
Mit der nahenden Veräußerung des Porsche-Sportwagengeschäftes an VW holt die hoch verschuldete Porsche-Muttergesellschaft zum finanziellen Befreiungsschlag aus. Für das laufende Jahr rechnet sie mit einem satten Milliardengewinn. Durch den Komplettverkauf des Porsche-Sportwagengeschäfts ergebe sich im Konzernabschluss ein einmaliger positiver Ergebniseffekt von bis zu sieben Milliarden Euro, wie die Porsche Automobil Holding SE mitteilte. Das Unternehmen erwartet daher einen Jahresgewinn „im hohen einstelligen Milliarden-Eurobereich“.
Mit VW kam die Porsche Holding Anfang Juli überein, dass die Wolfsburger bereits zum 1. August die Automarke Porsche einschließlich Schulden ganz schlucken. Mit dem anstehenden Mittelzufluss von knapp 4,5 Milliarden Euro will die noch mit 1,45 Milliarden Euro in der Kreide stehende Dachgesellschaft ihre Verbindlichkeiten tilgen und in neue Geschäftsfelder investieren. Die enge Verflechtung zwischen der Porsche Holding und VW ist das Ergebnis des missglückten Übernahmeversuchs von VW durch die Holding vor drei Jahren.
Um die damals hochverschuldete und von den Familien Piech und Porsche kontrollierte Dachgesellschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren, kauften die Wolfsburger den Stuttgartern knapp die Hälfte des Autogeschäfts ab, das in der Porsche AG gebündelt ist. Zugleich wurden wechselseitige Kauf- und Verkaufsoptionen auf die restlichen Anteile vereinbart, die erstmals zum Ende dieses Jahres gezogen werden konnten, aber bis 2014 hohe Steuerzahlungen nach sich gezogen hätten.
Bild: dapdBMW
Im ersten Halbjahr legte BMW beim Umsatz um 8 Prozent zu auf insgesamt 33,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag bei 3,9 Milliarden - ein Minus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (4,1 Milliarden). Die Ebit-Marge im Segment Automobile liegt damit bei 11,6 Prozent. In Europa blieben die Zahlen annähernd stabil. Laut Branchenverband ACEA büßte die Gruppe beim Absatz in Europa ein Prozent ein, die Marke BMW an sich verlor 0,8 Prozent in Europa, Mini 1,6 Prozent. Allerdings ging es - zumindest für Mini - im Monat Juni schon wieder leicht bergauf, nämlich um 0,9 Prozent. BMW-Chef Reithofer ist zuversichtlich: „Wir sind auf dem besten Weg, im Gesamtjahr einen neuen Absatzrekord zu erzielen.“
Bild: dapdAudi
Bei der VW-Tochter Audi brummt das Geschäft. In Westeuropa wurden in den ersten sechs Monaten 4,7 Prozent mehr Audis verkauft als im Vorjahr, in der gesamten EU waren es + 4,5 Prozent. Das operative Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf fast 2,9 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 16 Prozent auf gut 25 Milliarden Euro. Den Absatz steigerte Audi in den ersten sechs Monaten des Jahres um 12 Prozent auf 733.237 Fahrzeuge. Die Ingolstädter peilen für das Gesamtjahr einen Rekordabsatz von 1,4 Millionen Autos an. Audi steigerte seine Auslieferungen im ersten Halbjahr in China um 37,8 Prozent auf , in den USA um 16,5 Prozent. In Deutschland stieg der Absatz um 7,3 Prozent.
Bild: dpaPSA Peugeot Citroen
Bei den Franzosen ist kein Ende der Absatzkrise in Sicht. Der zweitgrößte europäische Autokonzern entlässt mindestens 8000 Mitarbeiter. Laut den neuesten Plänen sollen bis 2015 rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlich eingespart werden, darunter 600 Millionen aus den jüngsten Personalkürzungen. Die Auslastung der PSA-Fabriken liegt nach Firmenangaben nur noch bei 76 Prozent. Im ersten Halbjahr setzte der Hersteller noch 1,6 Millionen Autos ab und fährt damit in die Verlustzone. Nach Angaben des Branchenverbands ACEA sind zwischen Januar und Juni in Europa 15,2 Prozent Peugeots weniger zugelassen worden, als im ersten Halbjahr 2011. Bei der Schwestermarke Citroen waren es - 12,2 Prozent.
Damit stellt sich PSA noch schlechter als Opel. Die größten Absatzmärkte des Autobauers sind die Problemländer Spanien, Frankreich und Italien. Dementsprechend schlecht stehen die Chancen von PSA, die Zahlen in naher Zukunft zu verbessern.
Etwas besser geht es dem französischen Wettbewerber,…
Bild: dpaOpel
Im ersten Halbjahr 2012 sank die Zahl der Opel-Neuzulassungen laut Kraftfahrt-Bundesamt um 9,3 Prozent. Das ist wahrlich kein gutes Ergebnis, doch es gibt Autobauer, die noch mehr unter der europäischen Absatzkrise leiden.
Der europäische Automobilhersteller-Verband (ACEA) weist für die Monate Januar bis Juni für Opel folgende Entwicklungen bei neu zugelassenen Pkws aus:
Gesamteuropa: - 15 Prozent
Westeuropa: - 15,1 ProzentDagegen haben sich die Absatzzahlen von Chevrolet, ebenfalls einer GM-Marke, deutlich verbessert: Allein im Juni stiegen die Verkäufe um 14,9 Prozent. Aufs gesamte erste Halbjahr gesehen waren es 11,9 Prozent mehr verkaufte Autos in Westeuropa.
Bild: REUTERSRenault
…allerdings sehen die Zahlen bei Renault auch nicht berauschend aus. 1,33 Millionen Autos rollten in den ersten sechs Monaten von den Bändern. Für die gesamte Renault-Gruppe ging es in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 auf dem europäischen Markt um 17,1 Prozent nach unten. Bei Renault an sich gingen die Verkäufe um 19,6 Prozent zurück, Dacia büßte 5,9 Prozent ein. Auf dem westeuropäischen Markt onnte sich Renault nur minimal besser verkaufen: dort war es ein Minus von 19,3 Prozent.
Die Krise der französischen Autobauer ist auch ein Thema für die Politik. Renault hatte unlängst eine neue Abwrackprämie gefordert. Die kann sich der französische Staat aber angesichts der europäischen Schuldenkrise kaum leisten. Und auch die Konkurrenz hält nichts von dem Vorschlag. Peugeot lehnte kürzlich eine neue Abwrackprämie als "künstliche" Hilfe ab.
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Nach den Zahlen von ACEA brachen die Neuzulassungen der Fiat-Gruppe in der EU im ersten Halbjahr 2012 um 17,1 Prozent ein. Die Marke Fiat verlor in der EU 17,9 Prozent. Am schlimmsten hat es Alfa Romeo getroffen: 31,2 Prozent geht es nach unten. Nur der Marke Jeep geht es gut. Sie konnte ihre Absatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 35,9 Prozent steigern.
Der Autobauer leidet unter massiven Überkapazitäten. Es droht die Schließung eines Werks in Sizilien. Fiat-Chef Sergio Marchionne hat seine Investitionen in Europa um 500 Millionen Euro gekürzt und will die Einführung neuer Modelle in Europa verschieben. Laut Gewerkschaftern schickt Fiat 5000 Mitarbeiter der Konzernzentrale in Turin von Ende Juli an für zwei Wochen nach Hause.
Bei der Konzernmarke Chrysler sieht es deutlich besser aus....
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Steigende Absätze in den USA und Kanada haben Chrysler im zweiten Quartal einen Gewinn von 436 Millionen Dollar (353,8 Millionen Euro) beschert. Im Vorjahresquartal war es noch ein Verlust von 370 Millionen Dollar - wenngleich dieser vor allem auf die Rückzahlung staatlicher Rettungskredite zurückzuführen war. Der Umsatz stieg in den Monaten April bis Juni 2012 um 23 Prozent auf 16,8 Milliarden Dollar (13,6 Milliarden Euro). Während Allianzpartner Fiat in Europa schwere Verluste hinnehmen muss und viele Autobauer mit sinkenden Absatzzahlen auch in China und Südamerika zu kämpfen hatten, ist Chrysler auf diesen Märkten kaum aktiv. Das Unternehmen erzielt 75 Prozent seines Umsatzes in den USA und weitere 12 Prozent in Kanada. In beiden Ländern ist der Automarkt seit drei Jahren im Aufwind. Für das Gesamtjahr rechnet Chrysler weiterhin mit einem Gewinn von etwa 1,5 Milliarden Dollar (1,22 Milliarden Euro).
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Zwar blieben die Autos der Schwaben in den USA und Asien heiß begehrt, auf dem wichtigen westeuropäischen Absatzmarkt waren die Zuwächse aber gering. Zwar verkaufte die Daimler-Gruppe in Westeuropa 2,1 Prozent mehr Autos der Marke Mercedes (in der gesamten EU waren es 1,1 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011), dafür ruiniert die Marke Smart das Gesamtergebnis. Smart verlor in Westeuropa 9,3 Prozent und in der gesamten EU 9,2 Prozent. Europaweit entstehen Daimler dadurch um 0,2 Prozent schlechtere Absatzzahlen, als im Vorjahr. Nur auf Westeuropa bezogen, erreicht die Gruppe ein leichtes Plus von 0,6 Prozent.
Vertriebschef Joachim Schmidt bleibt trotz der schlechteren Zahlen optimistisch: „Wir sind trotz schwierigem Marktumfeld in Südeuropa weiter auf Rekordkurs.“
Bild: dpaVW
Auch bei der Volkswagen-Gruppe schwächelt der Absatz in Europa ein wenig. Die gesamte Gruppe verlor in der Zeit von Januar bis Juni 2012 im Vergleich zum Vorjahr 1,5 Prozent, in Westeuropa waren es -1,4 Prozent. Skoda und Audi bewahren die Gruppe vor noch schlimmeren Verlusten. Sorgenkind Seat beispielsweise verlor 16,6 Prozent (bzw. 15,5 Prozent in Westeuropa). Laut ACEA verlor die Kernmarke VW in Westeuropa zwei und in der gesamten EU 2,2 Prozent.
"Das wirtschaftliche Umfeld vor allem in Westeuropa bleibt angespannt und schwierig“, sagte VW-Vertriebs-Chef Christian Klingler.
BMW
Im ersten Halbjahr legte BMW beim Umsatz um 8 Prozent zu auf insgesamt 33,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag bei 3,9 Milliarden - ein Minus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (4,1 Milliarden). Die Ebit-Marge im Segment Automobile liegt damit bei 11,6 Prozent. In Europa blieben die Zahlen annähernd stabil. Laut Branchenverband ACEA büßte die Gruppe beim Absatz in Europa ein Prozent ein, die Marke BMW an sich verlor 0,8 Prozent in Europa, Mini 1,6 Prozent. Allerdings ging es - zumindest für Mini - im Monat Juni schon wieder leicht bergauf, nämlich um 0,9 Prozent. BMW-Chef Reithofer ist zuversichtlich: „Wir sind auf dem besten Weg, im Gesamtjahr einen neuen Absatzrekord zu erzielen.“
Solange wollten die beiden Unternehmen zuletzt nicht mehr warten und die Früchte einer engeren Zusammenarbeit im operativen Geschäft schneller ernten. Daher schlüpft die Automarke Porsche nun bereits im August als zwölfte Konzernmarke ganz bei VW unter. Mit Hilfe eines von findigen Juristen im Umwandlungssteuerrecht entdeckten Schlupflochs sparen die Unternehmen zudem die Steuerzahlungen: Der Schulterschluss wird als Umstrukturierung abgewickelt. Die Konstruktion der Kauf- und Verkaufsoption im Krisenjahr 2009 hat der Porsche Holding insgesamt Buchverluste von mehreren Milliarden Euro eingebracht, VW bescherte sie im Gegenzug hohe Buchgewinne.
In den ersten sechs Monaten des Jahres hatte die Porsche SE bereits gut verdient - Bilanzierungsvorschriften schmälerten den Gewinn aber erheblich. Unter dem Strich blieben 1,15 Milliarden Euro - nach 149 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auf das Ergebnis drückten aufs Neue die gegenseitig mit VW eingeräumten Kaufrechte für den zweiten Teil des reinen Porsche-Sportwagengeschäftes aus der Porsche AG, die mit einem Minus von 1,38 Milliarden Euro zu Buche schlugen.
Diese Werte müssen nach internationalen Bilanzvorschriften regelmäßig neu bewertet werden - für VW ist das positiv, für die Porsche SE negativ. Es handelt sich dabei um buchhalterische Effekte. Es heißt nicht, dass bei der Porsche SE bares Geld verbrennt.
























