Autobauer: In Europa ist nichts zu holen

Autobauer: In Europa ist nichts zu holen

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Ein Opel Insignia, rechts, steht vor einem Fiat 500 bei einem Autohaendler in Gelsenkirchen

Kürzlich warnten Analysten davor, Aktien von europäischen Autobauern zu kaufen. Nur wer weltweit verkauft, verdient. Der europäische Markt allein ist nicht profitabel. Die Verluste geben Hersteller an die Kunden weiter.

Das Jahr hat für die Besitzer von Automobil-Aktien gut angefangen: Noch im April hatte der Branchenindex "Eurostoxx Automobiles & Parts" im Vergleich zum Vorjahr ein bombastisches Ergebnis abgeliefert. Rund 40 Prozent gewann der Index auf Jahressicht. Aber schon da warnten Analysten vor einer Abschwächung des Marktwachstums. "Die Autoaktien werden einen Gang herunterschalten", sagt beispielsweise Aleksej Wunrau von der BHF Bank.

Und nun raten Analysten sogar konkret davon ab, in Aktien von Autobauern zu investieren. Autoaktien seien "keine sicheren Häfen", heißt es. Stattdessen sollten sich die Investoren lieber auf die Zulieferer und Hersteller von Ersatzteilen konzentrieren. Die Warnung gilt jedoch nicht uneingeschränkt. Die Aktien von Global Playern wie Daimler und BMW sind nach Meinung der Analysten von Sanford C. Bernstein derzeit die attraktivsten im Sektor. Sie seien nicht nur rentabler, sondern auch sicherer als die der Konkurrenz aus Frankreich und Italien. Der Studie zufolge soll es bei den deutschen Herstellern keinen großen Abfluss von Barmitteln geben. Zwar seien die Titel von Fiat, Renault und Peugeot momentan recht günstig, allerdings seien sie auch riskanter.

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In Europa lässt sich kaum Geld verdienen

Andere Analysten gehen noch weiter und empfehlen, von diesen Marken, die fast ausschließlich den europäischen Markt bedienen, die Finger zu lassen. Sie würfen nichts ab, der europäische Markt sei gesättigt und gebe nichts mehr her. Auch Elektromobilität ist ein Stichwort. Wer Elektroautos produzieren kann, kann sich über steigende Aktienkurse freuen. Wer nur in Europa aktiv ist, wird sich das kaum leisten können.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Renditen der europäischen Autohersteller ein Muster erkennen lassen: Autokonzerne, die keine Premiummarken im Angebot haben und nicht in China oder anderen asiatischen Wachstumsmärkten stark vertreten sind, haben ein Problem mit der Profitabilität. Sie reicht kaum aus, um die Umstellung auf Elektroantriebe und sparsame Verbrennungsmotoren zu finanzieren oder Angriffe junger Wettbewerber aus China oder Südkorea abzuwehren. "Mit dem europäischen Markt allein", sagt ein Vorstand eines deutschen Autobauers, "lässt sich heute kaum noch Geld verdienen."    

 

China-Geschäft bringt Rendite

Das gilt vor allem für Renault, Peugeot-Citroen und Fiat. Die Unternehmen wirtschaften mit drei Prozent Ebit-Marge und damit unterhalb der Kapitalkosten. Opel leidet schwer darunter, dass die Konzernmutter GM die Marke außerhalb Europas kaum zum Zug kommen lässt. Mit einem guten Absatz in China etwa stünden die Rüsselsheimer ganz anders da. Und selbst der vor Kraft und Selbstbewusstsein strotzende VW-Konzern bestätigt mit seinen sechs Prozent Umsatzrendite im vergangenen Jahr die Regel. Denn ohne die Gewinne der Premiummarke Audi und das starke China-Geschäft sähen die Wolfsburger nicht viel besser aus als ihre Wettbewerber aus Italien und Frankreich.

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