Werner knallhart: "Umparken im Kopf": Opel überrascht mit Selbstironie

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kolumneWerner knallhart: "Umparken im Kopf": Opel überrascht mit Selbstironie

Kolumne von Marcus Werner

General Motors hat begriffen: Lassen wir Opel einfach mal wieder gute Autos bauen, dann klappt's auch mit einer mutigen Werbekampagne. Motto: Wir sind besser als unser Ruf. Das gilt aber auch für andere Firmen. Bei wieder anderen ist es leider umgekehrt.

Kennen Sie den Spruch noch? "Jeder Popel fährt 'nen Opel." Das waren noch Zeiten. Als Opel noch auf Augenhöhe war mit Volkswagen. In den 70er/80er-Jahren. Da perlte es mit Sicherheit an den Opelanern ab, dass ihre Autos als Jedermanns-Karre verspottet wurden. Und vielleicht ja bald wieder. Denn Opel hatte eine gute Idee: Wieder Autos bauen, die was taugen und die nach was aussehen. Und das Kuriose: Die Konzernmutter General Motors hatte nichts dagegen. Der Adam, der Ampera, der Mokka.

Passend dazu jetzt diese komische Kampagne. Ich war so angetan von den ungewöhnlichen Aussagen, dass ich erstmal ein paar Tage gebraucht habe, um zu merken, dass aus den Plakaten ja gar nicht hervorging, wofür die Werbung eigentlich warb:

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  • Aus Sicht der Physiker kann eine Hummel unmöglich fliegen. Der Hummel ist das egal.
  • 18 Prozent der Deutschen mögen keine Oliven. 60 Prozent davon haben noch nie eine probiert.
  • Weißwein entfernt Rotweinflecken. Millionen ruinierte Teppiche sehen das anders.

Die Kampagne lief unter dem Motto "Umparken im Kopf". Irgendwas mit Autos? Ein Freund sagte: "Schwarz-gelbe Plakate und Umparken? Bestimmt Opel." Super, damit war die Überraschung natürlich flöten gegangen.

Wenige Tage später ließ Opel die Katze dann selber aus dem Sack. Und jetzt liest Deutschland Plakate mit der Frage: "Ist Opel noch so, wie Sie denken? Schauen Sie doch mal nach."

Und Til Schweigers Hamburger Tatort-Kollege Fahri Yardim erzählt in einem Opel-Image-Spot: "Opel, Popel. Ich sag mal so: Man hat das jetzt nicht mit den Gewinners assoziiert, das Ding, ne? Ich hatte auch immer das Gefühl, Opel hat keine schönen Farben. Ein Kadett oder so, das war ja immer so bisschen Opa-mäßig, sag ich mal, so ein bisschen Bauern. Wie heißt die Unterhose von einem Opelfahrer? Rüsselsheim."

Soviel Selbstironie muss man zu seiner Vergangenheit erstmal aufbringen. Das leistet sich nur, wer sie bewältigt hat. Wie ein Supermodel, das gesteht: Als Kind war ich eine fette Brillenschlange.

Und jetzt gilt es. Denn wenn es jetzt nicht klappt, dann war's das wohl für Opel.

Und siehe da: Experten schwärmen von der neuen Opel-Qualität. Ist diesmal alles anders?

Denn Opel spielte auch schon in den vergangenen Jahren in seinen Werbekampagnen mit seinem schlechten Image und damit, dass nun alles besser würde.

1994: "Opel. Wir haben verstanden." Sollte wohl heißen: Ihr findet unsere Autos scheiße? Na gut, dann bauen wir halt andere.

2002: "Frisches Denken für bessere Autos." Wieder so eine Neustart-Parole.

2007: "Entdecke Opel": Bitte, bitte, bitte, gebt uns doch eine Chance, euch zu überzeugen.

Das Schlimme war nur: Es gab keine guten Autos, die Opel retten konnten.

Seit 2009: "Opel. Wir leben Autos." Kinners, nicht Autos leben. Autos verkaufen! Aber gut. Opelaner sind Menschen, die Autos leben. Guckt doch, wie sie forschen und basteln und schrauben. Und dann verrennen die sich halt auch mal. Mensch statt Auto. So hat Toyota jüngst auch geworben, als Reaktion auf die sagenhaften Rückrufaktionen.

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