VW: Berthold Huber bleibt bis Jahresende Aufsichtsratschef

VW: Berthold Huber bleibt bis Jahresende Aufsichtsratschef

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Der Vorstandsvorsitzende Winterkorn (links) und Interims-Aufsichtsratschef Huber auf der VW-Hauptversammlung im Mai.

Volkswagen sucht weiter nach einem Top-Manager, der die Lücke von Ferdinand Piëch im Aufsichtsrat ausfüllen kann – bislang erfolgslos. Deshalb bleibt der Interims-Vorsitzende Berthold Huber länger als geplant.

Der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber bleibt einem Zeitungsbericht zufolge länger als geplant Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen. Mindestens bis zum Jahresende werde Huber das oberste Kontrollgremium von Europas größtem Autobauer kommissarisch weiterführen, berichtete "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Unternehmenskreise. VW lehnte eine Stellungnahme ab.

Piëch war Ende April nach einem verlorenen Machtkampf gegen Vorstandschef Martin Winterkorn von seinem Amt an der Spitze des Kontrollgremiums zurückgetreten. Huber sollte nur wenige Monate auf dem Chefaufseher-Posten bleiben, bis ein neuer Topmanager gefunden ist.

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Lange gelang es den Familien Porsche und Piëch, ihre Macht bei VW zu erhalten. Mit dem Rücktritt von Ferdinand Piëch reiht sich die Familie in die Gruppe der Autoclans, die an unterschiedlichen Meinungen zerbrechen.

Quelle: dpa

Die Suche nach einem Top-Manager, der die Lücke von Piëch ausfüllen könne, sei bislang erfolglos geblieben, berichtete die Zeitung weiter. Den Familien Porsche und Piëch gehört die Mehrheit der VW-Anteile. Der Sprecher der Porsche-Familie, Wolfgang Porsche, der bereits im Aufsichtsrat sitzt, hätte wohl den ersten Zugriff auf den Chefposten gehabt.

Doch der Zeitung zufolge teilte er kürzlich den Eigentümer-Familien mit, dass er nicht für das Amt zur Verfügung stehe. Nach der Absage gelte sein Neffe Ferdinand Oliver Porsche als Kandidat. Als weiterer Anwärter wird Vorstandschef Martin Winterkorn gehandelt.

Die neue VW-Konzernstruktur

  • Konzernvorstand

    Bestehend aus dem Vorstandschef, einem Finanzvorstand, Einkaufsvorstand und Personalvorstand. Das achtköpfige Gremium komplettieren die Vorstände der vier Marken-Holdings.

  • Volkswagen

    Die Marken Volkswagen, Skoda und Seat werden in eine Gruppe zusammengefasst. Geleitet wird sie von Herbert Diess, der von BMW kommt. Auf Holding-Ebene wird es weitere Bereichs-Vorstände geben, zum Beispiel für Forschung, Entwicklung und Vertrieb.

  • Nutzfahrzeuge

    Bereits bekannt war, dass VW seine Lkw-Marken Scania, MAN und VW Nutzfahrzeuge in einer Holding unter dem ehemaligen Daimler-Manager Andreas Renschler bündeln wird.

  • Porsche

    Porsche-Chef Matthias Müller, seit kurzem auch Mitglied des aktuellen Konzernvorstands, soll auch die Verantwortung über die Luxusmarken Bugatti und Bentley übernehmen.

  • Audi

    Bei Audi soll sich nichts ändern: Die Ingolstädter haben bereits heute die Kontrolle über den Sportwagenbauer Lamborghini und die Motorradmarke Ducati. Das soll auch so bleiben.

Der mächtige Betriebsratschef Bernd Osterloh soll laut "Süddeutscher Zeitung" nicht in das Konzernmanagement wechseln. In der Arbeitnehmervertretung gebe es die vorherrschende Meinung, der 58-Jährige sei zurzeit im Betriebsrat besser aufgehoben als im Top-Management des Autobauers, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Wolfsburger Betriebsratskreise.

Seit Monaten gibt es Gerüchte, wonach der Gewerkschafter Ende des Jahres den amtierenden VW-Personalvorstand Horst Neumann ablösen könnte, der dann in den Ruhestand geht.

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