VW-Deal: Porsche rechnet mit Milliardengewinn

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VW-Deal: Porsche rechnet mit Milliardengewinn

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VW wird voraussichtlich zum 1. August 2012 die übrigen 50,1 Prozent an Porsche übernehmen.

Der Verkauf an Volkswagen spült Porsche sieben Milliarden Euro in die Kassen der verschuldeten Muttergesellschaft des Sportwagenbauers.

Mit der nahenden Veräußerung des Porsche-Sportwagengeschäftes an VW holt die hoch verschuldete Porsche-Muttergesellschaft zum finanziellen Befreiungsschlag aus. Für das laufende Jahr rechnet sie mit einem satten Milliardengewinn. Durch den Komplettverkauf des Porsche-Sportwagengeschäfts ergebe sich im Konzernabschluss ein einmaliger positiver Ergebniseffekt von bis zu sieben Milliarden Euro, wie die Porsche Automobil Holding SE mitteilte. Das Unternehmen erwartet daher einen Jahresgewinn „im hohen einstelligen Milliarden-Eurobereich“.

Mit VW kam die Porsche Holding Anfang Juli überein, dass die Wolfsburger bereits zum 1. August die Automarke Porsche einschließlich Schulden ganz schlucken. Mit dem anstehenden Mittelzufluss von knapp 4,5 Milliarden Euro will die noch mit 1,45 Milliarden Euro in der Kreide stehende Dachgesellschaft ihre Verbindlichkeiten tilgen und in neue Geschäftsfelder investieren. Die enge Verflechtung zwischen der Porsche Holding und VW ist das Ergebnis des missglückten Übernahmeversuchs von VW durch die Holding vor drei Jahren.

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Um die damals hochverschuldete und von den Familien Piech und Porsche kontrollierte Dachgesellschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren, kauften die Wolfsburger den Stuttgartern knapp die Hälfte des Autogeschäfts ab, das in der Porsche AG gebündelt ist. Zugleich wurden wechselseitige Kauf- und Verkaufsoptionen auf die restlichen Anteile vereinbart, die erstmals zum Ende dieses Jahres gezogen werden konnten, aber bis 2014 hohe Steuerzahlungen nach sich gezogen hätten.

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Solange wollten die beiden Unternehmen zuletzt nicht mehr warten und die Früchte einer engeren Zusammenarbeit im operativen Geschäft schneller ernten. Daher schlüpft die Automarke Porsche nun bereits im August als zwölfte Konzernmarke ganz bei VW unter. Mit Hilfe eines von findigen Juristen im Umwandlungssteuerrecht entdeckten Schlupflochs sparen die Unternehmen zudem die Steuerzahlungen: Der Schulterschluss wird als Umstrukturierung abgewickelt. Die Konstruktion der Kauf- und Verkaufsoption im Krisenjahr 2009 hat der Porsche Holding insgesamt Buchverluste von mehreren Milliarden Euro eingebracht, VW bescherte sie im Gegenzug hohe Buchgewinne.

In den ersten sechs Monaten des Jahres hatte die Porsche SE bereits gut verdient - Bilanzierungsvorschriften schmälerten den Gewinn aber erheblich. Unter dem Strich blieben 1,15 Milliarden Euro - nach 149 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auf das Ergebnis drückten aufs Neue die gegenseitig mit VW eingeräumten Kaufrechte für den zweiten Teil des reinen Porsche-Sportwagengeschäftes aus der Porsche AG, die mit einem Minus von 1,38 Milliarden Euro zu Buche schlugen.

Diese Werte müssen nach internationalen Bilanzvorschriften regelmäßig neu bewertet werden - für VW ist das positiv, für die Porsche SE negativ. Es handelt sich dabei um buchhalterische Effekte. Es heißt nicht, dass bei der Porsche SE bares Geld verbrennt.

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