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Autobauer: Neuer Rettungsplan für Opel: Fokussierung auf Kleinwagen und Elektroauto

Opel will sich zum Öko-Konzern wandeln. Wie die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen erfuhr, arbeiten Opel-Management, Betriebsräte und Gewerkschaften zusammen mit Unternehmensberatern und Landesregierungen an einem Plan, der eine Wiedergeburt der schwächelnden Traditionsmarke in völlig neuem Gewand verspricht.

Das Projekt trägt intern den Arbeitstitel „Der grüne Blitz“ – in Anspielung an den stilisierten Blitz im Firmenzeichen. Opel soll demnach zum umweltfreundlichsten Autohersteller der Welt werden, mit einer Konzentration auf Kleinwagen und emissionsarme Antriebe. Mit bezahlbaren Elektroautos wollen die Rüsselsheimer eine weltweit führende Rolle einnehmen. Realisiert werden die Fahrzeuge durch eine intensive Zusammenarbeit mit General Motors bei Entwicklung, Einkauf und Produktion. Derzeit werden umfangreiche Kooperationen mit dem Mutterkonzern ausgehandelt, die auch nach der geplanten Abspaltung Bestand haben sollen.

In Vorbereitung sind zudem umfangreiche Produktionsverlagerungen. Diskutiert wird, die Produktion des dreitürigen Corsa vom Werk Eisenach ins spanische Saragossa zu verlagern, wo auch das fünftürige Modell gebaut wird. In Eisenach soll stattdessen künftig der Mini-Van Agila vom Band laufen, der derzeit noch beim japanischen Partner Suzuki montiert wird. Sollte Eisenach den Auftrag für den Agila bekommen, wäre der Fortbestand des Werkes vorerst gesichert. Grundsätzlich seien Werkschließungen aber wohl nicht zu verhindern, so ein Aufsichtsratsmitglied: „Jeder im Aufsichtsrat weiß, dass es weniger die Frage ist, ob man ein Werk schließt, sondern eher welches.“ Ganz oben auf der Liste der von der Schließung bedrohten Werke stehen angeblich die Werke Eisenach, Bochum und Antwerpen.

Um die Zukunft des Unternehmens abzusichern, will Opel künftig im GM-Verbund für alle Kompaktfahrzeuge verantwortlich sein. „Wir müssen die globale Verantwortung für alle Kompaktfahrzeuge bekommen“, sagt Klaus Franz, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Opel. Zudem fordert Opel von GM ungehinderten Zugang zu allen Märkten weltweit. Dies könne, so Franz, zu einer Absatzsteigerung von derzeit rund 1,5 Millionen auf rund zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr führen.

Das Rettungskonzept sieht außerdem vor, dass Opel künftig das Entwicklungszentrum in Mainz-Kastel führt, wo Zukunftstechnologien wie Elektro- oder Brennstoffzellenantriebe entwickelt werden.

Finanziert werden soll die Neuausrichtung des Unternehmens unter anderem mit Geldern aus Brüssel: Die Europäische Investitionsbank (EIB) prüft derzeit eine Anfrage von Opel für Kredite in Milliardenhöhe. „Wir könnten Kredite in einer Höhe von bis zu 400 Millionen Euro pro Jahr für die kommenden fünf bis sieben Jahre gewähren“, erklärte Matthias Kollatz-Ahnen, Vizechef der EIB, gegenüber der WirtschaftsWoche. „Opel will die Mittel für die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Antriebstechniken aufwenden. Damit wäre ein wichtiges Kriterium für die Erteilung der Gelder erfüllt.“ Die Entscheidung darüber will die EIB in den kommenden zwei Monaten treffen.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.04.2009, 17:22 UhrAnonymer Benutzer: tina

    da kann ich weiterhelfen, ich kenne den User gut. Er ist ein sich mittlerweile in Rente befindlicher langjähriger Opel Mitarbeiter, der genau diese idee bereits vor weit mehr als 10 Jahren in seinem betrieb als Verbesserungsvorschlag einbrachte - der jedoch leider diskussionslos abgelehnt wurde. im übrigen hat dieser ideengeber vor kurzem bei erstem bekanntwerden der Schwierigkeiten Opels nochmals an seinen früheren Arbeitgeber geschrieben und seinen damaligen Verbesserungsvorschlag bekräftigt, bekam jedoch erneut einen brief zurück, in dem seine ideen aus ökonomischen Gründen abgelehnt wurden. Dies war jedoch vor weinigen Monaten. Mittlerweile scheint man im Hause Opel/GM aufzuwachen? besser spät als nie, die Hoffnung stirbt zuletzt.

  • 05.04.2009, 21:41 UhrAnonymer Benutzer: Markus

    Das ist ja interessant: genau diesen Vorschlag habe ich vor ca. 3-4 Wochen in Focus-Online von einem User als Kommentar gelesen. da hat wohl jemand von diesem User die idee geklaut. immerhin: Die idee ist gut (wenn wohl auch nicht von Opel). Das dürfte sich für Journalisten lohnen, da mal zu recherchieren, wer der eigentliche ideengeber ist!

  • 05.04.2009, 18:56 UhrAnonymer Benutzer: sepp

    @metty
    Die Chinesen sind klar vorne mit bYD EV6. Wird mein nächstes Auto.
    Reichweite 400km, Fast Charge 10min, 200kW. Neue batterie.
    Na ja wenn man 10 Jahre absichtlich schläft.
    Ab Ende 2009 in China im Verkauf.

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