Volkswagen/Porsche: Schlechte Aussichten für die geplante Fusion

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Volkswagen/Porsche: Schlechte Aussichten für die geplante Fusion

von Martin Seiwert

Den Autobauern Volkswagen und Porsche droht ein Rennen gegen die Zeit – und gegen drohende Milliardenzahlungen.

Es war am Abend des 9. Januar 2012, als Martin Winterkorn auf einer Feier am Rande der Automesse im amerikanischen Detroit den Satz fallen ließ. Die Verschmelzung von Volkswagen und Porsche, sagte der VW-Chef, sei wegen rechtlicher Scharmützel „nicht mehr möglich“.

Seit 2009 hatten die Vorstände und Großaktionäre der beiden Autobauer um den historischen Zusammenschluss gerungen und ihn bis ins Detail ausgearbeitet. Seit Monaten spielen die beiden Unternehmen die milliardenschweren Schadensersatzklagen von Investoren gegen Porsche und Volkswagen herunter. Und dann erklärt Winterkorn die geplante Fusion des Stuttgarter Sportwagenherstellers mit dem Wolfsburger Autokonzern einfach so nebenbei für gescheitert – wegen eben dieser Schadensersatzklagen.

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Ausgerechnet in einer der größten Erfolgsphasen drohen die beiden Unternehmen von ihrer Vergangenheit eingeholt zu werden. Viele erhoffte Einsparungen durch einen Zusammenschluss werden nun lange auf sich warten lassen. Weil Porsche in der Übernahmeschlacht um VW 2008 womöglich Aktionäre durch falsche oder unterlassene Informationen manipuliert habe, fordern inzwischen an die 100 Banken, Fonds und Versicherungen aus aller Welt mehrere Milliarden Euro Schadensersatz von den Stuttgartern.

Ein Teil der Klagen richtet sich gegen VW

Allein in zwei Klagen vor den Landgerichten Braunschweig und Stuttgart werden mehr als vier Milliarden Euro geltend gemacht. Ein Teil der Klagen richtet sich auch gegen VW, weil der Konzern, so sagen die Kläger, eine Mitverantwortung an den angeblichen Manipulationen treffe. Porsche und VW bestreiten die Vorwürfe.

Dass die Fusion der Volkswagen AG mit der Porsche-Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE gefährdet ist, zeichnete sich im Herbst ab, als die WirtschaftsWoche in Ausgabe 37/2011 über die erste in Deutschland anhängige Klage berichtete. Danach gaben die Unternehmen bekannt, dass der Zusammenschluss nicht mehr wie angestrebt 2011 stattfinden könnte. VW erschien das Risiko zu groß, die Porsche-Holding zu übernehmen und später womöglich für Schäden in Milliardenhöhe geradestehen zu müssen.

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