Wichtigster Markt: Daimler muss in China aufs Gas drücken

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Wichtigster Markt: Daimler muss in China aufs Gas drücken

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Daimler-Chef Dieter Zetsche hat in China viel vor.

von Rebecca Eisert

Mercedes fährt seinen Premiumkollegen im Reich der Mitte mit weitem Abstand hinterher. Wenn Konzernchef Zetsche nicht bald das Tempo erhöht, werden Audi und BMW uneinholbar.

Im vergangenen Jahr war China erstmals der weltweit der wichtigste Markt für die deutschen Premiumautobauer. Mit 959.000 verkauften Neuwagen haben Audi, die BMW Group, die Mercedes-Car-Group und Porsche in China so viele Neuwagen wie in keinem anderen Markt der Welt verkauft - mehr noch als in Deutschland mit 882.000 Fahrzeugen und den USA mit 837.000 zugelassenen Neuwagen. Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR Center Automotive Research: "Bereits heute ist absolut sicher, dass im Jahr 2013 in China über eine Million Neuwagen der deutschen Premiumanbieter verkauft werden." Die führende Rolle im Premiumsegment werden die deutschen Autobauern in China nicht mehr abgeben, so die Prognose des Experten: "Premium wird seit 2012 auf Chinesisch buchstabiert".

ChinaBRDUSA
Audi406.000267.000139.000
BMW-Group326.000284.000348.000
Mercedes-Smart196.000311.000305.000
Porsche31.00021.00035.000
Summe959.000882.000827.000
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Quelle: CAR Center Automotive Research; Zahlen für 2012

Von 2005 bis 2012 sind die Verkäufe in China um 823 Prozent geradezu explodiert. Die deutschen Premiumautobauer haben ihre Verkäufe in China in den vergangenen sieben Jahren um durchschnittlich 37 Prozent gesteigert. Mittlerweile stellen die deutschen Autobauer 7,2 Prozent aller Pkw-Neuwagenverkäufe in China. Im Vergleich zu Deutschland wirkt das noch gering - hierzulande stellen Audi, BMW, Mercedes-Smart und Porsche 29 Prozent Markanteil, doch der sei auch darin begründet, so Dudenhöffer, "dass viele Werksangehörige und Mitarbeiter mit Firmenwagen bei den Premiumhersteller in Deutschland unterwegs sind."

Den größten Nachholbedarf in China hat Mercedes. Mit 196.000 verkauften Neuwagen lag die Marke mit dem Stern im letzten Jahr trotz Wachstum im China deutlich hinter Audi und BMW Dudenhöffer: "Mercedes hat in China Aufholbedarf, auch deshalb wurde das China-Geschäft zum Ende des letzten Jahres bei Daimler neu geordnet." Der Vorstand der Schwaben wird von sieben auf acht Mitglieder vergrößert - künftig sitzt mit Hubertus Troska eigens ein Vorstand für das China-Geschäft mit am Tisch. Im Dezember hat Zetsche zudem verkündet, seine beiden konkurrierenden Vertriebskanäle im Reich der Mitte zu bündeln, um künftig gewinnschmälernde Rabatte zu vermeiden. Den Einstieg des chinesischen Staatsfonds CIC dementiert der Daimler-Chef dagegen. Man führe keine Gespräche sagte er auf der Auto-Messe in Detroit. Daimler sei auch nichts darüber bekannt, ob CIC einen Anteil an dem Stuttgarter Autobauer erwerben wolle.

Bis 2015 will Daimler den Absatz in China auf 300.000 Autos pro Jahr erhöhen. Zwei Drittel davon sollen vor Ort produziert werden, ein Drittel importiert. Im Rahmen der Initiative Sales 2015 will Zetsche innerhalb der nächsten drei Jahre 20 neue und modellgepflegte Autos in China einführen. 2013 startet auch die Produktion von Ottor-Motoren, die in den in China gefertigten Pkw und Vans verbaut werden.

Daimler plant außerdem ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum. Insgesamt wollen die Stuttgarter mit ihrem chinesischen Partner BAIC (Beijing Automotive Industry Coporation) rund drei Milliarden im Land investieren. Finanzkreisen zufolge will strebt Daimler-Chef Dieter Zetsche im Laufe des Jahres einen Einstieg bei BAIC an. Die Beteiligung solle in jedem Fall vor einem Börsengang eingegangen werden, sagten zwei mit der Transaktion vertraute Personen.

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Damit spekuliert der Stuttgarter Autokonzern darauf, beim Gang seines Partners aufs Börsenparkett von einem möglichen Kursanstieg der Aktie zu profitieren. "Daimler werde wohl der einzige Ankeraktionär aus der Autobranche", sagte eine Person. Der Konzern strebe zudem einen Sitz im Aufsichtsrat von BAIC an, darüber hätten aber noch keine Verhandlungen stattgefunden. Der Stuttgarter Konzern wollte sich nicht dazu äußern, BAIC war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Man stehe in China erst am Anfang der Verkaufsrallye, betont Dudenhöffer. Bereits um das Jahr 2020 werden in China mehr als 21 Millionen Pkw pro Jahr verkauft werden. "Die deutschen Premiumbauer dürften dann auf gut zwei Millionen Verkäufe kommen." 2030, so die Prognose des CAR, werden in China die 30 Millionen Marke bei den Pkw-Verkäufe deutlich überschritten werden, was für die deutschen Premiumhersteller dann gut drei Millionen verkaufte Neuwagen in China bedeutet. "Das ist in etwa die Zahl, die sämtliche deutsche Premiumhersteller weltweit im Jahr 2000 verkauften. China wird damit bis zum Jahr 2030 die deutschen Premiumhersteller gegenüber dem Jahr 2000 „verdoppelt“ haben."

Mit Material von dpa und Reuters

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