Wer wird mit wem glücklich?: Der große Auto-Allianzen-Check

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Wer wird mit wem glücklich?: Der große Auto-Allianzen-Check

von Franz W. Rother und Jürgen Rees

Mercedes-Modelle mit Tesla-Antrieb, baugleiche Fahrzeuge von Smart und Renault, ein Opel aus der Peugeot-Fabrik – der steigende Kostendruck sorgt für immer mehr internationale Kooperationen und auf den ersten Blick ganz verrückte Allianzen. Welche versprechen langfristig Erfolg, welche sind ohne Perspektive?

Der kleine Mann strotzt vor Selbstbewusstsein. Carlos Ghosn, der mit Statur und herrischem Auftritt ein wenig an Napoleon Bonaparte erinnert, räkelt sich in seinem Ledersessel, strahlt ins Publikum und lässt sich bei dem Pressegespräch auf der Automobil-Ausstellung in Frankfurt die Laune nicht verderben.

Angeblich, will ein Journalist wissen, sei das Klima zwischen Renault und Mercedes gestört, weil der von Renault konstruierte und in Frankreich gebaute Stadtlieferwagen Mercedes Citan nach einem Crashtest nachgebessert werden musste. „Haben Sie den Eindruck, dass wir zwei ein gestörtes Verhältnis haben?“, kontert der Renault-Chef mit breitem Grinsen und weist auf Daimler-Chef Dieter Zetsche, der neben ihm sitzt und sich ebenfalls betont lässig gibt. „Wir haben im ersten Halbjahr 9300 Citan verkauft. Das ist ein Erfolg“, lässt der Deutsche den Fragesteller ins Leere laufen. Alles läuft bestens, alles liegt im Plan, alles verspricht großen Erfolg, lautet die Botschaft. Wer hätte das gedacht?

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Zur Allianz von Daimler und Renault Nissan

  • 10 Gemeinschaftsprojekte

    hat der Daimler-Konzern mit Renault-Nissan gestartet. In den USA werden die Partner gemeinsam Vier-Zylinder-Motoren bauen: für die Mercedes C-Klasse und den neuen Infiniti Q30.

  • 2 Milliarden Euro

    hofft allein Renault-Nissan in den kommenden fünf Jahren durch die Zusammenarbeit mit Daimler zu sparen: im Einkauf, bei Produktentwicklung und durch intensiven Austausch von Technologien.

Dreieinhalb Jahre ist es her, dass sich zwei Autohersteller zusammentaten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Hier der deutsche Technologiekonzern Daimler, getrieben vom Streben nach Perfektion und dem Anspruch, nur „Das Beste oder Nichts“ zu liefern. Dort die französisch-japanische Allianz Renault-Nissan, die hierzulande für Kleinwagen und automobile Mittelmäßigkeit steht.

Harbour "Keine Alternative zu Kooperationen"

Der renommierte US-Produktionsexperte Ron Harbour sieht die Fahrzeughersteller unter massivem Druck – und erwartet eine neue Konsolidierungswelle.

Ron Harbour Quelle: Presse

1998 hatten die Stuttgarter eine Beteiligung an Nissan abgelehnt, als die Japaner wegen einer verfehlten Modellpolitik kurz vor der Pleite standen. Stattdessen griff Renault zu – und spricht heute von einem Glücksgriff: Mit seinen Gewinnen – 3,1 Milliarden Euro 2012 – sichert Nissan heute dem Partner Renault die Existenz. Und Renault-Nissan ist nun der erklärte Traumpartner von Daimler mit einer Überkreuzbeteiligung von derzeit je 3,1 Prozent. „Ich weiß nicht, ob das eine Ehe, eine Verlobung oder eine Affäre ist“, witzelt Ghosn. „Jedenfalls haben wir genug Potenzial, um gemeinsam weiter einen erfolgreichen Weg zu gehen.“

Allianzen und Kooperationen haben wieder Konjunktur in der Autoindustrie. Nicht nur Renault-Nissan und Daimler rücken zusammen. Gleichzeitig verhandelt der französische Konzern Peugeot-Citroën (PSA) mit dem chinesischen Autohersteller Dongfeng über eine engere Zusammenarbeit und Kapitalbeteiligung, nachdem General Motors, der bereits sieben Prozent an PSA hält, weitere Finanzhilfen abgelehnt hatte. Und der italienische Fiat-Konzern arbeitet daran, Chrysler vollständig unter seine Kontrolle zu bekommen, um die Gewinne des wiedererstarkten US-Autoherstellers leichter abführen zu können.

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