Autobauer: Magna will mit Russen bei Opel einsteigen

Autobauer: Magna will mit Russen bei Opel einsteigen

Bild vergrößern

Magna-Steyr-Fabrik in Graz, Österreich: Medienberichten will Magna gemeinsam mit russischen Partnern bei Opel einsteigen

Priwjet, Opel! (Russisch für: Hallo Opel) Fünf Milliarden Euro will der Autozulieferer Magna zur Rettung von Opel aufbringen. Dafür muss sich der Autobauer auf russische Miteigentümer einstellen - und den Opel-Gewerkschaftern stehen harte Zeiten in Haus.

Der russische Autohersteller GAZ und die Sberbank wollen demnach 31 Prozent an Opel übernehmen, Magna selbst 19,1 Prozent, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Magna soll sich zudem bereiterklärt haben, alle vier deutschen Standorte zu erhalten. Der Verkaufsprozess soll bis Ende Mai abgeschlossen sein.

Stimmen die Informationen, wäre Opel zu fast einem Drittel in russischer Hand - und damit ziemlich nahe dran am Kreml. Die Sberbank ist Russlands wichtigste Bank und ist voll im Staatsbesitz. 2008 hat sie einen Reingewinn von 2,5 Milliarden Euro erzielt. Der zweite russische Investor im Bunde, der Automobilkonzern Gorkowski Awtomobilny Zawod (GAZ) , ist ebenfalls ein staatsnahes Unternehmen. Bekannt ist GAZ für die Marke Wolga - doch GAZ baut seit Jahren auch Jeeps für das russische Militär.

Anzeige

Russen-Connection dank gescheiterter Chrysler-Übernahme

Dass diese beiden russischen Investoren nun mitmischen, darf nicht weiter verwundern. Denn Magna hatte bis zum Oktober vergangenen Jahres mit Oleg Deripaska selbst einen russischen Investor an Bord. Der Chef des Basic-Elements-Konzerns war im September 2007 mit 20 Prozent bei Magna eingestiegen, um Magna-Chef Frank Stronach (ein Porträt) bei seinen Übernahmeplänen für Chrysler zu unterstützen. Im Bieterkampf mit dem US-Finanzinvestor Cerberus unterlag Magna, Deripaska machte ein Jahr später die Finanzkrise schwer zu schaffen.

Ende vergangenen Jahres musste Deripaska seinen Magna-Anteil an seine Kreditgeber zurückgeben. Damals herrschte noch Rätselraten, wer nun die neuen Herren bei Magna sein könnten. Das ist nun mit den Opel-Investorenpartnern GAZ und Sberbank deutlich klarer geworden.

Autoexperte zweifelt an langfristiger Standortgarantie

Ob Opel langfristig all seine Werke halten kann, ist trotz angeblicher Standortgarantie zweifelhaft. Der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft, Willi Diez, sieht in Magna zwar einen seriösen Partner und den möglichen Retter von Opel.

Eine Garantie für alle Werke erwartet der Autoexperte aber nicht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen nun wirklich eine langfristige Standort- und Beschäftigungsgarantie für alle Opel-Standorte gibt“, sagte Diez im Deutschlandfunk. „Opel hat Überkapazitäten, da muss man etwas machen. Das heißt, da muss man Standorte sicher infrage stellen.“ Dies müssten allerdings nicht zwangsläufig die Produktionsstätten in Deutschland sein.

Gewerkschaften haben in Magna einen harten Gegner

Spannungsgeladen könnte auch das Verhältnis zwischen Magna und den Opel-Gewerkschaftern werden. Denn Magna-Chef Stronach ist kein großer Freund von Betriebsräten. In seinen Werken gibt es statt dessen "Vertrauensleute". Für den Interessensausleich zwischen Führungsetage und Arbeitern sorgen die festgeschriebenen Firmengrundsätze mit dem salbungsvollen Namen "Magna Charta". Einst bezeichnete Stronach Gewerkschaftsabgaben als "Schutzgeldzahlungen an die Mafia".

Immerhin lässt Stronach seine Arbeiter auch am Erfolg des Autozulieferers teilhaben. Magnas "Unternehmensverfassung" legt fest, dass zehn Prozent des Gewinns an die Mitarbeiter zurückfließen. Das entspricht immerhin der alten Gewerkschaftsforderung nach Mitarbeiterbeteiligung. In Österreich, wo der Konzern seit Ende der 1980er-Jahre tätig ist, beißen sich die Gewerkschaften seit mehr als zwei Jahrzehnten an Magna die Zähne aus.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%