Autobauer: General Motors versüßt Opel-Sanierung

Autobauer: General Motors versüßt Opel-Sanierung

Jetzt geht’s also doch mit weniger Geld vom Staat: General Motors verdreifacht seinen Eigenbeitrag zur Sanierung seiner Tochter Opel. Die Chancen von GM auf Staatshilfen steigen damit – doch die Sanierung von Opel wird teurer als geplant.

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Gebäcksspezialität mit Opel-Blitz im Opel-Werk Eisenach: General Motors versüßt den Sanierungsplan mit einer Kapitalspritze und will deutlich mehr Geld als bisher geplant in die Sicherung der Opel-Zukunft stecken.

Dieses Timing kann kein Zufall sein: Kurz vor der offiziellen Eröffnung des Genfer Autosalons sorgt General Motors für mächtig Bewegung an der festgefahrenen Staatshilfen-Front. GM sicherte heute morgen zu, 1,9 Milliarden Euro für die Umsetzung von Opels europäischem Zukunftsplan bereitzustellen. Damit verdreifacht GM die bisher zugesagte Summe von 600 Millionen Euro zur Opel-Sanierung – und verlangt gleichzeitig weniger Geld von den Regierungen.

Opel-Chef Nick Reilly räumt so einen der Hauptkritikpunkte im Tauziehen um mögliche Staatshilfen aus dem Weg. GM hat bei mehreren europäischen Regierungen um Staatshilfen zur Opel-Sanierung gebeten. Die bisher von GM zugeschossenen 600 Millionen Euro sind in Deutschland aber bereits für die Rückzahlung des Brückenkredits verwendet worden, der im vergangenen Jahr Opels Überleben sicherte. Damit stand bislang kein GM-Geld für weitere Investitionen zur Verfügung. Bund, Länder, Betriebsrat und Gewerkschaften forderten deshalb seit Monaten von GM, dass der Konzern seinen Eigenbeitrag deutlich aufbessern und die Risiken nicht alleine dem europäischen Steuerzahler aufbürden solle.

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Brüderle reagiert zurückhaltend

Laut Opel werden die  zusätzlichen 1,3 Milliarden Euro in Form von Eigenkapital und Krediten geleistet. Von den Regierungen der Länder mit Opel-Standorten will GM nun insgesamt 1,8 Milliarden Euro Staatshilfen fordern - statt bisher 2,7 Milliarden. Die Höhe des Kreditanteils ist aber ebenso offen wie die Frage, ob das Eigenkapital in bar oder in Form von Anlagen aufgestockt wird. Reilly hofft nun, in drei bis vier Wochen eine Lösung für die Opel-Sanierung vorlegen zu können. Der neue Plan sei „von allen Seiten gut aufgenommen worden“, sagte Reilly in Genf.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle reagierte aber eher zurückhaltend auf GMs Ankündigung. Die Aufstockung zeige, dass GM über Mittel verfüge. Doch Brüderle sieht noch einigen Erklärungsbedarf: Im Rahmen der Prüfung des GM-Antrags auf Staatshilfen für Opel seien zahlreiche Fragen gestellt worden. „Diese gilt es noch zu beantworten“, sagte Brüderle heute. „Das Verfahren läuft ergebnisoffen.“

Opel-Sanierung teurer als geplant

Laut Angaben von Opel wird die Sanierung des deutschen Autobauers statt 3,3 insgesamt 3,7 Milliarden Euro kosten und damit mehr als bisher von GM berechnet. Diese zusätzlichen Mittel von 415 Millionen Euro sind laut Opel ein „Sicherheitspuffer“. Das Geld fließe in die Restrukturierung und in Investitionen und diene zudem der Liquiditätssicherung. GM sieht nun alle potenziellen Liquiditätsrisiken während der Restrukturierung in diesem Jahr ausgeräumt. „Damit sind jetzt 16 Monate Unsicherheit weg,“ betonte Opel-Vorstandsmitglied Alain Visser heute.

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