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Autobauer: Ex-Porsche Chef Wiedeking im Visier der Staatsanwaltschaft

von dpa

Nach dem Übernahmedrama bei Volkswagen und Porsche ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den früheren Porsche- Chef Wendelin Wiedeking. Auch der Ex-Finanzchef des Stuttgarter Sportwagenbauers, Holger Härter, ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

Dies bestätigte ein Porsche-Sprecher am Donnerstag in Stuttgart. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte, nach Hinweisen der Finanzaufsicht BaFin sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Marktmanipulation und der unbefugten Weitergabe von Insiderinformationen eingeleitet worden.

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Sie bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Es handele sich derzeit um einen Anfangsverdacht. „Wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen“, sagte die Justizsprecherin. Ob und wann Anklage erhoben werde, sei noch völlig offen.

Porsche teilte mit, die Geschäftsräume am Stammsitz Stuttgart- Zuffenhausen seien am Donnerstagmorgen von Beamten durchsucht worden. Diese hätten diverse geschäftliche Unterlagen beschlagnahmt. „Porsche weist die erhobenen Vorwürfe zurück“, heißt es in der Mitteilung.

Das Unternehmen werde mit den Ermittlern zusammenarbeiten und unterstütze die Beamten in vollem Umfang.

Die BaFin bestätigte, Anzeige wegen Marktmanipulationen beim Übernahmekomplex VW-Porsche erstattet zu haben. Die Anzeige sei Anfang August bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart erstattet worden, sagte eine BaFin-Sprecherin in Bonn. Die Anzeige beziehe sich auf einen Teilaspekt, die Untersuchung der Übernahme sei noch nicht abgeschlossen.

Porsche-Aktien reagierten kaum auf die Nachricht.  Mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 145 Euro notierte das Papier zwar etwas schwächer. Am Vormittag war die Aktie im Tagestief allerdings schon bis auf 135 Euro gefallen.

Hintergrund des Falles sind die extremen Kursverzerrungen bei VW-Stammaktien im Herbst vergangenen Jahres.

Während die Börsen weltweit im Zuge der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers in die Knie gingen, stiegen die im Dax notierten VW-Papiere ab Mitte März stark an. Anderthalb Monate führte die Aktie ein vollkommen irrationales Eigenleben, das am 27. und 28. Oktober in der wohl denkwürdigsten Kursexplosion in der Geschichte des deutschen Aktienmarktes gipfelte: Nachdem Porsche mitgeteilt hatte, dass man bereits 42 Prozent an VW halte und über Optionen Zugriff auf weitere 31,5 Prozent der Stämme habe, schossen die VW-Aktien binnen zwei Tagen um bis zu 500 Prozent nach oben.

In der Spitze waren VW-Aktien an der Börse 1 005 Euro wert. Damit war der Wolfsburger Autobauer für kurze Zeit der teuerste Konzern der Welt.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.08.2009, 13:54 UhrFranz

    Wo sind denn nun alle Wiedeking Verehrer? Er hat war doch angeblich jeden Cent Wert den er verdient hat. Kurzfristig hat er große Renditen erzielt. Mittel- und Langfristig total versagt! Porsches Eigenständigkeit? Geschichte, Riesen Porsche Gewinne? Geschichte! Dieses waren nur kurzfristige Spekulationsgewinne

  • 21.08.2009, 12:25 UhrBond

    die Ermittlungen kommen viel zu spät. Die Schlafmützen von baFin und börse haben ja auch die Finanzkrise nicht verhindern können. Jetzt wo Wiedeking entmachtet ist werden die Penner tätig. Das hätte schon passieren müssen als der VW-Kurs gegen alle Trends explodiert ist. Jetzt ist der Vorgang nicht mehr interessant und nur noch eine Fussnote wert.

  • 20.08.2009, 23:47 UhrJoker10

    Dass Herr Wiedeking und sein Finanzchef bei Porsche auf Teufel komm raus gezockt haben ist doch offensichtlich, wer das nicht wahrhaben will
    glaubt doch, "in Afrika ist immer Muttertag". Gier hat diese Menschen ujmgetrieben, sonst gar nichts.

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