Volkswagen-Skandal: Diesel-Krise beschert VW neues Milliardenloch

Volkswagen-Skandal: Diesel-Krise beschert VW neues Milliardenloch

, aktualisiert 20. Juli 2016, 16:43 Uhr
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VW erhöht Rückstellungen wegen US-Risiken.

Die Diesel-Krise hinterlässt weiter ihre Spuren in der Bilanz des VW-Konzerns. Der Konzern muss die Rückstellungen erneut um mehrere Milliarden Euro aufstocken – zulasten der Gewinne.

Der Abgas-Skandal um den Autobauer Volkswagen reißt weitere Löcher in die Bilanz: VW muss wegen des anhaltenden Rechtstreits zur Beilegung des Dieselskandals in den USA weitere 2,2 Milliarden Euro zur Seite legen. Aufgrund weiterer rechtlicher Risiken, die im Wesentlichen auf Nordamerika entfielen, seien im ersten Halbjahr negative Sondereinflüsse in dieser Höhe verbucht worden, teilte der Wolfsburger Konzern am Mittwoch mit.

Erst vor Kurzem hat das Unternehmen seine Rückstellungen auf 16,2 Milliarden Euro aufgestockt. Die verschlingt jedoch allein der jüngst mit US-Behörden und Privatklägern vereinbarte Vergleich in Höhe von 13,8 Milliarden Euro.

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Und in den vergangenen Wochen haben sich weitere Rechtsstreitigkeiten angekündigt, die VW teuer zu stehen kommen könnten: So fordern drei US-Bundesstaaten Strafen wegen Verstößen gegen Umweltrecht. Aus den Klagen der Bundesstaaten könnten sich nach den Worten des Generalstaatsanwaltes von Maryland Kosten für VW in Höhe von hunderten Milliarden Dollar ergeben. In der Praxis werden in den USA bei solchen Auseinandersetzungen allerding meist deutlich günstigere Vergleiche geschlossen.

Auch der derzeitige Chef Matthias Müller wurde in einer Klage in New York namentlich genannt. Er habe wie Winterkorn bereits 2006 davon gewusst, dass zu kleine Harnstofftanks Probleme beim Einhalten von Abgaswerten mit sich brächten. Um Geld zu sparen, installierte VW die Betrugssoftware anstelle größerer Tanks. In den Klagen steht nicht, dass Müller von dem Betrug wusste. Ein VW-Sprecher bezeichnete die erhobenen Vorwürfe als unbegründet.

VW-Abgas-Skandal Weitere Millionen-Klagen gegen Volkswagen

Eigentlich hat sich Volkswagen mit den US-Behörden auf einen umfassenden Vergleich geeinigt. Einige Bundesstaaten klagen dennoch weiter gegen den Konzern. Auch in Spanien fordern Kunden vor Gericht eine Entschädigung.

Trotz des Vergleichs klagen einige US-Bundesstaaten weiter gegen VW. Quelle: dpa

In Kanada drohen Volkswagen ebenfalls finanzielle Lasten. Dort verhandelt der Konzern noch mit den Behörden über einen Vergleich zur Beilegung des Dieselskandals. Würde das US-Entschädigungsmodell auf den nördlichen Nachbarn der USA übertragen, müsste VW womöglich mit einer weiteren Belastung in Milliardenhöhe rechnen.

Hinzu kommt, dass auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern im ersten Halbjahr – verglichen mit 2015 – um 22 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro gesunken ist. Am 28. Juli will der Konzern seine gesamte Halbjahresbilanz vorlegen. Hier wird sich dann auch zeigen, wie viel Substanz im operativen Gewinn steckt. Bisher haben die Wolfsburger zum Beispiel noch keine Umsatzzahlen genannt und auch der Nachsteuergewinn ist unbekannt.

Ohne die nötig gewordenen Rücklagen wäre der Halbjahresgewinn aus dem laufenden Geschäft auf 7,5 Milliarden Euro geklettert. Damit hätte sich bei den operativen Erträgen ohne die Abgas-Affäre ein Plus von rund sieben Prozent ergeben. Vor allem die VW-Kernmarke habe sich nach einem schwachen Startquartal erholt.

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