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Autobauer: Bei VW läuft es noch besser als erwartet

von Quelle: Handelsblatt Online

Die Erwartungen waren schon hoch, aber VW kann sie noch schlagen: Die weltweit steigende Pkw-Nachfrage lässt den Gewinn von Volkswagen unerwartet stark sprudeln. Europas größter Autobauer hat den Betriebsgewinn verdoppelt. Allerdings warnen Fachleute, dass es so gut für die Autobauer nicht weitergehen dürfte.

Ein VW Golf bei der Quelle: REUTERS
Ein VW Golf bei der Auslieferung in der Autostadt in Wolfsburg Quelle: REUTERS

Europas größter Autobauer Volkswagen fährt der Konkurrenz auch ohne staatliche Abwrackprämie davon. Dank stark gestiegener Pkw-Absätze in China und den USA verdoppelte der Wolfsburger Konzern den Betriebsgewinn nach Angaben vom Donnerstag im zweiten Quartal auf knapp zwei Mrd. Euro. Der Konzern übertraf damit die Erwartungen von Analysten deutlich, die lediglich von gut der Hälfte ausgegangen waren.

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Damit hat Volkswagen allein zwischen April und Juni so viel operativen Gewinn eingefahren wie im Krisenjahr 2009, als der Staat den Autobauern noch mit der Abwrackprämie unter die Arme griff. Den Umsatz steigerte der Konzern im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 33 Mrd. Euro.

Die VW-Vorzugsaktie legte um bis zu drei Prozent auf ein Zehn-Monats-Hoch von 81 Euro zu und war damit zweitgrößter Gewinner im Leitindex Dax. „Das sind sehr starke Quartalszahlen“, sagte ein Analyst in einer ersten Einschätzung. „Die Aktie verdient es, weiter hoch zu gehen.“

Keine neue Jahresprognose

Trotz des rasanten Anstiegs präzisierte der Vorstand die zunächst nicht seine Prognose, wonach der operative Gewinn im Gesamtjahr „deutlich“ steigen soll. Die dynamische Entwicklung von Umsatz und Ergebnis werde sich in der zweiten Jahreshälfte nicht fortsetzen, hieß es zur Begründung. Die Auslieferungen sollen den Vorjahreswert wegen des starken China-Geschäfts ebenfalls deutlich übertreffen. Seit Jahresbeginn schlug der Konzern weltweit 3,6 Mio. Fahrzeuge los, 15,8 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Der französische Rivale PSA Peugeot Citroen, Nummer zwei hinter VW in Europa, hatte bei der Vorlage seiner Zwischenbilanz am Vortag ein sehr viel düsteres Bild für den weiteren Geschäftsverlauf gezeichnet. Bei Peugeot wirkt sich das Auslaufen staatlicher Kaufanreize offenbar stärker aus als bei Volkswagen.

Premiumherstellern geht es besonders gut

Noch besser als die Massenhersteller schneiden allerdings Premiumhersteller wie Daimler ab. Der Stuttgarter Rivale hat seine Erwartungen nach der unerwartet starken Nachfrage nach Luxusautos bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben und rechnet nun mit einem Betriebsgewinn von sechs Mrd. Euro, zwei Mrd. mehr als zuletzt in Aussicht gestellt.Auch nach Einschätzung von Daimler dürfte der Zuwachs in der zweiten Jahreshälfte allerdings weniger spektakulär ausfallen als in der ersten.

Der deutsche Branchenverband VDA rechnet damit, dass der Pkw-Boom in China etwas nachlassen wird - bislang eine wichtige Stütze der Automobilbauer. Der Hunger der aufstrebenden Massen in der Volksrepublik beschert der Industrie bislang hohe Zuwachsraten und macht dadurch den Einbruch auf dem Heimatmarkt in Deutschland mehr als wett.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.07.2010, 23:41 Uhrmathias

    Weis bei ihnen in der Redaktion keiner bescheid,was der andere
    schreibt. China.boom füllt VW Kasse 518Mio Gewinn mit 950 verkauft
    Fahrzeugen in China.

    Auf Gewinne in USA hat Siggi 40 zutreffende Worte gefunden.

  • 29.07.2010, 21:45 UhrSiggi40

    Made in Germany ist weltweit im Fahrzeug-, Werkzeug- und Maschinenbau führend. Damit wurde das Wohlstandswunder geschaffen. Mit der D-Mark und hohen Facharbeiterlöhnen wurden wir Exportweltmeister und liegen schon seit Jahrzehnten an der Spitze.

    Doch mit dem Euro geht alles wieder vor die Hunde. Unsere enormen Anstrengungen, die zu hohen Exportüberschüssen führen, sind nicht nur für uns erfreulich. Alle EU-Finanzminister haben unsere Überschüsse bereits fest in ihren Haushalten eingeplant, um sie vor dem Kollaps zu bewahren.

    Unsere Absatzmärkte haben sich verändert. China, indien, Südamerika und Russland, das sind unsere künftigen Absatzmärkte.
    Jetzt noch die D-Mark (und eine neue Mauer) und wir hätten den Wohlstand, den zwei Generationen mit harter Arbeit und Fleiß erwirtschaftet haben.

    Mit unserem Autoexport(boom) in die USA möchten sich die Amis ihren (letzten?) Traum erfüllen. Ein ehemals so stolzes Volk wird von den Suppenküchen dominiert bei 20% Arbeitslosigkeit, Tendenz rapide steigend. Hätte Obama nicht die Rückzahlung der 2,7 billionen Dollar Kreditkarten– und Kleinkredite auf unbegrenzte Zeit hinausgeschoben, wäre in den USA bereits jetzt schon Schluß mit lustig. Nach gigantischen Konjunkturstrohfeuerpaketen, die alle wirkungslos verpufften, sind die USA schon zweimal pleite. Doch da ist schon wieder ein Licht am Horizont. Die Kreditkartenfirmen gewähren schon wieder Kredite, ohne Sicherheiten, mangels Umsatz und Geschäftsmodell. Auch so kann der Kollaps der Kreditkartenfirmen hinausgeschoben werden. Aber ohne Realwirtschaft und einer kollabierten Finanzwirtschaft is nix mehr los im schönsten Land der Welt.

    im Sommer 2007 hatte die USA aufgehört zu existieren. Das Perpetuum-Mobile, Wohlstand auf Kredit, hat aufgehört zu laufen. Unseren derzeitigen Export(boom) in die USA könnte man mit dem letzten Atemzug eines Ertrinkenden vergleichen.

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