Autobauer: Absatzkrise zwingt Daimler zu eisernem Sparen

Autobauer: Absatzkrise zwingt Daimler zu eisernem Sparen

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Daimler-Chef Dieter Zetsche: Milliarden-Sparprogramm gegen die Absatzkrise

Produktion drosseln, Kurzarbeit verlängern, Boni streichen, Dividende kappen: Mit einem Milliarden-Sparprogramm kämpft Daimler gegen die Absatzkrise. Im ersten Quartal rechnet der Autokonzern dennoch mit roten Zahlen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche setzt den Rotstift an. Mit Milliarden-Einsparungen will er den schwäbischen Autobauer wieder auf Trab bringen. Dabei greift der Manager hart durch: Kurzarbeit, Drosselung der Produktion, Streichung von Manager-Boni und die Kappung der Dividende.

Bei den konkreten Zielen für das laufende Jahr blieb Zetsche jedoch bei der heutigen Präsentation vieles schuldig. Weder eine eindeutige Prognose noch die konkrete Höhe des Sparvolumens legte der Daimler-Chef in Stuttgart auf den Tisch. Stattdessen erklärte er allgemein, alles werde schlechter, Absatz, Umsatz und Ergebnis.

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Schließlich räumte er ein, dass der Vorzeigekonzern nach einem dramatischen Gewinneinbruch 2008 im ersten Quartal 2009 sogar mit einem Verlust im operativen Geschäft rechne. Das vergangene Jahr ist für Daimler wenig zufriedenstellend verlaufen: 2008 brach der Gewinn um mehr als zwei Drittel ein. Der Premium- Hersteller geht für 2009 von einer anhaltenden Talfahrt und einem weiteren Rückgang der Gewinne aus.

2008 war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei dem Autobauer von 8,7 Milliarden auf 2,7 Milliarden Euro abgestürzt. Der Konzerngewinn schrumpfte von 4,0 Milliarden auf 1,4 Milliarden, der Umsatz von 99,4 Milliarden auf 95,9 Milliarden Euro.Vor allem die Restbeteiligung von knapp 20 Prozent am schwer angeschlagenen US-Autobauer Chrysler schlugen mit 3,2 Milliarden Euro zu Buche. Außerdem brach beim Herzstück Mercedes-Benz Cars der operative Gewinn um mehr als die Hälfte auf 2,1 Milliarden Euro (2007: 4,8 Milliarden Euro) ein.

Sparen in allen Bereichen

Angesichts dieser Zahlen will Zetsche in allen wichtigen Konzernbereichen sparen. Sämtliche Budgets seien auf den Prüfstand gestellt worden. „Alles, was nicht unmittelbar wettbewerbsrelevant ist, stellen wir konsequent zurück“, sagte Zetsche. Auch die Geldbörsen der Top-Manager schloss er dabei nicht aus. Vor allem bei der ins Trudeln geratenen Pkw- Sparte will der 55-Jährige Fixkosten senken, die Organisation verschlanken und die Erlöse steigern. Hier und im Bereich Transporter hat Daimler fast flächendeckend Kurzarbeit eingeführt und will diese voraussichtlich auch auf das zweite Quartal ausdehnen. Betroffen sind rund 50 000 Mitarbeiter.

„Außerdem werden wir im Konzern und in den Geschäftsfeldern Blockpausen einlegen, die durch Urlaub und Gleittage gedeckt sind“, kündigte Zetsche an. Weitere Schritte sind nicht ausgeschlossen. Auf diesem Weg soll die hohe Zahl der wegen der Absatzkrise auf Halde produzierte Fahrzeuge abgebaut werden. „Seit Dezember produzieren wir weniger Fahrzeuge als wir verkaufen“, sagte Zetsche. „Bis zur zweiten Jahreshälfte wollen wir unsere Fahrzeugbestände auf ein normales Niveau zurückführen.“

Mitarbeiter und Aktionäre bekommen Sparprogramm zu spüren

Für 2009 hat sich der Konzern dennoch bereits auf abschmelzende Gewinne sowie Absatz- und Umsatzrückgänge eingestellt. Verzichten müssen alle: Der Jahresbonus für die Mitarbeiter der Daimler AG wurde um etwa die Hälfte auf 1900 Euro zusammengestrichen. Auch Vorstand und hochrangige Manager sind betroffen. In der Führungskräfte-Etage fallen Gehaltserhöhungen weg. Und die Aktionäre müssen sich mit einer gekappten Dividende von 0,60 Euro je Aktie (Vorjahr: 2,00 Euro) zufriedengeben.

Neben den massiven Problem wegen der weltweiten Absatzkrise hat Zetsche aber noch mit einer Reihe hausgemachter Sorgen zu kämpfen. Zu schaffen mache dem Premiumhersteller weiter die wachsende Nachfrage nach kleineren spritsparenden Fahrzeugen, sagt der Autoexperte Willi Diez. „Mit dem sogenannten Downsizing gehen auch Umsatz und Gewinn pro Fahrzeug nach unten.“ Um das aufzufangen, müssten die Kosten bei allen Herstellern in den nächsten Jahren etwa zwischen 10 und 20 Prozent gesenkt werden. „Daimler braucht in Zukunft eine Kostenstruktur wie ein Massenhersteller.“

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