Autobauer: GM saniert Opel ohne Staatshilfen

Autobauer: GM saniert Opel ohne Staatshilfen

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Ein Logo des Autoherstellers Opel

Neue Karten im Opel-Poker: Die US-Mutter General Motors wird die deutsche Tochter nun doch komplett aus eigenen Mittel sanieren, die Anträge auf Bürgschaften zog der Autobauer zurück. Einen weiteren Jobabbau soll es aber nicht geben.

Opel will den Weg der Sanierung ohne die Hilfe europäischer Staaten gehen. Der angeschlagene Autobauer zieht nach monatelangen Verhandlungen alle Anträge auf Bürgschaften in Europa zurück. Das Unternehmen teilte heute in Rüsselsheim mit, es gebe zwar weiterhin Finanzbedarf, die Verhandlungen um Staatsbürgschaften hätten sich jedoch als „weit komplexer und langwieriger“ erwiesen als zunächst erwartet.

Unter diesen Umständen hätten sich der Mutterkonzern General Motors (GM) und Opel entschieden, die Finanzierung intern zu regeln, hieß es.

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Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat den Verzicht von Opel auf Staatshilfen begrüßt. „Ich fühle mich in meiner Entscheidung voll bestätigt“, sagte Brüderle heute mit Blick auf seine Absage an eine Bundesbürgschaft vor wenigen Tagen. Dies zeige, dass sich marktwirtschaftliche Grundlagen auszahlten. Mit der Entscheidung werde der Steuerzahler geschont. Zugleich werde für faire Wettbewerbsbedingungen gesorgt. Opel könne sich nun darauf konzentrieren, erfolgreich gute Autos zu bauen. Staatshilfen müssten die Ausnahme bleiben.

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz zufolge sind die bestehenden Verträge zwischen Opel beziehungsweise der Schwester Vauxhall und den Arbeitnehmervertretungen hinsichtlich Standort, Beschäftigung und Investitionen verbindlich und blieben weiterhin gültig. Damit dürfte es keine Standortschließungen geben, die der Betriebsrat zuvor für den Fall vorausgesagt hatte, dass die Bundesregierung eine Staatsbürgschaft verweigert.

Opel will bald wieder profitabel arbeiten

Opel-Chef Nick Reilly sagte, die Absage der Bundesrepublik an Bürgschaften in der vergangenen Woche sei eine Enttäuschung gewesen. Die Regierung habe zunächst in Aussicht gestellt, dass die Bürgschaften, die andere europäische Unternehmen zur Abmilderung der Wirtschaftskrise bekommen hätten, auch Opel zur Verfügung stünden. „Nach einem sehr langen, von der Regierung vorgegebenen Prozess stellt sich nun heraus, dass dies nicht der Fall ist“, sagte Reilly. Opel freue sich daher über die Entscheidung von GM. „Neue zeitaufwendige, komplexe Verhandlungen und eine weiterhin ungesicherte Finanzierung können wir uns nicht erlauben“, erklärte der Opel-Chef. Stattdessen gelte es, in neue Produkte und Technologien zu investieren. „Mit unserem Produkt- und Wachstumsplan gehen wir davon aus, bald wieder profitabel arbeiten zu können“, sagte Reilly.

Der Wachstumsplan beinhaltet den Angaben zufolge Investitionen in neue Produkte in Höhe von elf Milliarden Euro. Geplant sei, in diesem Jahr acht und im kommenden Jahr vier neue Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, darunter ein Elektrofahrzeug mit verlängerter Reichweite.

Franz: GM-Entscheidung beendet Unsicherheit

Franz sagte, GM habe mit der Entscheidung Klarheit geschaffen und beende Unsicherheit und Spekulationen für die Beschäftigten. Der Schwebezustand, der bei Kunden und Mitarbeitern zur Verunsicherung geführt habe, sei damit beendet. Die vier Bundesländer mit Opel-Werken hatten sich noch am Dienstag darauf geeinigt, Bürgschaftsverfahren soweit möglich parallel durchzuführen und dem Konzern eine konstruktive Zusammenarbeit sowie eine zügige Bearbeitung zugesichert. Die Bundesregierung hatte den Opel-Anträgen in der vergangenen Woche eine Absage erteilt. Die finanzielle Schieflage des Unternehmens sei nicht auf die Folgen der Wirtschaftskrise zurückzuführen, hieß es zur Begründung.

Opel hatte bei Bund und Ländern zunächst 1,1 Milliarden Euro an Bürgschaften für die Sanierung angefordert. Der Konzern korrigierte den Bedarf zwischenzeitlich aber auf 800 Millionen Euro. Insgesamt sollte die Neuaufstellung von Opel 3,3 Milliarden Euro kosten, von denen GM 1,9 Milliarden Euro selbst hatte übernehmen wollen.

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