Volkswagen-Chef: Winterkorn nennt erste Ideen für Milliarden-Einsparungen

Volkswagen-Chef: Winterkorn nennt erste Ideen für Milliarden-Einsparungen

Die Forderung von Volkswagen-Chef Winterkorn nach „wirksamen und auch schmerzhaften“ Bemühungen für mehr Renditekraft bei der Pkw-Kernmarke sorgen für Aufruhr. Nun nennt er erste Ideen für das Sparprogramm.

Drei Monate nach der milliardenschweren Sparansage für die Pkw-Kernmarke im Volkswagen-Konzern haben Unternehmensspitze und Betriebsrat erste Ansätze für einen Renditeschub präsentiert. Konzernchef und Markenlenker Martin Winterkorn kündigte im „Spiegel“ (Montag) an, VW-Pkw mit Modellen wie Golf und Passat werde künftig auf die kaum nachgefragten Extraausstattungen verzichten. Auch die hohe VW-interne Leistung bei der Zulieferung stehe auf dem Prüfstand. Mit Ansätzen wie diesen will der Autobauer die Komplexität in der zuletzt rasant wachsenden Marke verringern und dafür sorgen, dass die Abläufe von Forschung und Einkauf über die Produktion bis hin zur Organisation in Verkauf und Service stärker aus einem Guss sind.

Auch der VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh meldete sich zu Wort. „Auch wenn das nicht allen gefällt“, sagte Osterloh, „Es liegt immer an denen, die die Entscheidungen treffen. Unsere Ingenieure oder Interieur-Designer machen nichts ohne Auftrag noch komplexer und noch variantenreicher.“ Seine Optimierungsansätze werde der Betriebsrat demnächst mit dem Management in einer Arbeitsgruppe besprechen. „Wir werden Ende des Jahres erste Ergebnisse dazu haben, wie wir zu Verbesserungen kommen“, kündigte Osterloh an. Als ein Beispiel nannte Osterloh den schwindenden Trend zu Cabrios mit Klappdach, so wie der VW-Eos. Die Verkäufe dieses Modells sind inzwischen um mehr als die Hälfte eingebrochen. „Wenn der Kunde solche Fahrzeuge nicht mehr nachfragt, dann wäre es widersinnig, sie weiter zu bauen“, sagte Osterloh. Winterkorn äußerte sich ganz ähnlich im „Spiegel“.

Wie die VW-Sparten 2013 abgeschnitten haben

  • Volkswagen Pkw

    Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

  • Audi

    Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

  • Seat

    Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Beine. 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen Euro reduziert wurde.

  • Skoda

    Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeugen ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

  • Porsche

    Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auf 78.000 Fahrzeuge taxiert.

  • Bentley

    Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. 2013 legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

  • Lamborghini und Bugatti

    Die Ergebnisse der beiden Ultraluxus-Sparten werden im Volkswagen-Halbjahresbericht nicht gesondert ausgewiesen. Der Absatz kann bei Lamborghini um 5,1 Prozent auf 1166 verkaufte Fahrzeuge zulegen. Die französischen Ultrasportwagen von Bugatti wurden im ersten Halbjahr ganze 16 Mal verkauft.

  • VW Nutzfahrzeuge

    Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeugen. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

  • MAN

    Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchnern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legt im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

  • Scania

    Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkw steigt der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

  • VW Finanzdienstleistungen

    Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legt im Jahr 2013 um 17,5 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Zur Atmosphäre der im Herbst anstehenden Debatte um die Sparchancen sagte Winterkorn dem Magazin: „Natürlich wird es Diskussionen geben. Aber wir erarbeiten kein Sparprogramm, sondern ein Effizienzprogramm. Es geht nicht einfach darum, Budgets zu kürzen. Es geht darum, die Ertragskraft nachhaltig zu steigen. Wir werden uns einigen. Es geht nur miteinander.“ Er wolle seine Belegschaft hinter sich wissen. Ein Stein auf diesem Weg scheint inzwischen ausgeräumt: Der Einsatz der Unternehmensberatung McKinsey ist laut Osterloh vom Tisch. „Wir können das ohne externe Berater am besten“, sagte er. „Das ist auch die gemeinsame Marschrichtung mit dem Vorstand.“

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