VW im Visier: Gegenangriff aus Toyota-Stadt

VW im Visier: Gegenangriff aus Toyota-Stadt

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Neue Toyota-Fahrzeuge werden künftig erstmals länderübergreifend entwickelt sowie hypereffizient und sparsam gefertigt.

von Martin Fritz

Das neue Produktionssystem von Herausforderer Volkswagen wird von Branchenführer Toyota aufmerksam verfolgt. Auch der japanische Autobauer will seine global aufgestellte Produktion komplett auf ein neues System umzustellen.

Vor allem in der Fertigung sieht Toyota noch erhebliche Entwicklungspotenzial, wie die erste hypereffiziente Billigfabrik im heimischen Japan beweist. Schließlich ist Toyota nie zufrieden mit sich selbst, so wie es sein Managementprinzip der "stetigen Verbesserung" (Kaizen) verlangt. Für dieses Ziel hat Toyota eine „180-Grad-Wende“, so ein hoher Manager, in seiner Entwicklungs- und Produktionsstrategie vollzogen: Statt möglichst schnell so viele Fahrzeuge wie möglich zu produzieren, werden Entwicklung und Produktion so flexibilisiert, dass der Konzern auch bei plötzlichen Marktveränderungen weiter Geld verdienen kann.

Konkret bedeutet dies: Neue Fahrzeuge werden künftig erstmals länderübergreifend entwickelt sowie hypereffizient und sparsam gefertigt. So will der weltgrößte Autobauer seine Spitzenposition gegen den stürmischen Angreifer aus Deutschland verteidigen.

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Quelle: dpa

Noch sind die Umrisse der im Frühjahr angekündigten "Neuen Globalen Architektur" schwammig. Im Kern organisiert Toyota seine Entwicklung jedoch grundlegend um. In der Konzernzentrale in Toyota-Stadt hat man erkannt, dass sich Autos allein über die Tugenden Qualität und Zuverlässigkeit nicht mehr verkaufen lassen. Auf diesen Feldern haben die Wettbewerber massiv aufgeholt, so dass Toyota mit seinen Autos auch das Herz der Käufer bewegen muss. Daher soll das Design der neue Ausgangspunkt für die Entwicklung sein.

"Zuerst müssen wir Fahrwerk und Karosserie verbessern", begründete der langjährige Entwicklungsvorstand und heutige Vize-Chairman Takeshi Uchiyamada die neue Herangehensweise. Der Schwerpunkt der Fahrzeuge wird tiefer gelegt. Das erlaubt ein emotionaleres Design und ein direkteres, sportlicheres Handling.

Die dafür notwendigen neuen Plattformen will Toyota jeweils für drei Länderzonen mit ähnlichem Designgeschmack und Technikanforderungen entwickeln. Die gleichen Fahrzeuge soll es jeweils für Nordamerika und China, Japan und Europa sowie die Schwellenländer geben. Nur die Modelle der Luxusmarke Lexus bleiben weltweit identisch.

Entwickelt werden die Fahrzeuge in nur noch drei Gruppen:

- Kompakte Sportwagen mit Hinterradantrieb (wie der neue Flitzer GT 86),
- Massenmodelle (wie Corolla, Camry) einschließlich Öko-Wagen (Prius) sowie
- "nützliche" Fahrzeuge (Vans, Taxen, Kleinlaster).

Den Anfang machen drei Plattformen für Massenmodelle mit einem Gesamtvolumen von fünf Millionen Stück.

Anders als bei Volkswagen ist dieser Strategiewechsel nicht primär über die Kosten definiert. "Die neue Architektur dient in erster Linie nicht der Kostenreduktion durch Standardisierung", betonte der oberste Produktplanungschef Mitsuhisa Kato gegenüber der WirtschaftsWoche. Es gehe um die effektivere Nutzung der Entwicklungsressourcen. So erhalten die Chefingenieure mehr Macht, weil sie dem Kunden am nächsten sind. Sie berichten künftig direkt an den Vorstand und verantworten den gesamten Entwicklungsprozess selbst. Eine verbesserte Datenauswertung verschafft ihren Teams dreißig Prozent mehr Luft, um die vermehrte Aufgabenvielfalt zu bewältigen.

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