Weitere Verzögerung: Porsche-Klage wechselt zu Kartellgericht

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Weitere Verzögerung: Porsche-Klage wechselt zu Kartellgericht

Im Klagemarathon gegen die Porsche-Holding PSE geht der dickste Brocken um fast zwei Milliarden Euro Schadenersatz nun vors Kartellgericht - eine ärgerliche Verzögerung für den Konzern.

Wende im Schadensersatzprozess gegen VW-Großaktionär Porsche: Das Braunschweiger Landgericht billigte am Mittwoch Justizkreisen zufolge den Antrag einer Gruppe klagender Investmentfonds und erklärte sich für nicht zuständig in dem Fall. Die Klage sei an das Kartellgericht in Hannover verwiesen worden, sagte eine Insiderin. Das Gericht wollte sich nicht dazu äußern und kündigte für den Vormittag eine Pressemitteilung an. Porsche wollte die Entscheidung zunächst prüfen.

Die Absicht, den Fall an eine Kartellkammer abzutreten, hatte das Braunschweiger Gericht bereits vor gut zwei Monaten erkennen lassen, die Entscheidung aber auf Juni vertagt. Das nun nach Hannover abgegebene Verfahren kreist um fast zwei Milliarden Euro Schadenersatzforderungen von Anlegerseite und ist damit der dickste Brocken unter den bisher sechs in Braunschweig anhängigen Fällen. Der Ortswechsel ist für die PSE eine ärgerliche Verzögerung - sie will alle Fälle endlich verhandelt sehen.

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Im Oktober will das Braunschweiger Landgericht über zwei weitere Schadensersatzklagen entscheiden. Dem Gericht liegen mehrere Klagen von Fonds und Kapitalanlagegesellschaft vor, die zusammen vier Milliarden Euro Schadensersatz für erlittene Verluste an der Börse verlangen. Sie werfen der Porsche Automobil Holding SE vor, sie beim letztlich gescheiterten Versuch, VW zu übernehmen, in die Irre geführt zu haben. Richter Stefan Puhle hatte das damalige Vorgehen von Porsche während der Verhandlung in Braunschweig im April als "Übernahme-Pirsch" bezeichnet. Porsche gibt den - zum Teil auch in den USA - klagenden Aktionären selbst Schuld für ihre Verluste infolge des Kurssprungs der VW-Stammaktien im Herbst 2008.

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Porsche hatte sich seit 2005 in Trippelschritten bei VW eingekauft und dabei im März 2008 noch verneint, den viel größeren Wolfsburger Autokonzern beherrschen zu wollen. Als die Porsche Holding im Oktober 2008 bekanntgab, dass sie sich fast drei Viertel der VW-Stimmrechte gesichert hatte, schoss der VW-Kurs in die Höhe. Institutionelle Anleger, die auf sinkende Kurse gewettet hatten, wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Sie hatten sich VW-Aktien geliehen und diese verkauft - mit dem Ziel, sie später billiger zurückzukaufen und die Spanne als Gewinn einzustreichen. Nun mussten sie die knappen Aktien zu fast jedem Preis zurückerwerben. In der Folge schoss der Wert der zuvor längere Zeit bei 200 Euro liegenden VW-Stammaktien zeitweise auf über 1000 Euro und machte Volkswagen vorübergehend zum wertvollsten Unternehmen der Welt.

Die Anwälte, deren Antrag nun entschieden wurde, argumentieren auf zwei Schienen: Sie werfen Porsche neben Irreführung auch Missbrauch von Marktmacht vor. Der Konzern habe mit der Frankfurter Maple-Bank und anderen Kreditinstituten ein Kartell gebildet und den Markt für VW-Stammaktien außer Kraft gesetzt. Dies habe zu enormen finanziellen Schäden bei Investoren geführt.

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