Zetsches Erfolg: Daimler strebt zurück an die Spitze

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Zetsches Erfolg: Daimler strebt zurück an die Spitze

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Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche.

von Franz W. Rother

Die Modelloffensive von Daimler trägt Früchte: Der Konzern entwickelt sich besser als erwartet. Dieser Erfolg ist auch der Verdienst von Dieter Zetsche. Sein erklärtes Ziel hat der Konzernchef aber längst nicht erreicht.

Bei der Autoshow in Shanghai vor wenigen Tagen hatten die Marketingexperten des Daimler-Konzerns allergrößte Mühe, sämtliche Modellneuheiten auf die Bühne zu bringen. Während der halbstündigen Pressekonferenz wurden lediglich die S-Klasse mit Hybridantrieb, der Nachfolger der M-Klasse namens GLE, der Sportwagen GT AMG sowie der neue Smart fortwo vorgefahren – die übrigen Modelle wurden dem Publikum lediglich im Videoclip präsentiert.

Das Pkw-Geschäft von Mercedes brummt wie selten zuvor in der Firmengeschichte. Immer neue Modelle wirft der Konzern auf den Markt, so dass nicht nur die Messeplaner allergrößte Mühe haben, die Neuheiten zu präsentieren. Auch in den Ausstellungshallen der Autohäuser wird bei inzwischen 17 Modellreihen, die unter der Marke Mercedes angeboten werden, allmählich der Platz knapp.

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Autobauer Daimler Modelloffensive hebt Daimlers Gewinn

Der Stuttgarter Autobauer hat seinen Absatzrekord im ersten Quartal in einen starken Gewinnanstieg umgemünzt. Den Anstieg hat Daimler vor allem den guten Geschäften der Pkw-Sparte zu verdanken.

Daimler-Chef Dieter Zetsche und der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Bischoff zu Beginn der Daimler-Hauptversammlung im April in Berlin. Quelle: dpa

Aber die Modelloffensive, die Vorstandschef Dieter Zetsche und seine Ingenieure vor gut zwei Jahren angestoßen haben und die sich nun auf die Automärkte in aller Welt ergießt, kommt bei den Kunden an – und macht sich bezahlt: Die positive Entwicklung des Geschäftsfelds Mercedes Benz Cars im ersten Quartal 2015 hat selbst die größten Skeptiker unter den Analysten positiv überrascht.

Umsatz und Absatz kletterten zweistellig, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sogar um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahresergebnis, weil es Mercedes gleichzeitig auch gelang, am Markt höhere Preise zu realisieren und die Vertriebskosten durch den Verkauf von Niederlassungen deutlich zu senken. Auch das Geschäft mit Lieferwagen und anderen leichten Nutzfahrzeugen hat im ersten Quartal deutlich zugelegt.

Allein das Busgeschäft, das in vielen Ländern in erheblichem Umfang von Aufträgen der öffentlichen Hand abhängt, lahmt derzeit ein wenig – die gute Stimmung lassen sich Zetsche und sein Team dadurch nicht vermiesen.

So entwickelte sich Mercedes-Benz 2014

  • USA

    Größter Absatzmarkt waren erneut die USA mit 330.391 verkauften Autos (plus 5,7 Prozent). Wegen der hohen Nachfrage nach SUV hat Daimler den Ausbau seines Werks in Tuscaloosa angekündigt.

  • China

    Erstmals vor Deutschland, war China 2014 für Daimler der zweitwichtigste Markt weltweit mit insgesamt 281.588 Autos - ein Plus von 29,1 Prozent.

  • Europa und Deutschland

    In Europa steigerte Mercedes den Absatz 2014 um 9,4 Prozent auf 723.000 Fahrzeuge - und liegt damit deutlich über dem allgemeinen Marktwachstum. In Deutschland setzten die Schwaben 261.000 Modelle ab - ein Plus von 2,3 Prozent.

  • Smart

    Die Kleinwagen verkauften sich 2014 dem Modelwechsel geschuldet schlechter. Der Absatz brach um 10,9 Prozent auf 89.844 Fahrzeuge ein. Der neue Fortwo und der Forfour sollen in diesem Jahr den Absatz deutlich steigern.

Daimler profitiert derzeit – wie die übrigen deutschen Autohersteller auch – einerseits von einem schwachen Euro.

Der Erfolg trägt aber auch die deutliche Handschrift von Konzernchef Zetsche. Dieser hatte im vergangenen Sommer das Sparprogramm „Fit for Leadership“ nochmals verschärft, um die Modelloffensive und die technologischen Herausforderungen der Zukunft stemmen zu können.

Zetsches Ziel sind zehn Prozent Umsatzrendite spätestens im Jahr 2020. Davon ist der Konzern zur Gänze derzeit zwar noch ein Stück entfernt. Die Rendite von über 20 Prozent, die im Finanzierungsgeschäft erzielt werden, kann darüber nicht hinwegtäuschen.

Mit einer Rendite von 9,4 Prozent schnupperte die Pkw-Marke im ersten Quartal aber immerhin schon einmal an der Zielmarke. Und auch die Van-Sparte machte unter Leitung von Volker Mornhinweg und dank des neuen Vito einen deutlichen Sprung nach vorn.

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Daimler ist also auf einem guten Weg, die Aktie derzeit eine heiße Kauf-Empfehlung. Denn die Offensive geht in den kommenden Monaten weiter. Weitere neue Modelle kommen hinzu oder werden wie der neue Smart gerade erst auf wichtigen Märkten mit Wachstumspotenzial eingeführt.

Während den Volkswagen-Konzern ein Führungsstreit lähmt, herrschen bei den Stuttgartern klare Verhältnisse: Zetsche wird nächstes Jahr einen neuen Vertrag bekommen und das Dax-Unternehmen dann bis 2019 steuern. Die Marketingleute bei Daimler tun gut daran, für die kommenden Automessen schon mal größere Ausstellungsflächen zu reservieren.

Und die Konkurrenten von BMW und der Volkswagen-Tochter Audi müssen ordentlich Gas geben: Mercedes hat die Schwächephase, die auf die Scheidung von Chrysler 2007 folgte, endgültig überwunden und schickt sich an, wieder die Führungsrolle als profitabelster deutscher Autohersteller zu übernehmen.

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