VW-Abgas-Skandal: VW und Audi müssen Preise zurückgeben

VW-Abgas-Skandal: VW und Audi müssen Preise zurückgeben

, aktualisiert 30. September 2015, 19:38 Uhr

Der VW-Konzern steht im Abgasskandal vor einem Milliardenschaden. Porsche benennt Blume als neuen Chef. VW und Audi müssen Preise zurückgeben. Die Nachrichten im Überblick.

+++ Porsche-Sprecher Bode wird neuer Kommunikationschef bei VW+++

Volkswagen bekommt einen neuen Kommunikationschef: Der bisherige Porsche-Sprecher Hans-Gerd Bode wird Nachfolger des bisherigen Leiters der VW-Konzernkommunikation, Stephan Grühsem. Das teilte VW am Mittwochabend offiziell mit.

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Grühsem hatte den Posten seit dem Amtsantritt Martin Winterkorns als VW-Chef 2007 inne und gilt als enger Vertrauter von Winterkorn. Bode wiederum gilt als enger Vertrauter des neuen VW-Chefs Matthias Müller. Bode (54) war vor seinem Wechsel zu Porsche bereits als VW-Sprecher tätig. Müller bezeichnete Bode als „ausgezeichneten Kenner des Konzerns und der Branche“.

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Auf das Dieselgate folgt der Winterkorn-Rücktritt: Wie das System Volkswagen über Jahre funktionierte, welche Rolle die USA spielen und wie Deutschlands größter Autobauer sich neu erfinden muss.

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+++ Italiener klagen gegen VW+++

Jetzt gibt es auch eine Klage in Italien. Der Umweltdachverband Codacons teilte mit, dass er sie bei einem Gericht in Venedig eingereicht habe. Dieses sei zuständig, weil die Volkswagen Group Italia S.P.A. ihren Sitz in Verona, also in der Region Venetien, habe. Am 11. Februar 2016 müsse das Unternehmen vor den Richtern erscheinen, um auf die Wiedergutmachungsanträge der Umweltschützer zu antworten. Alle Eigentümer von Fahrzeugen, die von dem Skandal betroffen seien, könnten sich der Klage anschließen. Das Mailänder Wirtschaftsfachblatt „Milano Finanza“ hatte zuerst darüber berichtet.

+++ VW und Audi müssen Preise zurückgeben+++

Die deutschen Autobauer Volkswagen und Audi müssen wegen der Abgas-Affäre Preise für besonders umweltfreundliche Diesel-Modelle in den USA zurückgeben. Erstmals in der jahrzehntelangen Geschichte der Preisverleihungen des „Green Car Journal“ seien Auszeichnungen aberkannt worden, teilte das Fachblatt mit. Nachdem VW und Audi zugegeben hatten, mit einem Software-Trick den Abgas-Ausstoß von Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben, sei die Entscheidung angemessen, sagte Herausgeber Ron Cogan. Damit sind die „Green Car of the Year awards“ für den VW Jetta TDI und den Audi A3 TDI von 2009 und 2010 gestrichen. Die Unternehmen stimmten der Rückgabe der Preise zu.

Der VW-Abgas-Skandal im Überblick

  • 18. September

    Die US-Umweltbehörde EPA teilt in Washington mit, Volkswagen habe eine spezielle Software eingesetzt, um die Messung des Schadstoffausstoßes bei Abgastests zu manipulieren. In den Tagen darauf wird klar, dass weltweit Fahrzeuge von VW und der Töchter betroffen sind – darunter auch Audi und Porsche. Die VW-Aktie bricht ein.  

  • 23. September

    VW-Chef Martin Winterkorn tritt nach einer Krisensitzung der obersten Aufseher zurück. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen VW. Anlass dafür seien auch eingegangene Strafanzeigen von Bürgern, heißt es.

  • 24. September

    Der VW-Aufsichtsrat tagt. Nach langer Sitzung beruft das Gremium Porsche-Chef Matthias Müller zum neuen Konzernchef und trifft einige weitere Personal- und Strukturentscheidungen. Verantwortliche Motorenentwickler werden beurlaubt.

  • 28. September

    Nach mehreren Strafanzeigen startet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsvorwürfen. Entgegen einer ersten Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Braunschweig gibt es keine Ermittlungen gegen Ex-Chef Martin Winterkorn persönlich.

  • 1. Oktober

    Das Aufsichtsrats-Präsidium beschließt, Hans Dieter Pötsch per registergerichtlichen Anordnung in den Aufsichtsrat zu berufen. Das ist möglich, weil mehr als 25 Prozent der Aktionäre Pötsch favorisiert haben. Die Familien Porsche und Piëch, die Pötsch gegen die Bedenken des Landes Niedersachsens und der Arbeitnehmer durchgesetzt haben, halten über die Porsche SE rund 52 Prozent der VW-Anteile. Julia Kuhn-Piëch, die erst dieses Jahr nach dem Rücktritt von Ferdinand und Ursula Piëch in das Kontrollgremium aufgerückt war, verlässt den Aufsichtsrat wieder.

  • 6. Oktober

    Es ist klar, dass die betroffenen VW-Fahrzeuge in die Werkstatt müssen, damit die Schummel-Software verschwindet. Bei einigen Motorenwerden die Techniker selbst Hand anlegen müssen. Eine Rückruf-Aktion, so wird es am nächsten Tag bekannt werden, soll 2016 starten. Die geschäftlichen und finanziellen Folgender Krise sind nicht absehbar. Die Kosten der Abgas-Affäre werden jedoch enorm sein. Der neue Chef muss sparen: "Deshalbstellen wir jetzt alle geplantenInvestitionen nochmal auf denPrüfstand", kündigt Müller an.

  • 15. Oktober

    Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware an. In ganz Europa müssen 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen in die Werkstatt. VW hatte eine freiwillige Lösung angestrebt.

  • 28. Oktober

    Der Skandal beschert dem Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust. Vor Zinsen und Steuern beläuft sich das Minus auf rund 3,5 Milliarden Euro.

  • 3. November

    Der Skandal erreicht eine neue Dimension. VW muss - nach weiteren Ermittlungen der US-Behörden - einräumen, dass es auch Unregelmäßigkeiten beim Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) gibt. Rund 800.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein. Die VW-Aktie geht erneut auf Talfahrt.

  • 20. November

    Der Diesel-Skandal in den USA weitet sich aus. Erneut. Es seien mehr Drei-Liter-Diesel der Marken Volkswagen und Audi betroffen, als bislang angenommen, erklärt die US-Umweltbehörde EPA. Die Autobauer bestreiten dies zunächst. Wenige Tage später, am 24. November, müssen sie allerdings  einräumen, ein sogenanntes „Defeat Device“ nicht offengelegt zu haben. Die Software gilt in den USA als illegal.

    Die Auswirkungen des Skandal zwingen VW zudem zum Sparen: VW fährt die Investitionen für das kommende Jahr runter. 2016 sollen die Sachinvestitionen um eine Milliarde Euro verringert werden. „Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht“, sagt VW-Chef Müller. Weitere Ausgaben bleiben auf dem Prüfstand.

  • 24. November

    Neuer Ärger für Volkswagen: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt nun auch wegen mögliche Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit falschen CO2-Angaben. Die könnten dazu geführt haben, dass zu wenig Kfz-Steuer gezahlt wurde.

  • 25. November

    Zumindest etwas Positives für die Wolfsburger: Zur Nachrüstung der millionenfach manipulierten Dieselmotoren mit 1,6 Litern Hubraum in Europa reicht nach Angaben von Volkswagen ein zusätzliches, wenige Euro teures Bauteil aus. Bei den 2,0-Liter-Motoren genügt ein Software-Update. Das Kraftfahrtbundesamt genehmigt die Maßnahmen. Auch wenn VW keine Angaben zu den Kosten macht – es hätte schlimmer kommen können.

+++ Frankreich erwägt, Rückzahlungen zu fordern+++

Die französische Regierung erwägt nach dem Diesel-Skandal bei Volkswagen, eine Rückzahlung öffentlicher Förderung zu fordern. Wenn der Verkauf angeblich sauberer Fahrzeuge mit Fördergeldern zusammenhänge, „dann müssen diese öffentlichen Hilfen zurückgezahlt werden“, sagte Umweltministerin Ségolène Royal in Paris dem französischen Fernsehsender BFMTV. Nähere Angaben zur möglichen Höhe von Forderungen machte Royal nicht. In Frankreich sind rund eine Millionen Fahrzeuge betroffen.

+++Manipulation betrifft 1,2 Millionen Fahrzeuge in Großbritannien+++

Der Skandal um gefälschte Abgas-Werte beim Volkswagen-Konzern betrifft in Großbritannien fast 1,2 Millionen Fahrzeuge. Mit gut 508.276 sind die meisten Personenwagen der Marke VW, wie das Unternehmen im englischen Milton Keynes mitteilte. 393.450 Autos sind von VW-Tochter Audi, knapp 76.773 von Seat und rund 131.569 von Skoda. Dazu kommen knapp 79.838 Nutzfahrzeuge von VW. Die Seriennummern würden den Händlern in den kommenden Tagen mitgeteilt, hieß es weiter. Kunden sollen über einen Service auch selbst prüfen können, ob ihr Auto betroffen ist.

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