Autobauer: Opel-Betriebsrat: Ohne Perspektive für Bochum keine Staatshilfen

Autobauer: Opel-Betriebsrat: Ohne Perspektive für Bochum keine Staatshilfen

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel will sich mit allen Mitteln gegen den drohenden Abzug der vereinbarten Produktion des neuen Astra Caravan wehren.

„Das Bochumer Werk darf nicht Blutspender für andere Standorte werden, damit diese überleben können“, sagte Einenkel im Interview mit wiwo.de, dem Online-Portal der WirtschaftsWoche.

Sollte er keine Perspektive für Bochum erkennen, werde sich das Werk nicht an den GM-Sanierungsplänen beteiligen. Darin sei er sich mit der Landesregierung einig, so Einenkel in dem Interview. „Und dann darf es auch keine Staatshilfen für Opel geben“, fügte der Bochumer Opel-Betriebsratschef hinzu.

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Das Bochumer Werk hat laut Einenkel mit GM vereinbart, dass der neue Astra zuerst in England gebaut wird und als weiterer Standort das Werk Bochum vorgesehen ist. Doch das Opel-Werk in Rüsselsheim braucht dringend einen Ersatz für die zugesagte Fertigung des neuen Saab. Seit dem Verkauf des schwedischen Autobauers ist klar, dass Saab-Autos künftig ausschließlich in Schweden gebaut werden.

Rüsselsheim fordert deshalb, dass der neue Astra auch in der Caravan-Variante im Opel-Stammwerk gefertigt wird. Doch dann bliebe Bochum nur mehr die Fertigung des neuen Zafira, der ab 2011 vom Band laufen wird. Mit einem einzigen Modell sieht Einenkel aber keine Überlebenschancen für seinen Standort. „Die Diskussion zwischen den einzelnen Werken ist nicht gerade einfach“, gab Einenkel in dem Interview zu. Als Alternativen kämen für Einenkel auch die Fertigung einer Chevrolet-Variante oder der Bau des Elektroautos Ampera in Frage.

Vor kurzem hatte General Motors durchblicken lassen, dass der Konzern vorerst keine Elektrofahrzeuge in Europa bauen lassen will. „Frühestens in zwei Jahren“ wolle GM seinen Hoffnungsträger auch hierzulande bauen lassen, sagte Einenkel. „Ich persönlich halte das für viel zu spät und hoffe, dass GM seine Entscheidung korrigiert.“ Bochum böte sich als Fertigungsstandort an, warb Einenkel. Die Ruhr-Stadt habe ein funktionierendes Hochschul-Netzwerk. Zudem stünden zahlreiche Energiekonzerne im Ruhrgebiet „Gewehr bei Fuß, was die Elektromobilität betrifft.“

Die geplante Schließung des GM-Werks in Antwerpen habe auch Auswirkungen auf den Beitrag der Arbeitnehmer zur Opel-Sanierung, erläuterte Einenkel. GM habe geplant, dass der Gesamtbeitrag der europäischen Arbeitnehmer in Höhe von 265 Millionen Euro jährlich erhalten bleibe, wenn Antwerpen geschlossen werde.“ Alle übrigen Werke sollten diesen Beitrag mit übernehmen. Damit hätten wir auch die Schließungskosten von Antwerpen mitbezahlt“, so Einenkel.  „Doch genau das werden wir nicht tun – und an dieser Position halten wir unverrückbar fest“.

Bei möglichen Staatshilfen für Opel will Einenkel sicherstellen, dass die Gelder nicht in die USA abfließen können. „Wir wollen zuerst das Konzept sehen, wie es mit den Werken und den Arbeitsplätzen weitergeht“, erklärte Einenkel gegenüber wiwo.de. Die Arbeitnehmer-Vertreter fordern von GM ein Vetorecht oder ein Mitbestimmungsrecht über die Verwendung der von ihnen eingebrachten Gelder. Diskutiert werde das Modell einer Mitabeiter-Kapitalbeteiligungsgesellschaft.

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