Autobauer: Entscheidung über Opel-Verkauf - diesmal wirklich?

Autobauer: Entscheidung über Opel-Verkauf - diesmal wirklich?

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Ein Logo des Autobauers Opel

In wenigen Stunden wird der Verwaltungsrat von General Motors erneut über den Verkauf von Opel entscheiden. Vieles deutet darauf hin, dass GM wie geplant Magna den Zuschlag erteilt. Mit den Opelanern hat sich Magna auf einen Lohnverzicht geeinigt - und einige Personalien sorgen für Aufsehen.

Die Opelaner müssen sich schon ganz schön verhöhnt vorkommen: Schon im September hatte der Verwaltungsrat von General Motors (GM), das höchste Gremium des US-Autobauers, eine Empfehlung für den Verkauf von Opel abgeben. Damals schien der Autozulieferer Magna ganz knapp vor seinem Ziel, gemeinsam mit seinem russischen Partner Sberbank die Mehrheit an der deutschen Traditions-Automarke zu übernehmen.

Doch dann kam alles anders: Die EU-Kommission sah „deutliche Hinweise“, dass die für Opel notwendigen Staats-Milliarden ausschließlich für das Magna-Konsortium vorgesehen waren. Sollte das der Fall sein, hätten GM und die Opel-Treuhand ihre Entscheidung nur unter politischem Druck getroffen. Das wiederum widerspreche EU-Recht, drohte die Kommission – und forderte eine schriftliche Erklärung, dass beim Verkaufsentscheid alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

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Unendliche Entscheidungs-Geschichte

Die Folge: GMs Führungsriege verschob die Vertragsunterzeichnung trotz der grundsätzlichen Einigung mit Magna auf einen Opel-Verkauf. Nun will sich der GM Verwaltungsrat erneut mit der unendlichen Geschichte Opel befassen - mit unklarem Ausgang: Auf der einen Seite mehren sich die Zeichen, dass der Verkauf wie geplant über die Bühne geht. Doch es gibt auch einige beunruhigende Hinweise darauf, dass GM den Deal ganz platzen lassen und Opel doch in Eigenregie sanieren könnte.

Einigung auf Lohnverzicht mit Magna

Realistischer bleibt nach wie vor die erste Variante, also der Verkauf an Magna. Der Autozulieferer soll gemeinsam mit seinem russischen Partner Sberbank 55 Prozent an Opel übernehmen, GM behält 35 Prozent. Die Staatsgarantien in Höhe von 4,5 Milliarden Euro, die Magna von der deutschen Bundesregierung gefordert hat, würden dann wohl auch problemlos fließen.

Magna hat sich nun mit den Opel-Arbeitnehmervertretern auf den Beitrag der Belegschaft zur Sanierung geeinigt. Die europäischen Mitarbeiter tragen unter anderem durch Lohnverzicht jährlich 265 Millionen Euro zu den Einsparmaßnahmen bei. Dafür erhalten sie zehn Prozent der Anteile. Wochenlang hatten beide Seiten um diesen Punkt gerungen. Die Einigung wurde wenige Stunden vor der GM-Verwaltungsratssitzung bekannt. Sie könnte ein wichtiges Signal nach Detroit senden - vor allem in einem Punkt: Der Gesamtbetriebsrat ist nur dann zu den Einsparungen bereit, wenn Magna und Sberbank den Zuschlag für Opel erhalten.

Für den planmäßigen Verkauf sprechen auch eine ganze Reihe von Personalien, die in den vergangenen Tagen bekannt wurden: So wird etwa der Entwickler von GMs Elektroauto-Hoffnung Volt, Frank Weber, per 1. Dezember die Produktentwickung von Opel leiten. Weber, der aus Wiesbaden stammt, war 2007 von Opel in die GM-Zentrale nach Detroit gewechselt, wo er als Chef des globalen Entwicklungsteams für das E-Flex-System fungierte. Damit hat Weber das Herzstück des Volt entscheidend mitgestaltet.

GM-Chef Fritz Henderson hat den Volt mehrfach als Zukunftshoffnung für GM angepriesen. Dass Henderson einen so wichtigen Mann Richtung Deutschland ziehen lässt, lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Die Zusammenarbeit zwischen GM und Opel soll auch künftig eng bleiben. „GM braucht Opel und Opel braucht GM“, betonte Weber vor kurzem ausdrücklich. Für diese Aufgab hat Henderson mit Weber jetzt den idealen Mann installiert.

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