Autobauer: Aston Martin bestätigt Suche nach einem Partner

Autobauer: Aston Martin bestätigt Suche nach einem Partner

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Aston Martin-Chef Ulrich Bez

von Franz W. Rother

Der Chef des britischen Sportwagenherstellers Aston Martin, Ulrich Bez, über Investoren und das Projekt Lagonda.

WirtschaftsWoche: Herr Bez, Aston Martin ist als Sportwagenhersteller bekannt. Nun bringen Sie mit dem Cygnet einen Luxus-Kleinwagen auf den Markt. Wie viele Exemplare davon bauen Sie in diesem Jahr?

Bez: 1500 Exemplare. Und die werden wir sicher alle verkaufen.

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Sie wollten das Auto ursprünglich nur an Interessenten verkaufen, die schon einen großen Aston Martin besitzen.

Das Konzept war interessant, ist aber nicht durchsetzbar. Denn wer als Nicht-Aston-Martin-Kunde den Cygnet wirklich haben wollte, würde es doch irgendwie schaffen, einen zu bekommen. Wir schicken also niemand nach Hause, der zu uns in den Showroom kommt. Dennoch wird es ein exklusives Produkt bleiben. Dafür sorgt schon der Preis von rund 38.000 Euro.

Ist Aston Martin denn profitabel? In der Wirtschaftskrise 2009 ist Ihr Absatz von 7000 auf 4500 Einheiten gesunken.

Wir sind seit 2004 ununterbrochen profitabel. Verkaufszahlen interessieren mich nicht so sehr wie die Umsatzrendite. Wir hatten im vergangenen Jahr mit einem Gewinn von 80 Millionen Pfund vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rund 40 Prozent mehr eingefahren als 2009. Seit 2007 haben wir unseren mittleren Erlös pro Fahrzeug um 50 Prozent gesteigert. Diesen Weg werden wir weitergehen. Und dann spielen reine Stückzahlen keine große Rolle mehr. Außerdem sind wir sehr flexibel in unserer Kostenstruktur, sodass wir uns immer leicht auf die Bedingungen des Marktes einstellen können. Das macht uns erfolgreich.

Wie viele Autos Aston Martin 2010 verkauft hat, wollen Sie aber nicht sagen?

Die Zahl ist nicht geheim. Aber was würde sie denn groß aussagen? Ich kann 7000 Autos verkaufen und nichts damit verdienen. Die 80 Millionen Pfund Gewinn bei einem Umsatz von 433 Millionen Pfund finde ich viel interessanter.

Wahrscheinlich finden das auch Ihre Investoren aus Kuwait. An der Aktionärsstruktur hat sich noch nichts geändert?

Richtig. Und die Investoren werden auch langfristig beim Unternehmen bleiben, weil sie nicht bloß Finanzinvestoren sind, sondern eine hohe Passion für die Marke mitbringen. Wir sind jetzt seit vier Jahren unabhängig, was uns kaum einer zugetraut hat. Wir haben seit 2004 und trotz Wirtschaftskrise immer profitabel gearbeitet.

Neue Investoren wären willkommen?

Bestimmte Großprojekte könnte auch ein großer Konzern nicht aus dem Cash-Flow finanzieren. Und wenn wir die Marke Lagonda wiederbeleben wollen, dann können wir das nicht mit Eigenkapital allein tun, sondern brauchen externe Unterstützung. Wir sind ziemlich nahe an einer Entscheidung über das Projekt. Danach kann ich mehr sagen.

Wann soll Lagonda denn starten?

Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten zwei Jahren Autos, die wir unter diesem Markennamen bauen werden, vorstellen könnten.

Als erstes Modell war ein SUV auf der Plattform der Mercedes-GL-Klasse geplant. Bleibt es dabei?

Ja, das wird ein Modell.

Könnte Daimler sich auch an Aston Martin beteiligen?

Das kann ich nicht kommentieren. Es gibt sicher viele, die an Aston Martin interessiert sein könnten. Wir sind in der komfortablen Lage, selbst zu entscheiden, wie es in Zukunft weitergeht.

Angeblich gibt es bei Daimler Überlegungen, gegen die Lieferung von Motoren die nächste Generation des Maybach bei Aston Martin bauen zu lassen.

Aston Martin ist ein zu kleines Unternehmen, um eine ganze Palette von Motoren selbst entwickeln und bauen zu können. Insofern brauchen wir hier Partnerschaften. Wir werden unseren Zwölfzylinder sicher noch eine ganze Weile anbieten. Für bestimmte Produkte und bestimmte Märkte könnte ich mir aber auch andere Lösungen vorstellen.

Auch eine Maybach-Produktion?

Wir sind heute ein durchaus renommierter und erfolgreicher Kleinserienhersteller, der schnell und flexibel Dinge umsetzen und Autos von hoher Qualität bauen kann. Insofern sind wir interessant für viele Hersteller, die heute Autos in kleinen Stückzahlen bauen, es aber eigentlich wirtschaftlich nicht können.

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