Autobauer: Fiat und die Opel-Wut

Autobauer: Fiat und die Opel-Wut

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Fiat-Chef Sergio Marchionne

Von der „Lotterie“ zur „brasilianischen Seifenoper“ - das ist der Verlauf, den die Verhandlungen um Opel aus Sicht von Sergio Marchionne genommen haben. Nach der Niederlage bei Opel hat der Fiat-Chef schon neue Fusionsgedanken.

Das Treffen mit Angela Merkel sei konstruktiv verlaufen, Fiat bleibe weiter zuversichtlich, hatte der „Magier aus Turin“ zu Beginn der Woche erklärt, die mit der italienischen Niederlage enden sollte.

Die Partie entwickelte sich allerdings „immer mehr zur Lotterie“. Nur wenige Tage, neue US-Bedingungen, viele Telefonate und eine Entscheidung zu Gunsten von Magna später machte der Fiat-Chef seinem Ärger richtig Luft: „Die Verhandlungen um Opel gleichen einer brasilianischen Seifenoper“, schnaubte der sonst eher zurückhaltende Manager. Die Enttäuschung in Italien ist groß. Zu schön war die Idee, die selbst gerade erst durch „das Wunder von Turin“ vom ständigen Pleitekandidaten zum Zukunftsunternehmen gewandelten Autobauer könnten mit dem Doppelschlag Chrysler-Opel sofort zum Retter und Weltkonzern aufsteigen.

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Saab, GM-Lateinamerika, PSA und BMW

Strategisch sei die Partnerschaft mit Fiat klüger als die mit Magna, glauben viele Kommentatoren und suchen deswegen eifrig nach anderen Schuldigen - etwa in der Politik oder bei alten, nationalen Ressentiments. Aber Marchionne wird nicht aufgegeben, sind sich die Medien sicher und spekulieren heute bereits wieder kräftig über mögliche Allianzen „Post-Opel“. Durchgespielt werden die Varianten Saab, GM-Lateinamerika, PSA und BMW.

Erst spät waren die Italiener offiziell in das Rennen um Opel eingestiegen, hatten lange dementiert, dann geschwiegen, spät offiziell Interesse bekundet. Beobachter schrieben dies Marchionnes Poker-Taktik zu: Unbeteiligt tun, sich nach außen auf Chrysler konzentrieren und sich still im Spiel in Position bringen.

Mit dem Kommuniqué, das am Freitagmorgen, nach der gescheiterten Nachtsitzung und den überraschenden Geld-Forderungen aus den USA verbreitet wurde, legte Fiat dann jedoch die Karten auf den Tisch: Für eine industrielle Partnerschaft stünde man weiter zur Verfügung, eine finanzorientierte Lösung jedoch werde es mit Fiat nicht geben, lautete die Ansage aus Turin.

Die neuen Forderungen nach unverzüglicher, finanzieller Unterstützung für Opel würde Fiat unnötigen und unvernünftigen Gefahren aussetzen, hieß es darin. An der Sitzung werde Fiat nicht teilnehmen. Nur wenig später war die Entscheidung dann gefallen: „Fiat verliert Opel“, hieß es in italienischen Medien. Seitdem diskutiert das Land darüber, warum der Zuschlag an Magna und nicht an Fiat ging.

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