Autobanken : Würgt die Finanzkrise GMs mögliche Trendwende ab?

Autobanken : Würgt die Finanzkrise GMs mögliche Trendwende ab?

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Das Hauptquartier der General Motors Acceptance Corporation.

Beim US-Autobauer General Motors deutet vieles auf eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen hin: GM hat bei Pensions- und Gesundheitskosten reinen Tisch gemacht und eine Reihe vielversprechender neuer Modelle angekündigt. Doch die anhaltenden Probleme der konzerneigenen Autobank GMAC könnten GMs Erholung in Gefahr bringen.

Die Kommentare von Analysten waren wenig schmeichelhaft, als General Motors Ende 2006 51 Prozent seiner Anteile am Finanzdienstleister General Motors Acceptance Corporation (GMAC) an den Finanzinvestor Cerberus verkaufte. Denn zu diesem Zeitpunkt war GMAC, zu dem auch der Immobilienfinanzierer Residential Capital (ResCap) gehört, einer der größten Ertragsbringer von GM gewesen.

Im Rückblick war der Zeitpunkt jedoch klug gewählt. Denn General Motors (GM) strich bei der Transaktion 7,4 Milliarden Dollar ein. Und bei der angeblichen Ertragsperle ResCap bestand bei den GM-Bossen berechtigter Grund zur Sorge. Mittlerweile steckt ResCap bis zum Hals in der Kreditkrise. Ende November bestanden satte 71 Prozent des ResCap-Portfolios aus Hypotheken minderer Bonität – den mittlerweile berüchtigten Subprime-Krediten. Und dementsprechend hart traf ResCap die Kreditkrise.

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Analysten der Deutschen Bank beziffern das Minus bei ResCap im vergangenen Jahr mit 921 Millionen Dollar. Im vierten Quartal 2008 mußte Rescap 22 Milliarden Dollar abschreiben, nicht gerade eine kleine Summe für eine US-Bank. Anfang Februar setzte die Ratingagentur Moody’s ihre Bewertung für ResCap und GMAC nochmals herab. Bereits zuvor hatten Moody’s die beiden Banken auf eine Bewertungsstufe mit Junk Bonds gesetzt.

Diesen Bonitätsverfall bekam General Motors auf zwei Weisen zu spüren. Im März 2007 schoss General Motors an Cerberus knapp eine Milliarde Dollar wegen der GMACsVerschlechterung der Kreditkonditionen nach. Und weil General Motors weiterhin 49 Prozent an GMAC hält, verlor der Aktienkurs des größten US-Autobauers ordentlich an Wert, als das Ausmaß der Kreditkrise langsam bekannt wurde.

Einige Beobachter warnen nun davor, dass General Motors mit seinem 49-Prozent-Anteil an GMAC noch immer zu nahe an der Kreditkrise ist. Denn es kann gut sein, dass GM seiner notleidenden Bank nochmals unter die Arme greifen muss. Und die Verschlechterung von GMACs Kreditkonditionen bekommt der Mutterkonzern direkt zu spüren. Denn GMAC ist auf Autokredite spezialisiert. Wenn die Bonität der Autobank sinkt, verteuert das auch automatisch die Konditionen, die GMAC seinen Kunden bieten kann. Und da in den USA Autos meist über Kredite finanziert werden, könnte das wiederum Verkaufszahlen von General Motors drücken.

Sollte General Motors deshalb erneut ein Sparprogramm auflegen, könnte sich das auch in Europa niederschlagen. Denn bislang war es oft so, dass GM bei Problemen in seinem US-Heimatmarkt auch seine Entwicklungskosten für neue Modelle auch in Europa zurückfuhr.

"Ich würde das bezweifeln,“ sagt Nick Margetts gegenüber wiwo.de. „Man unterschätzt die großen Unternehmen da immer. GM ist finanziell stark genug ausgestattet, “ argumentiert Margetts, Deutschland-Geschäftsführer des auf die Automobilindustrie spezialisierten Marktforschungsunternehmens Jato Dynamics.

Denn trotz seiner anhaltenden Verluste hat General Motors noch einen ordentlichen Liquiditätspolster. Gerade in Europa laufen die Geschäfte für GM besonders gut. “Man packt nicht unbedingt jenen Bereich ein, der besonders vielversprechend und einträglich ist,“ so Margetts. Und auch in einem aktuellen Analystenbericht der Deutschen Bank kommt General Motors gut weg. Zwar sei das Geschäftsmodell von ResCap weiterhin fraglich, argumentieren die Analysten. Doch sie halten ihre Kauf-Empfehlung für GM aufrecht: „Wir glauben nicht, dass der Markt das Potenzial für einen Umschwung in Nord Amerika einpreist.“

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