Volkswagen: Getriebe-Kooperation zwischen MAN und Scania soll Millionen sparen

Volkswagen: Getriebe-Kooperation zwischen MAN und Scania soll Millionen sparen

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Durch die Kooperation von Scania und MAN bei Getrieben sollen ab 2016 insgesamt bis zu 500 Millionen Euro eingespart werden

Im Sommer hat der Volkswagen-Konzern Scania komplett übernommen. Jetzt zeigen sich erste Auswirkungen. Eine Zusammenarbeit zwischen Scania und VW-Tochter MAN soll Millionen einsparen.

Der Volkswagen-Konzern fährt erste Erfolge aus der im Sommer geglückten Komplettübernahme seiner schwedischen Nutzfahrzeugtochter Scania ein. Die Schweden und die zweite Lkw-Tochter unter VW-Dach, MAN aus München, haben eine Zusammenarbeit bei Getrieben besiegelt. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa in Hannover am Wochenende aus Branchenkreisen.

Die teuren Herzstücke der Fahrzeuge sind ein erheblicher finanzieller Hebel. Durch die Kooperation sollen ab 2016 insgesamt bis zu 500 Millionen Euro eingespart werden - gerechnet über den mehrjährigen Zeitraum der Getriebegeneration. Es handele sich um das zentrale Vorzeigeprojekt der aktuellen Bemühungen für die bessere Verzahnung der Partner, berichteten die Kreise. Scania und MAN wollen den Plan Anfang der Woche auf der Messe IAA vorstellen.

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Wie die VW-Sparten 2013 abgeschnitten haben

  • Volkswagen Pkw

    Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

  • Audi

    Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

  • Seat

    Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Beine. 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen Euro reduziert wurde.

  • Skoda

    Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeugen ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

  • Porsche

    Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auf 78.000 Fahrzeuge taxiert.

  • Bentley

    Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. 2013 legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

  • Lamborghini und Bugatti

    Die Ergebnisse der beiden Ultraluxus-Sparten werden im Volkswagen-Halbjahresbericht nicht gesondert ausgewiesen. Der Absatz kann bei Lamborghini um 5,1 Prozent auf 1166 verkaufte Fahrzeuge zulegen. Die französischen Ultrasportwagen von Bugatti wurden im ersten Halbjahr ganze 16 Mal verkauft.

  • VW Nutzfahrzeuge

    Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeugen. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

  • MAN

    Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchnern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legt im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

  • Scania

    Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkw steigt der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

  • VW Finanzdienstleistungen

    Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legt im Jahr 2013 um 17,5 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

VW hatte Scania im Sommer für fast sieben Milliarden Euro komplett geschluckt. Zuvor waren gemeinsame Sparbemühungen an mehreren Punkten unmöglich. Das lag einerseits an rechtlichen Hürden, wonach sich die beiden Nutzfahrzeugspezialisten trotz der Allianz im selben Konzern keine Freundschaftspreise machen durften. Andererseits fehlte den Wolfsburgern schlicht der volle Durchgriff auf die Schweden, der mit dem Herauskaufen der restlichen Minderheitsaktionäre nun möglich ist.

Details der Kooperation waren zunächst noch unklar. Die größte Lkw-Getriebekompetenz im VW-Konzern liegt bei Scania. Fest steht, dass MAN bisher bei den Getrieben auch auf Zulieferer setzt. Ein Konzernsprecher wollte die dpa-Informationen nicht kommentieren.

MAN plant derzeit Kurzarbeit - Auslöser ist die schwache Auftragslage und damit verbunden die schwächere Auslastung. Diesen Dienstag (23.) startet die Nutzfahrzeug-IAA mit dem ersten von zwei Pressetagen.

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Sie begann als Gouvernante seiner Kinder, heute ist sie Ferdinand Piëchs Ehefrau und wichtigste Ratgeberin: Kann Ursula Piëch eines Tages seine Rolle übernehmen?

Quelle: imago

Die Wolfsburger wollen eine schlagkräftige Allianz aus ihren drei Nutzfahrzeugmarken formen: MAN, Scania und VW-Nutzfahrzeuge (VWN). Die Zusammenarbeit der drei Partner soll laut Plan schon bis Ende des Jahres zu rund 200 Millionen Euro an Einsparungen führen.

Laut VW war es bislang „nicht möglich, das volle Potenzial einer engeren operativen Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Scania sowie zwischen MAN und Scania zu realisieren“. Doch mit dem vollständigen Durchgriff auf Scania traut sich VW nun weitere Einsparungen von insgesamt jährlich mindestens 650 Millionen Euro zu. Dieses Ziel soll aber erst in den nächsten 10 bis 15 Jahren erreicht sein.

Dazu sollen Forschung und Entwicklung noch stärker Hand in Hand betrieben sowie der gemeinsame Einkauf zu niedrigeren Preisen vorangetrieben werden. Ein anderer Hebel sind Kooperationen wie die bei den Getrieben. Dass sich der Großteil der möglichen Effekte bei den Nutzfahrzeugen erst Mitte oder Ende des nächsten Jahrzehnts auswirken

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