Autobauer: Für die Opel-Retter gilt das Prinzip Hoffnung

Autobauer: Für die Opel-Retter gilt das Prinzip Hoffnung

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Produzierte Neuwagen im Bochumer Werk des Autobauers Opel.

Die Opel-Rettung kommt nicht vom Fleck: Bundeskanzlerin Merkel hofft auf ein baldiges Machtwort aus Detroit. Opel-Interesent RHJI bessert derweil sein Angebot nach - doch der Opel-Betriebsrat wehrt sich heftig gegen den unliebsamen Finanzinvestor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft auf eine Rettung des Autobauers Opel noch vor der Bundestagswahl. Beim Mutterkonzern General Motors seien die Aufsichtsgremien neu besetzt worden, und diese hätten nun Fragen, sagte Merkel in einem Interview des Bayerischen Rundfunks. „Diese Fragen werden jetzt geklärt“, sagte die CDU-Chefin. Dann werde man auch zueinander kommen. „Ich hoffe, dass das noch vor der Wahl sein wird.“

er Finanzinvestor RHJ hat sein Angebot für den deutschen Autobauer Opel deutlich nachgebessert. Wie RHJ-Sprecher Arnaud Denis am Mittwoch in Brüssel bestätigte, kalkuliert das Unternehmen jetzt noch mit 3,2 Milliarden Euro Staatshilfe, 600 Millionen Euro weniger als bisher. Zudem wolle RHJ nun 300 Millionen statt bislang 275 Millionen Euro Eigenkapital in Opel investieren und die staatlich abgesicherten Kredite bereits 2013 und damit ein Jahr früher als bisher geplant zurückzahlen. „Das ist das beste und überzeugendste aller für Opel vorgelegten Angebote“, sagte Denis. Er gab sich überzeugt, dass RHJ nach wie vor gute Chancen habe, Opel zu übernehmen: „Wir sind noch immer im Rennen.“ Es sei nun erforderlich, dass der Opel-Eigner General Motors eine Entscheidung treffe.

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Betriebsrat: RHJI-Angebot ist "Werbegag"

Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz hat das neue RHJI-Übernahmeangebot  postwendend als „Werbegag“ bezeichnet. Es sei ein „schlechter Witz“, wenn RHJ jetzt 25 Millionen Euro zusätzliches Eigenkapital bei Opel investieren wolle, sagte Franz heute. Der Finanzinvestor müsse sich die Frage stellen lassen, wie er nun plötzlich mit 600 Millionen Euro weniger auskommen und die Kredite ein Jahr früher zurückzahlen könne. Der geringere Bürgschaftsbedarf von RHJ basiere auf geringeren Investitionen und damit auf einem Verlust von Wettbewerbsfähigkeit für Opel, kritisierte der Gesamtsbetriebsratschef.

Bund, Länder und Arbeitnehmervertreter lehnen bislang RHJ ab und sehen die Zukunft des Unternehmens in einer Übernahme von Opel durch den kanadischen Autozulieferer Magna. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben die Betriebsräte von Opel es abgelehnt, mit RHJ neue Verhandlungen aufzunehmen. Laut Betriebsratschef Franz fordere RHJ von den 50.000 Opel-Beschäftigten einen Lohnverzicht von 640 Millionen Euro pro Jahr: „Das würden wir nicht überleben.“ Dagegen fordere der RHJ-Konkurrent Magna für den Fall einer Opel-Übernahme einen Lohnverzicht von 265 Millionen Euro jährlich.

Denis sagte, er könne die Angaben zu den möglichen Lohneinschnitten nicht bestätigen: „Ich weiß nicht, woher diese Zahlen kommen.“ Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende hatte Mitte August ein Papier vorgelegt, in dem von geplanten Einsparungen bei den Opel-Beschäftigten von 1,2 Milliarden Dollar plus 265 bis 300 Millionen Euro jährlich die Rede ist. Dies wären in der Summe zwischen 1,11 und 1,14 Milliarden Euro.

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