VW-Machtkampf: Osterloh steht weiter zu Winterkorn

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VW-Machtkampf: Osterloh steht weiter zu Winterkorn

, aktualisiert 15. April 2015, 14:49 Uhr
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Martin Winterkorn fasst sich ins Jackett, während auf einer Videowand hinter ihm der Betriebsratsvorsitzende von VW, Bernd Osterloh, spricht.

Im Machtkampf beim Volkswagen-Konzern steht Betriebsratschef Bernd Osterloh laut Unternehmenskreisen weiter hinter Martin Winterkorn.

In der Machtprobe an der Volkswagen-Spitze kann Konzernchef Martin Winterkorn weiter auf die Rückendeckung der Arbeitnehmer setzen. Für den obersten Betriebsrat Bernd Osterloh habe seine Aussage vom vergangenen Freitag unverändert Bestand, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus seinem Umfeld. „Wenn es nach uns geht, wird sein (Winterkorns) Vertrag über 2016 hinaus verlängert“, hatte der Aufsichtsrats-Vize erklärt.

Damit steht sein Wort nach wie vor gegen das von VW-Patriarch Ferdinand Piëch, der am Freitag „auf Distanz zu Winterkorn“ gegangen war und seinem langjährigen Weggefährten damit das Vertrauen entzog. Medien spekulieren wegen des Bruchs bereits über einen raschen Abgang des bestbezahlten Dax-Managers Winterkorn.

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Zwar liest sich seine Bilanz als große Erfolgsgeschichte. „Wir haben mit Dr. Winterkorn den erfolgreichsten Automobilmanager an Bord. Gemeinsam mit ihm haben wir seit 2007 eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben“, sagte Osterloh am Freitag. Diese Aussage gilt laut seinem Umfeld weiterhin. Doch es mehren sich Baustellen und Kritikpunkte, die auch auf Winterkorn zurückfallen.

Osterloh nahm kein Blatt vor den Mund: Den VW-Auftritt in den USA bezeichnete er schon als „Katastrophenveranstaltung“. Auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt bekommt die Wolfsburger Kernmarke verglichen mit der Konkurrenz kein Bein auf den Boden, weltweit stagnieren die Verkaufszahlen derzeit. Außerdem fahren Golf, Passat und Co. gemessen am Umsatz nur schmale Gewinne ein - Winterkorn rief daher einen milliardenschweren Sparkurs aus.

Doch den Chefposten bei der Hausmarke Volkswagen Pkw, die er seit 2007 in Personalunion führt, gibt er zum Juli ab. Dann übernimmt der frühere BMW-Manager Herbert Diess, bekannt als Kostensenker. Nun dürfte Piëch mit seinen Aussagen auch einen späteren Wechsel Winterkorns an die Spitze des VW-Aufsichtsrats verbaut haben. Dabei galt dieser nächste Karrieresprung hin zum Piëch-Nachfolger bei Beobachtern schon als ausgemachte Sache.

„Das strategische Ziel ist sicherlich zu verhindern, dass Winterkorn der nächste VW-Patriarch wird“, sagt Piëch-Biograf Wolfgang Fürweger über die möglichen Ziele des 77-Jährigen. „Vielleicht vermisst Piëch bei Winterkorn die Fähigkeit, einen strategischen Weitblick in die Realität umsetzen zu können.“

Winterkorn hat sich vor allem einen Namen als Qualitäts-Fanatiker gemacht. Dagegen genießt Porsche-Chef Matthias Müller, der aktuell als heißester Nachfolge-Kandidat gehandelt wird, in der Branche den Ruf eines exzellenten Produktstrategen.

Aus Arbeitnehmerkreisen verlautete am Mittwoch, Osterloh halte intensiven Kontakt zu allen Protagonisten im Aufsichtsrat, darunter auch die Seiten der Piëchs und Porsches. Pläne für ein Treffen der Eigentümer-Familien wurden bislang nicht bekannt. Doch die Zeit drängt: Sonntag wird Winterkorn auf einer großen VW-Veranstaltung vor dem Beginn der Automesse in Shanghai erwartet. Am 5. Mai steigt die Hauptversammlung in Hannover - bis dahin müsse eine Lösung her, heißt es bei Aufsichtsrats-Insidern.

Piëch-Biograf Fürweger rechnet fest damit, dass der Patriarch den Rest des Clans am Ende überzeugen wird. „Was hätte die Porsche-Familie von einem internen Bruch - nur um einen hochbezahlten Manager zu schützen?“, sagt er.

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