Zulassungs-Rekord bei Elektroautos: Tesla ist neuer Marktführer in Deutschland

Zulassungs-Rekord bei Elektroautos: Tesla ist neuer Marktführer in Deutschland

Tesla ist wertvoller als GM und FordVideo abspielen
US-AutobauerTesla ist wertvoller als GM und Ford
Quelle:Spotpress

Nicht VW, BMW oder Mercedes führen die deutschen E-Auto-Charts an, sondern der kalifornische Newcomer Tesla. Die Amerikaner verdrängten im März Renault und halten die Deutschen weiter auf Distanz.

Tesla ist neuer Marktführer bei Elektroautos. Mit deutschlandweit 670 Neuzulassungen hat das kalifornische Unternehmen im März den bisherigen E-Mobilitäts-Primus Renault (640 Neuzulassungen) von der Spitze verdrängt, wie aus einer Statistik des Center of Automotive Research (CAR) hervorgeht.

Stärkster deutscher Hersteller war BMW mit 406 neu angemeldeten E-Modellen. Insgesamt wurden im vergangenen Monat in Deutschland 2.642 reine Elektroautos neu zugelassen, mehr als jemals zuvor in einem Monat. Der bisherige Höchstwert resultiert aus dem Dezember 2015 (2.215 Einheiten).

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Die neue Dominanz von Tesla – jedes vierte E-Auto kam im März von der US-Marke – gründet auf dem größeren Angebot. Mit der Oberklasselimousine Model S und dem SUV Model X haben die Amerikaner gleich zwei gefragte Modelle im Angebot, die mit 457 beziehungsweise 213 Neuzulassungen in die Statistik einfließen.

Tesla Wie lange der Hype noch als Geschäftsmodell ausreicht

Tesla ist an der Börse mehr wert als GM. Das zeigt, wie schwer sich der Kapitalmarkt mit einer Bewertung tut: Ist Tesla ein Autobauer oder doch ein Tech-Unternehmen? Wovon das abhängt.

Tesla-Chef Elon Musk steigt aus einem Model X. Quelle: AP

Beliebtestes E-Auto bleibt aber der Renault Zoe mit 588 neuen Fahrzeugen im März. Der BMW i3 rangiert hinter dem Tesla-Flaggschiff auf Rang drei (406 Neuzulassungen). Auf Platz fünf landet mit 194 Neuzulassungen der StreetScooter der Deutschen Post.

Die Tesla-Chronik

  • 2003, der Beginn

    Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

  • 2006, Premiere des Roadster

    Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

  • 2007, Eberhard geht

    Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

  • Mai 2009, Einstieg der Konzerne

    Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

  • September 2009, Premiere Model S

    Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

  • Januar 2010, Geldspritze vom Staat

    Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

  • Juni 2010, IPO

    Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

  • 2012, SUV-Pläne

    Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern. Am Ende verzögern sich die Pläne, die Produktion des Model X läuft erst im Herbst an – und das nur schleppend.

  • 2013, erstmals profitabel

    Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

  • 2014, die Gigafactory wird gebaut

    Im Mai haben die Bauarbeiten in Reno, Nevada, für die weltgrößte Batteriefabrik begonnen. Hier will Tesla nicht nur die Akkus für seine Elektroautos und auch sogenannte "Powerwalls" für den Hausgebrauch montieren, sondern auch die Batteriezellen selbst aus Rohstoffen herstellen. Das Investitionsvolumen beträgt fünf Milliarden Dollar, als Partner ist Panasonic mit im Boot.

  • 2015, der Massenmarkt soll kommen

    Tesla gibt Pläne bekannt, mit dem Model 3 ein kompaktes Auto für den Massenmarkt auf den Markt bringen zu wollen. Der Wagen, der rudimentär erstmals im März 2016 gezeigt wurde, soll rund 35.000 Dollar kosten und soll über eine Reichweite von 320 Kilometern (200 Meilen) verfügen.

  • 2016, die Gigafactory öffnet teilweise

    Nach der Vor-Premiere des Model 3 im März steht zur Jahresmitte ein weiterer Meilenstein an: In der Gigafactory werden die ersten Batteriezellen gefertigt. Diese sind zwar vorerst für die PowerWall-Heimakkus gedacht, bringen das Unternehmen aber einen Schritt näher an die Massenfertigung des Model 3.

Quelle:  Spotpress
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