Autobauer: Japans Autobauer sind Trendsetter

Autobauer: Japans Autobauer sind Trendsetter

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Nissan Modell Otti: Superminis sind gefragt und gelten in Japan als "Helm mit Rädern"

Japans Autobauer sind wieder einmal die Trendsetter, wenn es um die Zukunft der Branche geht.

Sein Designzentrum in Atsugi präsentiert der japanische Autobauer Nissan gern als „Schaufenster“ für verrückte Ideen. In dem High-Tech-Labor tüfteln Ingenieure und Techniker am interaktiven Auto oder am Fahrzeug speziell für Frauen, am Lady-Wagen. Weit extremere Überlegungen kursieren jedoch im Nissan-Hauptquartier in Tokio – bis hin zur Frage, ob ein Autohersteller auf Dauer noch eigene Montagefabriken und Verkaufsstätten braucht.

Warum sollten sich Autokonzerne nicht auf Entwicklung und Design konzentrieren, fragen sich die Nissan-Strategen. „Die Autoindustrie muss sich neu erfinden“, heißt es bei Nissan in Tokio. Da sei radikales Umdenken gefragt. Vorbild könnte der erfolgreiche Spielkonsolenhersteller Nintendo sein, der sich auf Forschung, Entwicklung, Design und Marketing konzentriert und die Produktion Auftragsfertigern in China überlässt. Nicht viel anders funktionieren der Computerbauer Apple oder der Sportkonzern Adidas.

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Solch langfristige Überlegungen haben ihren Ursprung nicht nur in der aktuellen Krise. Viele Töchter und Söhne Nippons finden Autos schon seit Langem mega-out. „Das eigene Fahrzeug hat seinen Glamour als Statussymbol total eingebüßt“, klagt Martin Esser, Manager bei Porsche in Japan. Vor allem in den Metropolen wie Tokio, Osaka oder Yokohama empfinden immer mehr Japaner den Pkw als lästig und überflüssig, weil tägliche Routinen wie Einkaufen, Geldabheben oder Restaurantbesuche in der Regel im Umkreis von 300 Metern zu erledigen sind.

Für weitere Wege sind öffentliche Verkehrsmittel praktikabler

Für weitere Wege sind öffentliche Verkehrsmittel praktikabler – und preiswerter. Auf den gebührenpflichtigen Hochstraßen in den Innenstädten sind umgerechnet fast sechs Euro als Eintrittsgeld fällig, egal, ob die Fahrt zwei oder 20 Kilometer währt. Fernstrecken wie die 500 Kilometer zwischen Tokio und Kyoto kosten 85 Euro. Mindestens so teuer sind Parkplätze. In den Städten wird ein Fahrzeug nur zugelassen, wenn der Besitzer eine Abstellmöglichkeit nachweist. Ein Parkplatz in Tokio kostet schnell 500 Euro und mehr pro Monat.

All dies hat den Autoabsatz in den zurückliegenden Jahren von 4,5 auf drei Millionen Fahrzeuge pro Jahr zurückgehen lassen. Im Gegenzug wuchs das Faible der Japaner für Elektronik. Für 74 Prozent der 20- bis 50-jährigen Japaner ist das Internet inzwischen wichtiger als ein Auto, gefolgt von 56 Prozent, die ein Handy dem Auto vorziehen. Nur 6,7 Prozent wollen nicht auf die eigenen vier Räder verzichten.

Wer unbedingt ein Auto braucht, sucht sich etwas Praktisches, vor allem aber etwas Kleines und Leichtes. Ikonen der neuen Zeit sind die sogenannten k-cars (k steht für keijidosha – leicht), die in Japan inzwischen die Top 5 der meistverkauften Neuzulassungen repräsentieren. Die Superminis dürfen maximal 3,4 Meter lang und 1,48 Meter breit sein, gelten als „Helm mit Rädern“ und verbrauchen rund fünf Liter Sprit pro 100 Kilometer.

Trotzdem sind sie vollwertige Viersitzer mit Turbolader, Vierradantrieb und anderen technischen Schikanen. Es gibt sie in verblüffender Vielfalt, ob als Limousine, SUV, Van oder gar als Sportwagen. Der Staat begünstigt den Kauf durch niedrige Steuern und Versicherungsprämien. In Japan ist der Wagon R von Suzuki bereits fünf Jahre in Folge das bestverkaufte Auto. Bislang sind k-cars ein japanisches Phänomen geblieben, das sich nicht exportieren ließ. Die Japaner fahren jedoch auf diese Super-Minis ab, auch weil die Nachweispflicht für Parkplätze entfällt.

Spannend wird es, wenn von Juli an in Tokio die ersten serienreifen Elektroautos verkehren. Mitsubishi wird den abgaslosen I-Miev zunächst an Großkunden, ab 2010 auch an Privatkunden verkaufen. „Die Infrastruktur ist die große Herausforderung“, sagt Mitsubishi-Manager Fumio Nishizaki. Die Pkws müssen nach einer Stunde oder maximal 160 Kilometern zum Tanken an die Steckdose. Günstig für Mitsubishi: Zur Firmengruppe gehört auch die 24-Stunden-Ladenkette Lawson, die es in Tokio in jeder größeren Straße gibt und die künftig auch als elektrische „Tankstelle“ fungiert.

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