Autobauer-Joint-Venture: Warum Toyota und Peugeot gemeinsam Kleinwagen bauen

Autobauer-Joint-Venture: Warum Toyota und Peugeot gemeinsam Kleinwagen bauen

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TPCA-Produktion in der Tschechischen Republik: Auch in Deutschland steigt das Interesse an den Winzlingen

Lange wurden die Winzlinge, die Toyota und PSA Peugeot Citroën in Tschechien herstellen, von deutschen Automanagern belächelt. Heute zeigt das Gemeinschaftsunternehmen TPCA der Branche, wie in Zukunft in Europa Kleinwagen hergestellt werden.

Die weiße Fabrik nahe der slowakischen Hauptstadt Bratislava war ein Glanzlicht im Produktionsverbund des Volkswagen-Konzerns. Im April wird sie sich für eine Woche in ein Geisterhaus verwandeln. Wie schon im Februar einmal will die Werksleitung die meisten der 8500 Beschäftigten in den Zwangsurlaub schicken. Die Autos, die sie bauen, sind nicht mehr erwünscht.

Die Nachfrage nach den teuren, bei Bratislava produzierten Spritschluckern Volkswagen Touareg, Audi Q7 und Porsche Cayenne ist weggesackt wie nie zuvor in der Geschichte des einst boomenden Marktsegments der Sports Utility Vehicles (SUV). 2008 ging der SUV-Absatz weltweit um 21 Prozent zurück. Auch der einzige Mittelklassewagen aus Bratislava, das Modell Octavia der Volkswagen-Tochter Skoda, verkauft sich schlecht.

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Produktion bei TCPA läuft auf vollen Touren

Der Unterschied zu einem Autowerk einige hundert Kilometer weiter westlich im tschechischen Städtchen Kolin könnte größer nicht sein. Hier läuft die Produktion auf vollen Touren. Der japanischen Autoriese Toyota und der französische PSA-Konzern (Peugeot, Citroën) stellen in einem Gemeinschaftswerk die Kleinwagenmodelle Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroën C1 her. 99 Prozent der bei Toyota Peugeot Citroën Automobile (TPCA) produzierten Wagen verlassen das Land in Richtung Westen. Besonders gut verkaufen sich die drei Modelle bisher in Frankreich und Südeuropa. Aber auch in Deutschland steigt das Interesse an den günstigen und sparsamen Winzlingen aus Kolin.

"Deutschland ist bei Kleinwagen Entwicklungsland"

"Deutschland ist in Sachen Kleinwagen zwar noch ein Entwicklungsland", sagt Jiri Cerny, stellvertretender Produktionschef bei TPCA. "Aber die Einstellung ändert sich, weil solche Fahrzeuge sicherer und geräumiger werden und weil große Wagen immer mehr kosten." Das Kleinwagensegment verkraftet die Krise auf den Automärkten bisher am besten. Und die deutsche Abwrackprämie, von der bisher vor allem Kleinwagenhersteller profitieren, ist Gesprächsthema Nummer eins in der Koliner Werkskantine.

Günstige Kleinwagen fristeten in den Modellfamilien vieler deutscher Hersteller lange ein Schattendasein. Mit ihnen, so die herrschende Meinung in der Branche, lässt sich wegen zu geringer Margen nur schwer Profit erzielen.

Jetzt allerdings zeigen Franzosen und Japaner in ihrem tschechischen, alte Freund-Feind-Denkmuster hinter sich lassenden Joint Venture, dass es doch geht: Unter Toyota-Regie wurde die Herstellung der drei nur optisch unterschiedlichen Modelle extrem standardisiert, auf engstem Raum zusammengedrängt und streng am so genannten Toyota-Produktionssystem ausgerichtet, mit dem der japanische Konzern seit Jahren den Branchenmaßstab bei Produktivität und Qualität setzt.

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