Autobauer: Drei Erkenntnisse aus den Daimler-Zahlen

Autobauer: Drei Erkenntnisse aus den Daimler-Zahlen

von Martin Seiwert

Daimler macht wieder Gewinn. Das EBIT stieg im ersten Quartal auf 1,2 Milliarden Euro. Was für eine Kehrtwende zum Vorjahresquartal, in dem noch ein Verlust von 1,4 Milliarden anfiel. Was lernen wir aus den jetzt vorlegten Zahlen?

1. Premium ist nicht tot

Privatkunden, vor allem aber auch Unternehmen haben sich bei der Anschaffung großer, teurer Autos in der Krise stark zurückgehalten. Wer daraus schon folgerte, Premium sei tot, der irrte. Das Heil der Autobauer liegt nicht allein in Kleinwagen, auch wenn der Trend – und das bezweifelt kaum einer in der Branche – zu kleineren und verbrauchsärmeren Motoren und Fahrzeugen geht.

Mit der Erholung der Weltwirtschaft kommt die Lust auf größere Autos zurück, aufgeschobene Anschaffungen werden nachgeholt. Dennoch wird es für die Premiummarken immer schwieriger, ihre höheren Preise am Markt durchzusetzen. Sie müssen erklären, was eigentlich besser ist an ihren Autos. Früher bedeutete Premium: Groß plus teuer. Was es in Zukunft bedeutet, müssen BMW, Audi und Daimler für sich erst noch klären.

Anzeige

2. Die Kuh ist noch nicht vom Eis

Daimler muss nicht einige gute Quartale vorlegen, sondern einige gute Jahre, bevor der Stern wieder richtig glänzt. Jahrlang stauten sich die Probleme auf – wahrscheinlich weil das Management zu sehr mit dem Chrysler-Desaster beschäftigt war. Es hat ganz den Anschein, als würde Daimler-Chef Dieter Zetsche die drängenden Probleme nun anpacken.

Er hat mit Renault Nissan endlich einen Partner für das Kleinwagengeschäft gefunden, das Kerngeschäft mit den renditestarken, großen Modellen läuft überraschend gut, selbst die LKW-Sparte wirft Gewinn ab. Es geht in die richtige Richtung. Doch ob die Marke auf Dauer mit den richtigen Modellen überzeugen kann, jüngere Zielgruppen erobert und bei den alternativen Antrieben die Weichen richtig stellt, muss sich erst noch zeigen.

3. Die Zeiten bleiben turbulent

Daimler ist noch nicht wirklich in der Spur, was sich daran ablesen lässt, dass das Management offenbar immer wieder von den eigenen Zahlen überrascht wird. Das aktuelle Quartal sei nun das dritte in Folge, sagt UBS-Analyst Philippe Houchois, bei dem es dem Management nicht gelungen sei, eine verlässliche Prognose abzugeben. Dies könne Fragen aufwerfen.

Zum Beispiel die Frage, ob die Überraschungen gewollt sind. Noch haben die Börsianer den vergangenen Herbst nicht vergessen, als Daimler seinen Börsenwert mit vorläufigen schönen Zahlen um 2,5 Milliarden Euro hochtrieb. Bei der Vorlage der endgültigen Zahlen ging der Börsenwert um fünf Milliarden zurück. Man darf gespannt sein auf den 27. April, wenn der Konzern die endgültigen Zahlen zum ersten Quartal vorlegt.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%