Volkswagen: Matthias Müller setzt für Übergang auf Diesel

Volkswagen: Matthias Müller setzt für Übergang auf Diesel

, aktualisiert 02. Mai 2017, 17:09 Uhr
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„Aus unserer Sicht ist der moderne Diesel aber Teil der Lösung, nicht des Problems“, sagte Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG.

Das Auto der Zukunft ist elektrisch, da sind sich alle einig. Nur geht das nicht auf einen Schlag, Benziner und Diesel dürften noch Jahre dominieren. Für VW-Chef Müller ist der Diesel „Teil der Lösung“.

Volkswagen will angesichts des schlechten Rufs von Dieselmotoren den Selbstzünder retten. Gleichzeitig will Europas größter Autobauer zusammen mit mehreren Partnern Erdgas als alternativen Kraftstoff voranbringen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. VW steht auch wegen des Skandals um manipulierte Dieselfahrzeuge unter Druck, alternative Antriebe zu entwickeln - dennoch werden nach Erwartung des Herstellers noch 2025 drei von vier Neuwagen mit Benzin oder Diesel angetrieben werden.

Zwar habe der Dieselantrieb mit starkem Gegenwind in Politik und Öffentlichkeit zu kämpfen: „Aus unserer Sicht ist der moderne Diesel aber Teil der Lösung, nicht des Problems“, sagte Müller der „Automobilwoche“. VW erwägt seinen Worten zufolge eine Kampagne, an der sich andere Hersteller beteiligen sollen.

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Müller sagte dem Blatt, eine Kampagne für die Selbstzünder solle am besten übergreifend erfolgen, weil nicht nur Volkswagen betroffen sei. Auch andere Hersteller bräuchten Diesel, um die staatlichen CO2-Ziele zu erreichen. Mit Blick auf drohende Fahrverbote in Innenstädten sagte er, es sei problematisch, Euro-5-Diesel „generell zu verdammen“. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sei „durchaus offen“ dafür, Dieselmotoren nachzurüsten. Nach Ansicht des Branchenverbandes VDA sind Nachrüstungen allerdings schwer möglich: „Aus wirtschaftlicher Sicht lässt sich eine Nachrüstung auf Euro 6 kaum darstellen.“ Müller betonte, dies werde intensiv geprüft.

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Ein Volkswagen-Logo Quelle: dpa

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Entsprechend fürchtet die Autoindustrie um Milliardeninvestitionen. Zuletzt war etwa bekanntgeworden, dass heutige Diesel-Autos laut Umweltbundesamt den EU-Grenzwert auf der Straße um ein Vielfaches übersteigen. Einer Forsa-Umfrage zufolge planen zudem nur noch zwei von fünf Diesel-Fahrern beim nächsten Autokauf die erneute Anschaffung eines Diesels.

VW erwartet aber, dass Benziner und Diesel trotz des Trends zu neuen Antrieben noch lange den Ton angeben. Moderne Verbrennungsmotoren blieben „noch mindestens 20 Jahre elementar“, hatte Konzernchef Matthias Müller jüngst auf dem Wiener Motorensymposium gesagt. VW werde bis 2022 zehn Milliarden Euro in die Entwicklung des Verbrennungsmotors investieren, kündigte er an. In Elektro- und Hybridmotoren sollen bis dahin neun Milliarden Euro fließen.

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Bis 2025 solle zudem die Gas-Flotte hierzulande auf rund eine Million Fahrzeuge verzehnfacht werden, teilte Volkswagen mit. Die Zahl der CNG-Tankstellen - CNG steht für „Compressed Natural Gas“, Erdgas oder regeneratives Gas aus Öko-Strom - solle im gleichen Zeitraum von rund 900 auf 2000 steigen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben VW, Gasnetzanbieter und Betreiber von CNG-Tankstellen.

Bei dem Vorhaben geht es nicht nur um Personenwagen, sondern auch um Lastwagen sowie den öffentlichen Nahverkehr in Städten und Kommunen. Wegen seiner kurzfristigen Verfügbarkeit sei Erdgas ein „wichtiger Baustein“ für die umweltfreundliche Mobilität der Zukunft, erklärte Ulrich Eichhorn, Leiter Forschung und Entwicklung bei Volkswagen. Wie genau das Ziel erreicht werden soll, stand zunächst nicht fest - konkrete Maßnahmen sollten gesondert vereinbart werden.

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