VW: Wolfsburger starten mit Gewinnsprung ins Jahr

ThemaVolkswagen

VW: Wolfsburger starten mit Gewinnsprung ins Jahr

, aktualisiert 29. April 2015, 10:31 Uhr
Bild vergrößern

Ein Schild mit einem Volkswagen Logo

Nach dem Machtkampf bei Volkswagen kann Martin Winterkorn nun mit Erfolgen seines Sparkurses aufwarten: Zu Jahresbeginn konnte VW den Gewinn deutlich steigern, 3,3 Milliarden Euro machte der Konzern.

Der Volkswagen-Konzern bringt seine gewinnschwache Pkw-Kernmarke so langsam auf Vordermann. Die Bemühungen für mehr Effizienz und Kostenbewusstsein hätten bei der VW-Hausmarke im ersten Quartal einen Betrag „im niedrigen dreistelligen Millionenbereich“ freigeschaufelt, wie das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte. Insgesamt fuhr Europas größter Autobauer im Startquartal durchweg glänzende Zahlen ein. Umsatz und Gewinn legten kräftig zu. Die VW-Vorzugsaktie setzte sich am Morgen an die Spitze des Dax.

Das im vergangenen Sommer ausgerufene Sparprogramm für die Kernmarke rund um Modelle wie Golf und Passat soll bis zum Jahr 2017 mindestens fünf Milliarden Euro Einsparungen freilegen. Aktuell liegt die Marge, die die Gewinnkraft im Verhältnis zum Umsatz beschreibt, bei 2,0 Prozent. 2017 soll der Wert aber mindestens dreimal so hoch sein.

Anzeige

Der gesamte Konzern mit seinen zwölf Marken setzte in den ersten drei Monaten knapp 53 Milliarden Euro um - das entspricht einem Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Auftaktquartal des Vorjahres. Dabei halfen allerdings auch positive Effekte aus der Währungsumrechnung.

Piëch und seine Figuren

  • Ferdinand Piëch

    Auf dem Weg des Ferdinand Piëch vom Audi-Manager auf den Aufsichtsratschefsessel des größten Autokonzerns Europas, blieb so mancher Top-Manager auf der Strecke. Die wichtigsten Stationen zusammengefasst.

  • 1988: Beerbt

    Nach fünf Jahren als Vize übernimmt Piëch bei Audi den Chefsessel von Wolfgang Habbel und baut die Marke mit den vier Ringen zur Premiummarke um. In die Ära des Vollblutingenieurs fällt die Entwicklung des Super-Diesels TDI sowie des Allradantriebs Quattro.

  • 1993: Abgeworben

    Als neuer VW-Chef wirbt Piëch den Einkaufschef José Ignacio López vom Konkurrenten General Motors (GM) ab, der die Preise der Zulieferer drücken soll. Wegen des Verdachts, GM-Betriebsgeheimnisse an VW verraten zu haben, muss Piëch 1996 López fallen lassen.

  • 1994: Vorgeschickt

    Piëch heuert das IG-Metall- und SPD-Mitglied Peter Hartz als VW-Personalchef an. Der führt die Vier-Tage-Woche ein und spart so 500 Millionen Euro Lohnkosten. Nachdem auffliegt, dass VW unter ihm Luxusreisen und Bordellbesuche für Betriebsräte finanzierte, muss Hartz gehen.

  • 2006: Ausradiert

    Als Piëch 2002 VW-Aufsichtsratschef wird, installiert er Ex-BMW-Chef Bernd Pischetsrieder als VW-Lenker. Der agiert eigenständig, macht Piëch-Ideen rückgängig. Fünf Jahre später schweigt Piëch demonstrativ, als er gefragt wird, ob Pischetsrieder im Amt bleibt. Kurz darauf holt er Winterkorn.

  • 2008: Verbrannt

    Jahrelang versuchte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking unter der Aufsicht von Piëch VW zu übernehmen. Als dies scheitert, sagt Piëch auf die Frage von Journalisten, ob Wiedeking sein Vertrauen genieße: „Zurzeit noch. Das ,Noch‘ können Sie streichen.“ Wiedeking muss gehen.

Unter dem Strich verbuchte der Dax-Konzern 2,9 Milliarden Euro und damit eine Verbesserung von 19 Prozent. Auf der Gewinnseite erwiesen sich vor allem die Tochtermarken Audi und Porsche als Renditeperlen. Sie fuhren zusammen zwei Drittel (65 Prozent) der gut 3,3 Milliarden Euro ein, die als Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stehen.

Vorstandschef Martin Winterkorn sagte: „Wir haben immer betont, dass 2015 ein anspruchsvolles Jahr für die gesamte Automobilindustrie und auch für uns wird. Unsere Kennzahlen für das erste Quartal beweisen aber, dass der Volkswagen Konzern trotz Gegenwinds auf Kurs fährt.“

Die Gewinnkraft der Kernmarke war nach den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres auf 2,3 Prozent geklettert und hatte dann zum Jahresende bei 2,5 Prozent gelegen. Im aktuellen Startquartal liegt sie zwar wieder nur bei knapp 2 Prozent. Das hat aber saisonale Gründe. So beträgt der Vergleichswert aus dem Auftaktquartal des Vorjahres 1,8 Prozent - es gab also Schub binnen Jahresfrist.

Weitere Artikel

Vor allem die asiatischen Konkurrenten wie Toyota behalten von ihrem Umsatz deutlich mehr in der Kasse als die Kernmarke der Wolfsburger. VW-Pkw steht für rund die Hälfte des Konzernumsatzes, der im vergangenen Jahr gut 202 Milliarden Euro erreicht hatte.

In den vergangenen Wochen hatte Volkswagen die Schlagzeilen noch mit dem Machtkampf an der Konzernspitze bestimmt. VW-Patriarch Ferdinand Piëch war öffentlich von Konzernchef Winterkorn abgerückt, der damit scheinbar vor dem Aus bei Europas größtem Autobauer stand. Doch der Rest der wichtigsten Aufsichtsräte stellte sich hinter den Vorstandsvorsitzenden und ließ Piëchs Machtprobe scheitern - am Wochenende trat der 78-Jährige dann von seinen Ämtern zurück, und Winterkorn stand endgültig als Sieger da.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%