Autobauer: Fiat spaltet sich auf

Autobauer: Fiat spaltet sich auf

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Fiat-Führung: John Elkann (v.l.), Luca di Montezemolo und Sergio Marchionne

Zeitenwende in Turin: Unter dem neuen Chef aus dem Agnelli-Clan baut Fiat den Konzern um - das Autogeschäft soll eigenständig werden. Die ehrgeizigen Ziele bleiben allerdings unverändert.

Der italienische Fiat-Konzern spaltet sich auf. Mit einer vom Restgeschäft getrennten Pkw-Sparte will CEO Sergio Marchionne die als zukunftskritisch bewertete Masse von sechs Millionen Autos im Jahr erreichen und innerhalb von nur vier Jahren den Umsatz verdoppeln. Alles, was nicht zum Kerngeschäft Auto gehört, soll noch in diesem Jahr in der neuen Gesellschaft Fiat Industrial ausgegründet werden.

Der Umbau, so betonte Marchionne, sei dabei keine Wunschoption, sondern notwendig. Die gute Nachricht: Er ist mittlerweile auch möglich. Der Konzern sei jetzt auch in Einzelteilen standfest, die Konzentration der Kräfte nicht mehr überlebensnotwendig. Das Ruder übernimmt mit dem neuen Präsidenten John Elkann nun wieder die Familie Agnelli. Marchionne selbst will in der Autosparte bleiben.

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Es ist schon einige Zeit her -  Fiat hatte gerade den Einstieg bei Chrysler bekannt geben  - da druckte der Mailänder Corriere della Sera eine Karikatur mit dem Titel „Die Wiederentdeckung Amerikas“. Zu sehen war ein Schiff  namens Fiat just in dem Moment, in dem Land in Sicht kommt. In der Takelage und an Deck jubeln Fließbandarbeiter im Overall und mit Schirmmütze. Im Bug steht Marchionne in seinem typischen Pullover, deutet mit dem Finger voraus und ruft nicht „Amerika“, sondern „Chrysler!!“. Darüber stand in kleiner Schrift „Und dabei hieß es, sie seien in schwerer See“. Tatsächlich hatte Fiat gerade sehr wohl eine ziemlich rauhe Krise überstanden, in Zuge derer viele schon den endgültigen Untergang des mehr als 100 Jahre alten Autobauers aus Turin befürchtet hatten. Noch im Jahr 2005 hatte General Motors mehr als 1,5 Milliarden Euro ausgegeben, nur um den vermeintlichen Pleitekandidaten nicht übernehmen zu müssen.

Fünf-Jahres-Plan für Fiat

Fünf Jahre später hat sich das Klima komplett gewandelt. Fiat ist von einem Schiffbruch weit entfernt, während General Motors ihn bereits krachend erlitten hat. Aber wie der Rest der Weltwirtschaft, musste auch Fiat gerade ein Gewitter ungeahnten Ausmaßes überstehen und neue Kurse ausloten. Wohin die Reise nun gehen soll, das erklärte Fiat-Chef Marchionne am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Fünf-Jahres-Plans der Gruppe.

Sein Vortrag, dem rund fünf lange Stunden kleinteiliger Analysen und detaillierten Zahlenwerks vorausgingen, trug den Titel: „Kreativer Umbau nach dem perfekten Sturm“. Leicht verärgert reagierte der gebürtige Kanadier, dass sich die Analysten mehr für die Details der geplanten Aufspaltung interessierten als für die ehrgeizigen Ziele, die er seinem Konzern und der Autosparte gesetzt hat: Eine Verdoppelung der Fiat-Auto-Umsätze bis 2014 von rund 26 Milliarden auf rund 51 Milliarden Euro. Außerdem soll gemeinsam mit dem neuen Partner Chrysler dann auch die Marke von sechs Millionen pro Jahr hergestellter Fahrzeuge erreicht werden, die Marchionne selbst immer als kritisch beurteilt hat.

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