Autobauer: Krise beschleunigt Kooperation zwischen Daimler und BMW

Autobauer: Krise beschleunigt Kooperation zwischen Daimler und BMW

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Mercedes-Benz-Produktionsband in Sindelfingen: Wegen dramatischer Absatzeinbrüche drängt Daimler auf eine raschere Zusammenarbeit mit Erzkonkurrent BMW. Die Autobauer wollen im Einkauf und bei für Kunden unsichtbaren Teilen wie Gurtstraffern oder Klimaanlagen kooperieren.

Wegen anhaltender Absatzeinbrüche drängt Daimler auf eine raschere Kooperation mit Erzkonkurrent BMW. Erste Verträge sind unterschriftsreif. Zudem verschärft Daimler-Chef Dieter Zetsche das laufende Effizienzprogramm im PKW-Bereich.

Bittere Zeiten für Dieter Zetsche: Morgen legt der Daimler-Konzernchef die Jahresbilanz 2008 vor. Sie wird wenig Grund zur Freude bieten: Analysten rechnen wegen der anhaltenden Absatzschwäche bei Oberklasse-Autos mit tiefroten Zahlen für das vierte Quartal.

In seiner Not forciert Zetsche nun das einst Undenkbare: Eine engere Zusammenarbeit mit dem Erzkonkurrenten BMW. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) zufolge verstärken Daimler und BMW ihre Kooperationsbemühungen. Die ersten Verträge zwischen den beiden Autobauern seien bereits unterschriftsreif, berichtete das Blatt.

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Jede Art der Kooperation, die der Kunde nicht bemerke, sei denkbar, zitierte die Zeitung ranghohe Manager.

Die beiden Autohersteller sprechen allerdings schon seit längerem über eine Kooperation in bestimmten Bereichen. Schon seit gut einem Jahr verhandeln BMW und Daimler etwa über einen gemeinsamen Einkauf.

Künftig wollen die beiden Premiumhersteller Bauteile wie Gurtroller, Klimaanlagen oder Motoren für Fensterheber bei den selben Herstellern zukaufen - und so von Mengenrabatten profitieren. Bei für Kunden nicht sichtbaren Bauteilen müssen sich die beiden Erzkonkurrenten nicht unterscheiden, argumentieren die Top-Manager der beiden Luxuskarossen-Bauer.

Daimler fordert mehr Tempo bei Kooperationen

Sehr weit gediehen sind diese Vorstöße noch nicht.

Im vergangenen Jahr haben die beiden Premiumhersteller zwar einige gemeinsame Projekte angeleiert. So wollen sie den Einkauf in den USA und China bündeln. Bisher bekommen BMW und Daimler als mittelgroße Hersteller schlechtere Konditionen von ihren Lieferanten als etwa Toyota oder General Motors, die Großen unter den Autobauern. Zudem arbeiten Daimler und BMW gemeinsam mit dem kriselnden US-Autobauer General Motors an Hybridtechnologien.

Doch Medienberichten zufolge sind die Verhandlungen von Technikern auf beiden Seiten gebremst worden. Daimler will das nun ändern. Vor kurzem forderte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber deutlich mehr Tempo bei den Kooperationsgesprächen. Bei der morgigen Bilanzpressekonferenz will Zetsche nun auch eine Zwischenbilanz der Zusammenarbeit mit BMW vorlegen, hieß es am Wochenende.

Auch BMW will nun mehr Schwung in das Thema Kooperationen bringen. Der FAS zufolge sei bei BMW eine klare Direktive von oben ergangen, die technikverliebten Nörgler in die Schranken zu weisen. „Mit jedem Tag, den die Krise länger dauert, verliert die Zylinder-Fraktion an Rückhalt“, wird ein Manager zitiert.

Daimler plant neues Sparprogramm

Die Zusammenarbeit allein wird Daimler zur Eindämmung der Absatzkrise nicht genügen.

Anders als Massenhersteller wie Opel profitiert der Premiumanbieter Daimler bislang kaum von der Abwrackprämie der Bundesregierung.  Nach Medienberichten will Daimler deshalb morgen ein neues Sparprogramm vorstellen.

Der Stuttgarter Autobauer wolle mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen die Kosten senken, berichtete die "Stuttgarter Zeitung".

Im Pkw-Bereich werde das laufende Effizienzprogramm  verschärft. Dies solle ein jährliches Einsparvolumen von 1,6 Milliarden Euro bringen. In Unternehmenskreisen heiße es, ein massiver Personalabbau sei dabei nicht geplant. Stattdessen gebe es Überlegungen, die bislang bis Ende März vereinbarte Kurzarbeit bis zum Jahresende auszuweiten. Das sei aber noch nicht entschieden. Das Unternehmen wollte sich nicht bislang zu den Berichten äußern. „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen“, sagte ein Sprecher. 

Zum Daimler-Sparprogramm passt auch eine Personalie von vergangener  Woche: Daimler hat den im Jahr 2004 geschassten Wolfgang Bernhard zurück in den Konzern geholt. Der frühere Unternehmensberater gilt als knallharter Sanierer. Gemeinsam mit Zetsche brachte Bernhard den US-Autobauer Chrysler kurzzeitig zurück in die schwarzen Zahlen. Zuletzt arbeitete Bernhard als Berater des US-Finanzinvestors Cerberus Capital Management, der im Mai 2007 80 Prozent an Chrysler übernahm.

Bernhard ist nun Leiter des Daimler-Transportgeschäfts und berichtet direkt an Zetsche. Doch Experten rechnen damit, dass die Transportersparte erst der Auftakt zu weiteren Aufgaben für Bernhard sein wird.

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