VW: Wie Hinrich Woebcken VW in den USA zum Erfolg führen soll

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VW in den USA: Die schwierige Mission des neuen Nordamerika-Chefs

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Hinrich Woebcken soll als neuer Nordamerika-Chef VW in den USA zum Erfolg führen.

von Stefan Grundhoff, Rebecca Eisert und Martin Seiwert

Nach dem Dieselskandal soll Hinrich Woebcken Volkswagen in den USA in die Spur führen. Wer ist der Mann, der neben VW-Chef Matthias Müller den derzeit wohl schwierigsten Job der Autoindustrie hat?

Ruhig rollt der Siebensitzer durch den morgendlichen Berufsverkehr von Chattanooga in Tennessee. Schwarze Matten verbergen Front und Heck des neuen Modells. Seine offizielle Weltpremiere erlebt das 5,04 Meter lange Gefährt erst im Oktober in Los Angeles. Ab dann soll die Geländelimousine das auf den amerikanischen Geschmack abgestimmte Zugpferd werden, das Volkswagen seit Jahr und Tag fehlt.

Auf freier Strecke macht Hinrich Woebcken ein paar zackige Lenkbewegungen, steuert nach links, nach rechts, dann wieder nach links. Er nickt zufrieden und biegt schließlich auf den Parkplatz des VW-Werks ein. Der Wagen läuft rund. Wenigstens der.

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Ansonsten hat der 56-jährige Bayer wahrlich genug Grund zur Sorge. Seit gut einem halben Jahr steht er an der Spitze des US-Geschäfts von VW – derzeit nicht unbedingt der begehrteste Job der Autobranche. VW hat sich in den USA schon immer schwergetan. Seit US-Behörden vor knapp einem Jahr die Manipulation von Abgaswerten bei Dieselfahrzeugen öffentlich machten, geht es vom ohnehin bescheidenen Niveau scheinbar ungebremst weiter bergab. Politiker schimpfen, Anwälte fordern Milliarden, Kunden kaufen andere Marken. Woebcken soll all das in den Griff bekommen.

Marktanteile der Autohersteller in den USA

  • Drei Prozent Marktanteil

    Drei Prozent Marktanteil haben in den USA sowohl Subaru wie auch VW.

    Die Zahlen beziehen sich auf Juli 2016.

    Quelle: Kelley Blue Book Automotive Insights

  • Sieben Prozent Marktanteil

    Sieben Prozent Marktanteil entfallen auf "Sonstige".

  • Neun Prozent Marktanteil

    Hyundai-Kia kommen auf neun Prozent Marktanteil. Ebenfalls neun Prozent vom Kuchen holt sich Nissan.

  • Zehn Prozent Marktanteil

    Zehn Prozent des Automarktes in den USA sind in der Hand von Honda.

  • Zwölf Prozent

    Zwölf Prozent der in den USA verkauften Wagen stammen von Fiat.

  • 14 Prozent Marktanteil

    Toyota kommt auf 14 Prozent Marktanteil.

  • 15 Prozent Marktanteil

    Ford hat in den USA einen Marktanteil von 15 Prozent.

  • 18 Prozent Marktanteil

    18 Prozent Marktanteil entfallen auf General Motors.

In drei Jahrzehnten in der Autobranche ist der Manager ganz schön herumgekommen, er war bei Knorr Bremse, bei Dürr, KrausMaffei und BMW. In der ersten Reihe stand er nie. Das hat sich nun geändert. „Es hat auch Vorteile, in einer schwierigen Lage anzufangen“, sagt Woebcken. „Wenn alles rosarot ist – was kommt dann?“

VW ist in den USA ein Nischenanbieter

Viel schlechter kann es jedenfalls kaum werden. In den Siebzigerjahren verkaufte VW in den USA noch knapp 600.000 Fahrzeuge im Jahr, doch das ist lange her. Seit Jahrzehnten bewegt sich der Autobauer mit zwischen 200.000 und 300.000 verkauften Autos und einem Marktanteil von um die drei Prozent in der Nische.

Mit seiner „Strategie 2018“ wollte Ex-VW-Chef Martin Winterkorn den Absatz binnen weniger Jahre auf 800.000 Fahrzeuge vervierfachen. Das war ohnehin äußerst ambitioniert, doch seit Bekanntwerden des Dieselskandals wäre selbst Stagnation ein Erfolg. Im laufenden Jahr verkaufte VW bisher satte 13 Prozent weniger Fahrzeuge als 2015. Die Aufklärung der Manipulation zieht sich, Strafen und Schadensersatzzahlungen in den USA dürften sich nach aktuellen Schätzungen auf rund 18 Milliarden Euro summieren. Zimperlich geht es dabei nicht zu. So musste sich Woebckens Vorgänger Michael Horn bei einer Anhörung von einem Abgeordneten fragen lassen, was er denn im Gefängnis lesen werde.

Gegen all die Tristesse setzt der neue US-Chef auf seine offene Art, Verhandlungsgeschick und ein Umdenken in der Konzernzentrale in Wolfsburg. „Man hat früher nicht immer darauf gehört, was die Anforderungen der einzelnen Märkte waren. Das ist jetzt anders“, erklärt er nüchtern.

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