Werk in Bochum: Großes Aufräumen bei Opel

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Werk in Bochum: Großes Aufräumen bei Opel

von Franz W. Rother

Der Mastervertrag, auf den sich Unternehmensleitung, Betriebsräte und Gewerkschaft geeinigt haben, zeigt Perspektiven für die deutschen Autowerke auf – und besiegelt das Schicksal des Standortes Bochum.

Wenn Karl-Peter Neumann am 1. März seinen neuen Job als Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG antritt, findet er zwar kein wohlbestelltes Haus vor. Aber das Haus ist vom Vormieter immerhin ordentlich renoviert worden: Rechtzeitig zum Monatsende haben sich Aufsichtsratschef Steve Girsky und Interims-Chef Thomas Sedran mit dem Opel-Betriebsrat und den Vertretern der IG Metall auf einen Mastervertrag geeinigt, der ein monatelanges Gezerre beendet und den deutschen Opel-Standorten wieder eine klare Perspektive gibt.

Rüsselsheim hat nun die Zusage, dass auch die nächste Generation des Insignia in allen vier Modellvarianten – eine stylische Allrad-Version kommt in diesem Sommer hinzu – im Stammwerk produziert wird. Zudem wird in Hessen künftig wieder ein zweites „großes“ Modell gefertigt. Welches, will die Werkleitung in Kürze bekannt geben. Auch bleibt bleibt die zentrale Fertigungsplanung und der Prototypenbau in Rüsselsheim – Pläne für eine Verlagerung nach Polen sind vorerst vom Tisch. Und nicht zuletzt wird die Fertigung des Opel-eigenen Sechsganggetriebes weiter in Rüsselsheim bleiben.

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Sanierungsplan steht Gnadenfrist für Opel-Werk in Bochum

Zwei Jahre Gnadenfrist für den Opel-Standort Bochum: Bis mindestens 2016 laufen in dem Werk noch Autos vom Band, sagte Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug am Donnerstag.

Die Opel-Werksuhr in Bochum (Nordrhein-Westfalen). Quelle: dpa

Auch die Beschäftigten in Eisenach können einigermaßen beruhigt in die Zukunft schauen: Werkleitung und Gewerkschaften haben sich darauf verständigt, Corsa und Adam auch in der nächsten Generation in Thüringen zu bauen. Und in Kaiserlautern werden weiterhin in gewohntem Umfang Komponenten gebaut. So weit, so gut. Natürlich haben die Zusagen ihren Preis: Solange das Unternehmen rote Zahlen schreibt, werden die Opelaner von Tariferhöhungen nicht profitieren – die Zahlungen werden bis auf weiteres gestundet. Und übertarifliche Gehaltsanteile werden gestrichen.


Den größten Beitrag zum Sparprogramm tragen allerdings die Opel-Beschäftigten in Bochum. Ja, da gibt es auch noch eine Opel-Fertigung. Nur nicht mehr lange: Spätestens 2016 läuft hier die Fertigung des Familien-Van Zafira ersatzlos aus. Die Hoffnung des dortigen Betriebsratschefs Rainer Enenkel, dass sich auch für die Zeit nach 2016 noch ein Auto für das Werk im Ruhrgebiet finden wird, hat sich leider nicht erfüllt. Zuletzt hatte er für diese Forderung angeblich auch in den Reihen der IG Metall keine Unterstützung mehr gefunden. Und bluten müssen die Opelaner in Bochum heftiger und schon wesentlich früher als ihre Kollegen an den anderen Standorten: Die dritte Schicht wird in Kürze eingestellt, was rund 700 Menschen den Job kosten wird. Ihnen bietet Opel zwar ein Abfindungsprogramm an. Aber auch Kündigungen werden nicht ausgeschlossen – wenn der Betriebsrat zustimmt und ein „zumutbarer Alternativarbeitsplatz“ angeboten wird.

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