ZF Friedrichshafen: Autozulieferer macht Rekordumsatz

ZF Friedrichshafen: Autozulieferer macht Rekordumsatz

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ZF Friedrichshafen hat den operativen Gewinn im vergangenen Jahr dank kräftiger Nachfrage sprunghaft gesteigert.

von Rebecca Eisert und Hans-Jürgen Klesse

ZF Friedrichshafen blickt bei der Präsentation der Bilanz 2014 auf ein bewegtes Jahr zurück. Der Autozulieferer hat den Kauf des amerikanischen Konzerns TRW Automotive eingefädelt. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.

Es wird die wohl größte Herausforderung in der hundertjährigen Geschichte des Zuliefererkonzerns ZF aus Friedrichshafen am Bodensee. Mitte September 2014 kündigte der Getriebehersteller die Übernahme des amerikanischen Zulieferers TRW Automotive an. Mehr als 10 Milliarden Euro zahlt das Traditionsunternehmen für den Autoelektrikspezialisten.

Die Unternehmen, das steht außer Frage, ergänzen sich perfekt. TRW bringt die Technologien mit, die in Zukunft immer mehr gefragt sein werden - Know-how für Elektromobilität, Vernetzung von Fahrzeugen mit dem Internet und Sensorik für autonomes Fahren. "In der Erkennung von Situationen wird sich die Zukunft abspielen", sagte ZF-Chef Stefan Sommer.

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In diesen Bereichen gelten bisher Bosch und Continental als führend. Mit der Übernahme schließt ZF eine strategische Lücke und steigt obendrein zum weltweit drittgrößten Autozulieferer weltweit auf. Gemeinsam bringen es TRW und ZF auf 138.000 Mitarbeiter und 30 Milliarden Euro Umsatz.

Die weltweit größten Autozulieferer

  • Platz 10

    Michelin (Frankreich)

    Umsatz 2015: 21,199 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 19,553 Milliarden Euro
    Veränderung: +8,4 Prozent
    Hauptprodukte: Reifen

    Quelle: Berylls Strategy Advisors

  • Platz 9

    Johnson Controls (USA)

    Umsatz 2015: 23,866 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 22,464 Milliarden Euro
    Veränderung: +6,2 Prozent
    Hauptprodukte: Sitze, Start-Stopp-Batterien

  • Platz 8

    Bridgestone-Firestone (Japan)

    Umsatz 2015: 24,094 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 21,220 Milliarden Euro
    Veränderung: +13,5 Prozent
    Hauptprodukte: Reifen

  • Platz 7

    Aisin (Japan)

    Umsatz 2015: 24,104 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 19,975 Milliarden Euro
    Veränderung: +20,7 Prozent
    Hauptprodukte: Getriebe, Bremssysteme, Karosserie- und Motorenteile

  • Platz 6

    ZF Friedrichshafen (Deutschland)

    Umsatz 2015: 27,434 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 16,192 Milliarden Euro
    Veränderung: +69,4 Prozent
    Hauptprodukte: Fahrwerks- und Antriebssysteme, Elektronik/Software

  • Platz 5

    Hyundai Mobis (Südkorea)

    Umsatz 2015: 28,096 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 26,345 Milliarden Euro
    Veränderung: +6,6 Prozent
    Hauptprodukte: Cockpit-, Frontend- und Chassismodule

  • Platz 4

    Magna (Kanada)

    Umsatz 2015: 29,408 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 28,301 Milliarden Euro
    Veränderung: +3,9 Prozent
    Hauptprodukte: Karosserie & Fahrwerksysteme, Exterieur-Ausstattungen

  • Platz 3

    Denso (Japan)

    Umsatz 2015: 34,292 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 29,094 Milliarden Euro
    Veränderung: +17,9 Prozent
    Hauptprodukte: Klimasysteme, Motorsteuerung, Human-Machine-Interface

  • Platz 2

    Continental (Deutschland)

    Umsatz 2015: 39,232 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 34,506 Milliarden Euro
    Veränderung: +13,7 Prozent
    Hauptprodukte: Brems-, Fahrwerk- und Sicherheitssysteme, Reifen

  • Platz 1

    Bosch (Deutschland)

    Umsatz 2015: 41,700 Milliarden Euro
    Umsatz 2014: 37,200 Milliarden Euro
    Veränderung: +12,1 Prozent
    Hauptprodukte: Antriebs-, Sicherheits- und Komfortsysteme

Der Rückblick auf diesen historischen Coup wird bei der Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag das wohl wichtigste Thema sein. Bis zur Jahresmitte soll die Übernahme abgeschlossen sein. Die EU-Kommission will nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters der Fusion unter Auflagen genehmigen. Sie hatte sich bis zur Entscheidung eine Frist bis 12. März gesetzt. Die chinesischen Behörden haben bereits zugestimmt, die US-Behörden werden sich wahrscheinlich am meisten Zeit lassen. Der ZF-Chef setzt bei der Eingliederung der amerikanischen Divisionen auf sanfte Integration.

Die größten Automobilzulieferer weltweit

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"Wir wollen nicht zu viel ändern, um den Markterfolg nicht zu gefährden", sagte Sommer. Ganz einfach dürfte die Integration in der Tat nicht werden. Die Gefahren, die in der operativen Umsetzung der Integration lauern, werden in der Regel erst nach Vertragsunterzeichnung deutlich – also, wenn man das Problem bereits am Bein hat“, warnt Johannes Gerds, Inhaber der Düsseldorfer Managementberatung InnoCorp.

Erschwerend kommt hinzu: Bei ZF und TRW prallen völlig unterschiedlich geprägte Managementkulturen aufeinander. ZF mit der Stiftung im Hintergrund ist ein sehr deutscher und traditionell langfristig orientierter Konzern, TRW ein durch und durch amerikanisches Unternehmen, das bisher an der Börse notiert war. Auch wenn es vermutlich einfacher ist, TRW in ZF zu integrieren als umgekehrt, „prallen da zwei Kulturen aufeinander“, sagt Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach „da kann es schon mal knirschen. Das Management der jeweiligen Sparten zusammenzubringen wird eine Herkulesaufgabe."

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Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr bieten eine stabile Grundlage für das kommende: Der Technologiekonzern erwirtschaftete einen Rekordumsatz von 18,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um mehr als ein Drittel auf rund 1,1 Milliarden Euro zu. „Die kontinuierliche Schärfung unseres Portfolios und eine konsequente Fokussierung auf Effizienz spiegelt sich in der positiven Entwicklung unserer finanziellen Kennzahlen wider und bestärkt uns darin, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte Finanzvorstand Konstantin Sauer.

Die Zahlen für 2014 dürften Chef Sommer also erst einmal Kraft geben für all das, was in diesem Jahr noch zu bewältigen sein wird.

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