Volkswagen in China: Staatsfernsehen erhebt Vorwürfe wegen Öllecks

Volkswagen in China: Staatsfernsehen erhebt Vorwürfe wegen Öllecks

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Chinas Staatsfernsehen nimmt VW unter Beschuss

Erst fehlerhafte Getriebe, dann überhöhte Preise und unnötige Ersatzteile, jetzt Öllecks am Motor: Chinas Staatsfernsehen nimmt VW ins Visier. Einen Imageschaden in China können sich die Wolfsburger aber nicht erlauben.

Mit wiederkehrender Regelmäßigkeit nimmt das chinesische Staatsfernsehen ausländische Firmen unter die Lupe – und erhebt dabei meist schwere Vorwürfe, ganz im Sinne der chinesischen Verbraucher. Volkswagen kam das bereits 2013 zu spüren, als ein Bericht des Senders China Central Television (CCTV) über defekte Getriebe bei VWs einen Rückruf auslöste.

Jetzt traf es Volkswagen gleich doppelt: In einer Sendung vom 15. März berichtete CCTV, dass bestimmte Autohändler zu hohe Preise verlangt hätten – und deutete an, dass es sich unter anderem um eine Reihe von VW-Niederlassungen gehandelt habe. Die Vorwürfte richteten sich auch gegen Mercedes-Benz und Nissan. Demnach sollen Händler der drei Unternehmen Kunden viele unnötige Reparaturen und Autoteile angedreht haben.

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Am Mittwoch legte CCTV nach: Der VW-Kundendienst sowie Händler hätten Beschwerden über Motorlecks ignoriert, aus denen Öl auslaufen könne. Händler hätten die Fahrzeugbesitzer aber mit dem Hinweis vertröstet, dies sei ein normales Phänomen. In dem Bericht wurden die Limousine Magotan und das SUV Tiguan genannt. Unabhängige Experten hätten vor Brandgefahren gewarnt.

VW ist von China abhängig

VW untersucht nach eigenen Angaben die Anschuldigungen. "Wir sind uns der Medienberichte über das Thema Motorenöl bewusst und wir entschuldigen uns aufrichtig für jede Unnannehmlichkeit bei unseren Kunden", sagte Volkswagen-Sprecherin Larissa Braun in einem E-Mail-Statement laut der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir nehmen derartige Berichte sehr ernst und haben bereits eine Untersuchung des Falles begonnen." Das Unternehmen werde so bald wie möglich weitere Informationen herausgeben.

China ist der größte Automarkt der Welt. Für Volkswagen hat er zudem eine besondere Bedeutung: Dank seiner Joint-Venture-Partner SAIC Motor und FAW Group erzielte VW dort 2014 den höchsten Absatz aller Autobauer. Fast jeder zweite Volkswagen wird inzwischen in China verkauft – nennenswerte Umsatzeinbußen kann sich die ohnehin margenschwache Kernmarke VW in China nicht erlauben.

Volkswagen Fünf Millionen VWs für China

Produktionsengpässe bremsen Volkswagen in China. Als Konsequenz wird der Autobauer seine Kapazitäten massiv erweitern. Das Ziel ist ehrgeizig: Der Konzern will schneller als der Markt wachsen.

eine Frau säubert am 20.04.2013 auf dem VW-Messestand auf der Auto Shanghai (China) das Heck eines Volkswagen Santana. Quelle: dpa

Auch Land Rover wurde vorgeworfen, Qualitätsprobleme nicht ernst zu nehmen. Hier soll es Probleme beim Getriebe geben. Als Reaktion auf den Bericht rief der Autobauer über 36.000 SUVs des Modells Evoque zurück, um mit einem Software-Update die Probleme mit dem Getriebe zu lösen. Zudem erhöhte Land Rover die Garantie für die betroffenen Getriebe auf sieben Jahre oder 240.000 Kilometer. Die zurückgerufenen Fahrzeuge sind demnach Importwagen, die zwischen Januar und Dezember 2014 in China ausgeliefert wurden. Seit Oktober fertigt Land Rover Modelle wie den Evoque in einer Fabrik vor den Toren Shanghais.

Kritische Fernsehberichte in China können für ausländische Konzerne unangenehme Folgen bis hin zu Absatzeinbußen haben. CCTV hatte bereits Branchenriesen wie McDonald's, Apple und Starbucks ins Visier genommen.

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Dem VW-Partner First Automotive Works (FAW) droht noch weiteres Ungemach: Chinas oberste Anti-Korruptionsermittler haben den FAW-Vorsitzenden festgenommen. Xu Jianyi, als Chef eines Staatskonzerns auch Parteimitglied, stehe unter Verdacht "schwerwiegend gegen die Parteidisziplin und Gesetze" verstoßen zu haben.

Mit dieser Formulierung werden in der Regel Korruptionsvorwürfe umschrieben. Im Gemeinschaftsunternehmen FAW-Volkswagen hatte es während der vergangenen Monate bereits Korruptionsermittlungen gegeben. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte eine landesweite Kampagne gegen Korruption angestoßen.

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