Volvo und Saab: Überlebenskampf am Tropf von Großkonzernen

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Volvo und Saab: Überlebenskampf am Tropf von Großkonzernen

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Volvo in China: Für Volvo war die Übernahme durch den chinesischen Konzern Geely 2010 die Rettung.

Die schwedische Automarke Saab steht am Abgrund. Bis zum Samstag müssen die chinesischen Eigner neue Investoren präsentieren, sonst ist es aus. Volvo geht es glänzend. Was macht der eine richtig und der andere falsch?

Von außen betrachtet, haben die schwedischen Traditionsmarken Saab und Volvo vieles gemeinsam: Sie stehen für solide Autos mit Stil, beide wurden zur Jahrtausendwende an amerikanische Autokonzerne verkauft, heruntergewirtschaftet und zehn Jahre später von chinesischen Konsortien übernommen. Doch während Saab immer noch am Abgrund steht, ist Volvo wieder im Rennen.

Bei Saab in Trollhättan ist es mal wieder fünf vor zwölf. Bis zum Samstag müssen die chinesischen Eigner, das Konsortium NEVS, neue Investoren präsentieren. Sonst werden die Gläubiger nicht länger stillhalten. NEVS steht mit einer halben Milliarde schwedischer Kronen (54 Millionen Euro) bei seinen Lieferanten in der Kreide. Bislang konnte nur ein gerichtlich garantierter Gläubigerschutz die Insolvenz abwenden.

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Fakten zum Volvo-Baukasten

  • Ausgangslage

    Von 1999 bis 2010 gehörte Volvo zum Ford-Konzern. In dieser Zeit basierten die neuen Modelle der Schweden auf Plattformen der US-Mutter, etwa dem Ford Focus oder dem hierzulande nicht verkauften Ford Taurus. Als der chinesische Konzern Geely Volvo im Jahr 2010 übernahm, konnten sie die Ford-Technik nicht weiter nutzen, weshalb ein eigenes System entwickelt wurde.

  • Grundgedanke

    Volvo nennt seinen Baukasten „skalierbare Produkt-Architektur“, kurz SPA. Auf dieser Architektur sollen künftig alle größeren Modelle ab der 60er Baureihe basieren. Sie teilen sich sämtliche Motoren (ausschließlich Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum) und viele Teile des Fahrwerks. So sollen die Kosten bei Entwicklung und Produktion gesenkt werden und langfristig auch die Margen steigen.

  • Kosten

    Für die Entwicklung der Architektur und die Umrüstung der Produktionsanlagen auf die neue Technik hat Volvo insgesamt rund 75 Milliarden schwedische Kronen, rund acht Milliarden Euro, ausgegeben.

  • Technische Umsetzung

    Nur ein Maß – der Abstand zwischen Vorderachse und A-Säule – ist festgelegt, alle anderen Maße sind flexibel. So können teure Bauteile wie die Motoren oder die Elektro-Einheit des Hybridantriebs in unterschiedlich großen Autos verwendet werden, von der Mittelklasse-Limousine S60 bis hin zum großen SUV XC90.

  • Modelle

    Der XC90 hat den Anfang gemacht, inzwischen ist die 90er-Baureihe komplett: Volvo bietet neben dem SUV XC90 auch die Limousine S90, den Kombi V90 und den Offroad-Kombi V90 Cross Country an. Die bisherigen Modelle S80 und V70 wurden durch die 90er-Modelle ersetzt. In der Mittelklasse hat ebenfalls das SUV den Anfang gemacht, der XC60. Die Limousine S60 und Kombi V60 folgen bald.

Bei der Volvo Car Group in Torslanda hingegen sieht man der Zukunft freudig entgegen. Bis zum Ende des Jahres wollen die Schweden weltweit 470.000 Autos verkaufen. Das wären zehn Prozent mehr als 2013 und so viele, wie noch nie zuvor in der Geschichte des Konzerns. Bis 2020 sollen es 800.000 Autos sein.

Warum ist Volvo gelungen, was Saab partout nicht hinbekommt? „Man kann die beiden Unternehmen nicht miteinander vergleichen“, sagt Ökonom Mikael Wickelgren von der Universität in Göteburg. Saab habe nie so eine solide Basis gehabt wie Volvo. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen sieht das ähnlich: „Volvo hatte eine ganz andere Substanz als Saab.“ Die Stückzahlen seien stets deutlich höher gewesen als bei Saab.

Bei Saab sei die Autoproduktion nur Beiprodukt eines Rüstungskonzerns gewesen, „eine Art Hobby“, sagt Wickelgren. Deshalb hätten die Schweden den Automobilbereich ab 1990 stückweise an General Motors verkauft. Und damit habe der Abstieg begonnen. „GM hat die Marke Saab kaputt gemacht“, ist Wickelgren überzeugt.

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