dreimal so hoch wie an gewöhnlichen Tagen.

Fields hatte den Top-Job bei Ford Anfang Juli von Alan Mulally übernommen und war zuvor die Nummer zwei. Für seine Aufgabe, die Verkäufe in den USA wieder anzukurbeln, das Europageschäft wie geplant 2015 in die Gewinnzone zurückzuführen und die Stellung auf dem boomenden asiatischen Markt auszubauen, hätte er sich wohl einen besseren Start gewünscht.

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