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Von Nullen und Einsen: Elektroauto verzweifelt gesucht

Kolumne von Ben Schwan

Die Automobilindustrie gibt ihr Bestes, die weitläufige Einführung der emissionslosen Stromer zu verzögern: Ein Pilotprojekt reiht sich an das nächste, Serienfahrzeuge werden stets in eine nie aufziehende Zukunft verbannt. Angeblich soll sich das in diesem Jahr endlich ändern. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan glaubt das erst, wenn er es mit eigenen Augen sieht.

Ladestecker des Chevrolet Opel Quelle: dpa
Ladestecker des Chevrolet Opel Volt Quelle: dpa
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Wissen Sie eigentlich, wann die große Zeit der Elektroautos war? Um 1910. Damals verkauften fast zwei Dutzend Hersteller immerhin Stückzahlen um 30.000. Seither hat es über die Jahrzehnte immer wieder kleine bis große Versuche gegeben, die Strommobilität auf die ein oder andere Art einzuführen, doch ernstzunehmend waren die eigentlich nie. Die Technik kam allerhöchstens in Trippelschritten nach vorne, was man schon an ihrer unendlich langen Geschichte sehen kann, die bis ins vorvergangene Jahrhundert zurückreicht.

Seit die Debatte um den Klimawandel tobt und die Preise fossiler Energieträger (wieder einmal) neue Höhen testen, leben wir in einer Art Renaissance der E-Autos - jedenfalls versuchen die Automobilkonzerne, alte wie neue, uns dies mir ihren Marketingbudgets zu verklickern. Doch die Umsetzung lässt immer wieder auf sich warten. Die Prototypen füllen ganze Museen. Wer heute tatsächlich vorhat, sich als Stadtbewohner einen Stromer in die Garage zu stellen, hat allein die Auswahl unter kaum benutzbaren Minimodellen. General Motors' "Volt" soll angeblich Ende des Jahres wirklich auf den Markt kommen, das Euro-Modell Opel Ampera erst ein Jahr später. Dabei handelt es sich sowieso nicht um einen Komplett-Stromer, sondern einen Plug-In-Hybriden, von dem man hofft, dass er den Benzinanteil nicht benötigt, weil der Besitzer nur die 60 Kilometer pro Tag unterwegs ist, die die Batterie ausreicht.

Bundesregierung hält sich bei Förderung zurück

Toyota verkauft zwar mit dem Prius den erfolgreichsten Hybriden aller Zeiten, vertagt eine aufladbare Version aber erst in die nächsten Jahre. Nissan will massiv ins E-Auto-Geschäft einsteigen und seine Schwester Renault mitnehmen, doch der LEAF geht wohl erst in den Flottenbetrieb, bevor ihn irgendein Normalbürger kaufen kann. Selbst so manches realitätsnahes Pilotprojekt macht sich über Interessierte lustig: Bei der RWE plant man Fiat-500-Stromer anzubieten, bei denen man mit sage und schreibe 1200 Euro pro Monat Leasinggebühr rechnen muss. In Berlin hatten BMW und Vattenfall einen Großversuch mit Elektro-Minis laufen, das eigentlich sehr positive Ergebnisse hatte: Die meisten Nutzer kamen mit der eingeschränkten Reichweite klar. Aber auch hier war die Miete des Stromers, der kaum mehr Platz für Gepäck bot, erstaunlich hoch.

Und dann wäre da noch das furchtbare Gerede von technischen Problemen, davon, dass man erst warten müsse, bis die Batteriechemie optimiert ist oder Lithium-Ionen-Akkus keinesfalls mehr in Brand geraten dürften. Auch das kommt mir immer häufiger als lahme Ausrede vor. Muss man mit einem Stromer 500 Kilometer fahren? Oder würden 50 bis 60 km Reichweite nicht völlig ausreichen, wenn man dadurch Platz und Gewicht spart? Und dann wäre da noch die fehlende Förderung: Während man in anderen Ländern wie den USA einige Tausender für Hybriden oder Stromer bekommt, hält sich die Bundesregierung weiterhin zurück. Weil deutsche Firmen bei der Technik hinterherhinken? Gut möglich.

Es gibt da einen wunderbaren Film namens "Who killed the Electric Car?", der verdeutlicht, wie die Industrie Alibiprojekte immer wieder anfeuert, um sie dann nach ein paar Jahren wieder zu begraben. Zwischen 1996 und 1999 produzierte der General Motors-Konzern ein ganz besonderes Fahrzeug: Das "EV1", was für "Electric Vehicle Number One" stand. Ingenieure wie Management waren anfangs so stolz auf den kompakten Zweisitzer, dass sie ihm das erste Mal in der Unternehmensgeschichte kein Logo einer Tochterfirma, sondern den stolzen Konzernnamen GM auf den Kofferraumdeckel nieten ließen. 120 Kilometer weit kam das Fahrzeug, eine Kleinserie mit über 1000 Stück begeisterte die Besitzer. Und was geschah? Nachdem das kalifornische Anti-Emissions-Gesetz, das die Entwicklung angeheizt hatte, beerdigt worden war, verschrottete GM auch seine EV1s.

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9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.09.2010, 18:11 UhrAnonymer Benutzer: Dipl.-Ing. Horst-Peter Dose

    Wir können ab sofort Elektroautos zu vernünftigen Preisen liefern. Diese Car´s kommen aus Spanien mit EG-Zulassung. Es gibt zwei
    Fahrzeugtypen - beide als 2 Sitzer - einmal als Pick-Up mit einer
    Hart-PVC - Abdeckung für die kleine Ladefläche. Es ist eine ideales
    Fahrzeug für Kommunen bzw. Hausverwaltungen, da es sich zur Mitnahme von z.b. Rasenmäher usw. eignet. Die Laufleistung mit
    einer batterieladung beträgt ca. 180 km bei einer Geschwindigkeit
    im Mittel von ca. 60 km. Max. Power ca. 100 km/h
    Fahrzeuggewicht ca. 900 kg. Garantie 2 Jahre. Einige Verschleiß-
    teile wie bremsbeläge, Sicherungen und Glühbirnen werden bei
    der Auslieferung mitgeliefert.
    PREiS: incl. MwSt. 23.100,--€ + 650,--€ Überführung !!!
    Das zweite Model ist der 2-Sitzer ( Fast wie der Smart )
    incl. Ledersitze, Heizung, CD-Radio. Fahrzeuggewicht. 760 kg.
    Sonst identische Leistungsdaten - natürlich etwas spritziger durch
    das geringere Gewicht.
    PREiS: incl. MwSt. 23.600,--€ + 650,--€ Überführung !!!
    Für Fachhändler/Vertragshändler gibt es sehr interessante Margen.
    MfG
    Dose

  • 23.03.2010, 22:26 UhrAnonymer Benutzer: Stromer

    ich bin ein Stromer und liebe das Fahren mit Kupplung und Gangschaltung. Ein E-Auto wäre nicht mein Ding. Aber es ist gut wenn es viele Menschen gibt die sich ein E-Auto kaufen damit die benzinpreise wieder fallen. Die Autoindustrie hat doch langfristig gar kein interesse daran.

  • 23.03.2010, 11:21 UhrAnonymer Benutzer: Realo

    Der benzinpreis schwankt in D. deshalb so stark, weil starker Wettbewerb herrscht. in einigen europ. Ländern ist das anders. Dort ist der benzinpreis stabiler, stabil hoch. Denn zieht man in den europ. Vergleichsländern jeweils die Steuern und Abgaben vom benzin-Verkaufspreis ab, dann gehört D. zu den Ländern mit dem niedrigsten benzin-basispreis.

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