Autobauer: Kooperation von BMW und Daimler: Neu ist nur die Welle

KommentarAutobauer: Kooperation von BMW und Daimler: Neu ist nur die Welle

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Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner

Es rauscht mal wieder im Blätterwald. BMW und Daimler sollen - jetzt aber wirklich - enger zusammenrücken. Gemeinsam Teile einkaufen, vielleicht auch gemeinsam Motoren entwickeln, so lautet die Marschrichtung.

Neu ist das  nicht – schon seit Sommer 2007 reden die Unternehmen darüber. Und das verwundert  nicht: Wer genauer hinschaut, stellt  fest, dass nicht nur Daimler und BMW, sondern die ganze Branche noch viel zu sehr an technischen Solitär-Lösungen hängt, die kein Kunde braucht, aber alle bezahlen.

Mal ehrlich: Wie wichtig ist es Ihnen, dass der Deckel für den Öleinfüllstutzen Ihres 7er-BMWs anders aussieht, als der für einen 3er-BMW? Oder: Wie wichtig ist es Ihnen, dass kleine Gummibauteile je nach Fahrzeug völlig unterschiedlich aussehen? Sie stützen Kofferraumdeckel in geschlossenem Zustand ab und sorgen dafür, dass er gerade aufliegt. Bei Fahrzeugen von BMW und Audi sind diese Gumminippel vollkommen anders konstruiert, obwohl sie exakt den gleichen Zweck erfüllen.

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Ich würde mal mutmaßen, dass solche Details selbst den ausgewiesenen Markenliebhabern unter uns ziemlich egal sind. Trotzdem bezahlen wir alle dafür, dass unser Hersteller für unzählige vollkommen beliebige und nicht markendifferenzierende Teile eine Solitärlösung gewählt hat.

Selbst bei den Motoren innerhalb eines Konzerns können sich die Ingenieure oft nicht dazu durchringen, endlich mal nur eine Lösung anzubieten und die Stückkosten des entsprechenden Aggregats zu senken. Im Volkswagen-Konzern etwa gibt es zwei 160 PS-Ottomotoren, die sich in ihrer Charakteristik ähneln, konstruktiv aber nicht weiter auseinander liegen könnte. Der eine ist ein 1,8 Liter-Turbo, der andere ein 1,4 Liter mit doppelter Aufladung. Tests einschlägiger Magazine bestätigen beiden Triebwerken gute Qualitäten – warum dann also zwei, an denen mutmaßlich keine Schraube austauschbar ist?

Was hier offensichtlich immer noch  fehlt, sind Manager, die klar und vor allem konsequent entscheiden: Welche Teile sollten Ingenieure noch selbst entwickeln? Wo rechnen sich die Solitär-Lösung und sind damit zu rechtfertigen - und wo nicht? Dieser Prozess ist hart und schmerzhaft, aber eine Alternative zu diesem für die Branche noch immer üblichen Management-Ansatz wird es auf Dauer wohl nicht geben. Es sieht so aus, als bestünde zwischen Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Chef Norbert Reithofer in diesem Punkt auch Einigkeit. Jetzt müssen sie das aber auch in Ihre Organisationen tragen.

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