VW: Piëch quengelt und drängelt

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VW: Piëch quengelt und drängelt

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Lamborghini Huracan: Eine VW-Rakete. Daneben gibt es Gutes, aber auch Altbekanntes von VW zu sehen. Ferdinand Piëch reicht das nicht.

von Franz W. Rother

Dem Patriarchen geht das Programm „Mach 18“, das Volkswagen bis 2018 an die Weltspitze führen soll, nicht schnell genug voran. Auf dem Autosalon in Genf deutet er weitere Veränderungen im Management an.

Die Markenabende des Volkswagen-Konzerns am Vorabend großer Automessen haben etwas von jenen Paraden, mit denen die Staaten des Ostblocks früher die Erinnerung an glorreiche Siege in längst vergangenen Schlachten feierten. Zu markiger Marschmusik rollten damals die neuesten Panzer, Geschütze und Raketen über den Boulevard, auf der Ehrentribüne am Wegesrand nahmen altgediente Generäle und führende Politiker die Truppenparade ab.

Panzer und Geschütze gibt es bei Volkswagen zwar nicht zu sehen, wenngleich der Konzern über die Nutzfahrzeugtochter MAN auch am Panzerhersteller Rheinmetall beteiligt ist. Aber Raketen hat der Konzern durchaus im Programm – als Weltpremiere wird in Genf der neue Lamborghini Huracan präsentiert, der in 3,2 Sekunden auf Tempo 100 schießt. Und auch der neue Rembrandt-Bugatti (benannt nach einem jüngeren, als Bildhauer tätigen Bruder des Firmengründers, nicht nach dem niederländischen Maler) kann mit seinem 1200 PS starken Motor durchaus als Geschoss bezeichnet werden.

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Blasmusik wurde zwar in Genf nicht gespielt, dafür markige Klänge des 21. Jahrhunderts im Dubstep-Takt, als die Neuigkeiten aus dem Konzern aufmarschierten und an der Ehrentribüne mit den Mitgliedern des VW-Aufsichtsrats vorbeiparadierten: Der neue Audi TT sowie die Hybridautos Audi A3 und VW Golf GTE, der neue (bärenstarke, aber konventionell angetriebene) Seat Leon Cupra, der überarbeitete Bentley Continental Speed (jetzt mit Frontspoiler in Wagenfarbe) sowie Konzeptautos von VW, Skoda und der Designschmiede Giugiaro. Doch echte Kracher waren in diesem Jahr nicht darunter.

Porsche-Chef Matthias Müller rollte vor gezählten 1281 Besuchern gar in einem alten Bekannten auf die Bühne – der Porsche 918 Spyder hatte seine Weltpremiere schon auf der Frankfurter IAA im Herbst vergangenen Jahres und ist längst im Handel. Und als Neuigkeit von VW Nutzfahrzeuge hatte Markenchef Eckhard Scholz lediglich einen mit allerlei Tand aufgehübschten VW-Bus in die Schweiz gebracht – die Antwort des mit aller Macht an die Weltspitze strebenden Konzerns auf die brandneue V-Klasse von Mercedes.

Entsprechend enttäuscht zeigte sich der oberste Truppeninspekteur, VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, nach der Abnahme der Parade. „Wir sind nicht wirklich gut unterwegs – nur besser als andere“, tat er in kleiner Runde kund und deutete dabei weitere Veränderung im Management an: „Wo gehobelt wird, fliegen Späne.“ Präziser mochte er aber nicht werden: „Schauen Sie sich um“. Dass sein Blick dabei auf Audi-Chef Rupert Stadler fiel, der in dem Treiben etwas verloren vor „seinem“ neuen TT stand, war sicherlich nur ein Zufall.

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